Posts mit dem Label Freunde werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Freunde werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 18. Oktober 2014

Schöner Mist.

Vor zehn Minuten ist das Kind eingeschlafen, gerade habe ich ihn in sein Bettchen umgebettet (was er sich heute nach einem langen, tobigen Tag ohne Mittagsschlaf gefallen lässt wie ein Gemüse), und jetzt liege ich hier und kann mich ein bisschen in meinem Viren-Elend suhlen. Ach ach ach. Ach ach ach ach ach. Als ich Montag Morgen aufgewacht bin und immer noch keine Stimme hatte, dachte ich noch "Jetzt lege ich mich mal fein ins Bett, nutze aus, dass ich heute so gut wie gar nicht nach dem Kleinen gucken muss, päppele mich mit allem, was die Schwangerschafts-Apotheke hergibt, trinke literweise die scheußlichsten Tees und glotze Videos, und dann wird das schon wieder. Mittwoch zum Mädchenabend bin ich fit, spätestens Samstag aber, wenn die Berliner Damen zu Besuch kommen, auf jeden Fall." Das gleiche dachte ich Dienstag auch. Mittwoch wieder, wenn auch schon mit Fragezeichen dazwischen. Heute ist Samstag. Seit gestern habe ich nicht nur keine Stimme und einen Husten, der sich in jedem Kriegsfilm-Lazarett gut machen würde, sondern auch noch Halsweh. Die Berliner Damen sind da, sie sitzen jetzt in diesem Moment alle in einer muckeligen Küche in Eimsbüttel, nur zwanzig Minuten Autofahrt entfernt. Sogar einen Parkplatz würde ich kriegen, da kriege ich immer einen Parkplatz! Schön, über den freut sich nun jemand anderes, denn mit mir ist heute nicht zu rechnen. Morgen auch nicht. Im Moment denke ich noch: nächste Woche aber sicher! Aber wer weiß das schon?
Also gut. Denken wir an das Positive. Seit Sonntag ist Huckleberry dem täglich ausgesetzt und hat sich bisher nicht angesteckt. Im Gegenteil, er war selten so munter, aufgekratzt und gesprächig wie jetzt. "Brararararara. Lalalalarararara. Rololololororororo. Diss." So geht das den ganzen Tag. Dazwischen klettert er Bücherregale und Treppen hoch und runter, startet alle Elektrogeräte, die er erreichen kann, spielt mit dem Hund und verteilt seine Duplosteine in alle Winkel. Beim Einkaufen flirtet er jede ältere Dame in Grund und Boden, ich muss aufpassen, dass ihm nicht jede Einzelne davon einen Keks oder ein Würstchen in die Hand drückt, sonst endet es übel mit ihm.

Aber ein bisschen traurig bin ich auch. Nein, im Blog wollen wir ja ehrlich sein, sehr traurig an der Grenze zur 24-Stunden-Depression. Denn trotz all dieser Mutterfreuden halten die Bedürfnisse von vor dem Würmchenwunder nicht automatisch die Klappe. Ich finde, einmal pro Woche müsste es möglich sein, meine Freundinnen zu sehen, wenigstens die kleine Runde. Und wenn nicht, dann doch alle zwei Wochen. Und alle zwei oder drei Monate auch die große Runde. Ich freu mich auf diesen Abend (und auf das Frühstück morgen, das ich auch ausfallen lassen muss) schon seit Wochen. L. ist schon extrem genervt, denn in diesen Wochen habe ich keinen Tag verstreichen lassen, ohne ihn daran zu erinnern, damit er es auch bestimmt nicht vergisst: gell, am 18. geht Mutti aus. Den ganzen Abend. Sie wird vermutlich das Haus verlassen, bevor der Kleine schläft, das musst Du dann also machen. Und es kommt noch wilder: am nächsten Morgen gleich wieder! Dann verschwindet sie für bestimmt drei Stunden, um wie andere Leute auch mal ohne Kind in einem Café zu sitzen und Rühreier zu essen, die niemand vorher in seinen kleinen starken Fäusten zerquetscht hat. Und L. war einverstanden, L. hatte sich hundertprozentig auf seine Babysitterrolle eingestimmt, L. war mehr als klar, dass er heute und morgen keine Fußballverabredung, keinen Jungsabend und keinen Kurzurlaub planen sollte. Es wäre perfekt gewesen! Wenn nicht diese beschissenen Viren wären, für die ich mich glaube ich bei meiner Schwiegermutter bedanken kann, die neulich hustend hier auftauchte, weil sie so gerne den Kleinen sehen wollte. In den letzten Wochen lag es fast immer an mir, immer war irgendwas mit Gesundheitsbezug. Und so kommt es, dass ich Anfang August zum letzten Mal in dieser Eimsbütteler Küche gesessen habe. Seitdem waren die Damen in kleiner Runde noch einmal bei mir, und das war es. Demnächst habe ich nicht nur ein Kind, sondern zwei, und das Zweite werde ich die ersten Monate stillen. Dann wird es nicht unkomplizierter. Dankbarkeit hin oder her, ich vermisse das: Wach sein, wenn alle Kinder schlafen, ratschen, meinetwegen auch Wein trinken und rauchen, Unfug reden, noch irgendwo andershin gehen, überhaupt wo hingehen, mich aufbrezeln und heute mal ohne Leine unterwegs sein. Ach ach ach ach ach.

Bleibe ich also heute mal zuhause, oder? Ist doch auch mal schön.

Montag, 20. August 2012

Der Sommer ohne Männer.

Meine Sorte Damenferien gehen so: Alle schlafen aus. Das heißt in meinem Fall leider immer nur so ungefähr bis neun, länger kann ich nicht, schon gar nicht im Sommer. Komme ich dann noch kontaktlinsenlos die Treppe runtergetrapst, dann sitzt Dame A schon auf der Terrasse, trinkt einen Tee und genießt ein paar Minuten totale Ruhe, bevor das Geschnatter losgeht, was es hiermit tut. Jeden zweiten Tag schnalle ich mir dann trotz leichtem Proseccokater (nicht ZU schlimm, wir sind ja nicht am Ballermann) (und außerdem hart im Nehmen) die Laufschuhe und den Lauf-BH an, greife mir mein Telefon mit Lauf-App und zu Höchstleistungen aufpeitschender Playlist und bin dann erst mal im Wald. Ich laufe mit kleinen schnellen Schritten Berge hoch und runter, springe über Blaubeerbüsche und Wildschweinkacke und habe das Gefühl, mit jedem Schritt verändert sich mein fast 70-Kilo-Körper weiter von Hormonhummel zu Hormongazelle. (Das muss diese berühmte Laufeuphorie sein, die Waage lacht mich nur dreckig aus.)

Zurück am Ferienhaus im Wald hüpfe ich kurz unter die fast kalte Dusche, die noch ein bisschen kälter wird, wenn das gute Pfefferminzduschgel ins Spiel kommt, und dann rauschen wir ab zu unserem Zweitageseinkauf, der leider durch meine seit jeher miesen Planungsqualitäten zusammenfällt mit meinem Lauftag. Mit einer langen langen Liste ziehen wir los, und im Lauf dieser Woche habe ich abends gekocht:
Freitag: Bruschetta, gefolgt von Linguine Puttanesca.
Samstag: Bruschetta (wird langweilig, gab es jeden Tag, denkt ihr euch also dazu), gefolgt von Zitronenhühnchen mit Rosmarinkartoffeln und Salat.
Sonntag: Risotto mit Pilzen, Salat.
Montag: Linguine Bolognese, Salat.
Dienstag: Schnitzel mit Gurkensalat und Kartoffelsalat.
Mittwoch: Puten-Thai-Curry.
Donnerstag: Burger mit Kartoffelspalten, Salat.
Freitag: Zitronenhühnchen auf die andere Art mit Kartoffelpü und Salat, Crumble.

Wobei ihr mir glauben müsst, dass mir der Teil, bei dem ich in der Küche stehe und Tomaten häute, genau so viel Spaß macht wie der Teil, bei dem ich mit zugehaltener Nase in den Pool hüpfe oder im Schatten liege und Quatschzeitschriften oder Quatschbücher lese. Die Damen sind nämlich die Personen, für die ich am liebsten koche. Niemand hat ein Problem mit Kohlehydraten, es gibt kein dankbareres Kochpublikum, und ich wenn ich über meinen Tellerrand gucke, dann sehe ich glückliche Gesichter.

Die Tage vergehen mit Geratsche, Erörterungen über die Stilvorlieben und Lebensplanung diverser Stars, Nickerchen unterm Sonnenhut, Schwimmen, halbherzigen Versuchen von Wassergymnastik, ab und zu mal einer Hand voll Chips oder einem Teller aufgewärmtem Resteessen und dem Geruch von Sonnencreme, bis es dann irgendwann so gegen sechs Zeit für mich ist, die Damen am Pool zu verlassen, zu duschen und mich an meine Küchenarbeit zu machen. Pfeifend und vor Freude auf und ab hüpfend natürlich. Und so gegen sieben kommt dann die Bruschetta auf den Tisch zusammen mit der ersten Flasche Prosecco rosé.

Könnt ihr euch vorstellen? Könnt ihr bestimmt. So schön war das. Und das schöne an so einem Urlaub ist: zwar sitzen wir jetzt nicht mehr im Heidehäuschen mitten im Wald. Aber den wichtigsten Teil des Urlaubs, die Damen nämlich, hab ich mitgenommen nach Hamburg.

Donnerstag, 9. August 2012

Ferien, Vorabend von Teil 3

Ich sitze im Wintergarten und gebe der Playlist den letzten Schliff, schreibe meine Pack- und Einkaufsliste für morgen und freue mich so, dass ich hibbele wie ein Vibrationsalarm. Das, was jetzt kommt, ist das Beste. mindestens sieben, vielleicht sogar neun Tage lang nisten wir uns im Heidehäuschen meiner Schwiegermutter ein, von morgens bis abends Mädchengeschnatter, und jeden Abend habe ich Gelegenheit, aus dem Badeanzug nahtlos in mein Sophia-Loren-Kostüm zu schlüpfen und eine Bombenmahlzeit zu zaubern, ohne dass jemand wegen Kohlehydraten zickt. Die nächsten Tage bringen viele gefüllte Aschenbecher, einen Couchtisch, der belagert ist von jeder Frauenzeitschrift, die im Handel erhältlich ist, vier bis sechs Bikinis zum Trocknen auf dem Gartenmobiliar, wichtige Erörterungen, bis die Hähne krähen, alberne Versuche von Wassergymnastik (sogar einen Aquajogging-Gürtel habe ich heute angeschafft) (er ist gelb), pinke Getränke, Kaminfeuer, wenn es Not tut, Bruschetta um sechs, ein Badezimmer, in dem kein Quadratzentimeter Waschbeckenrand unbenutzt bleibt, und jeden Abend Armvergleich. Ich weiß auch schon, wer verliert.

Liebe Abkürzungsdamen, ich fahre an einen Ort ohne Netz. Aber als Nerd alter Schule habe ich heute gelernt, wie ich mit Hilfe meines Telefons meinen Rechner online bringe. Da staunt ihr! Wenn es also gut läuft, schaffe ich es vielleicht, euch regelmäßig Updates zu geben zu meinem nächsten, letzten und damit entscheidenden Adoptionstermin, der unmittelbar bevor steht, zu ausnahmsweise mal erfreulichen Entwicklungen in meinem Unterleib und zu allem anderen, was das Leben so bringt.

Dienstag, 19. Juli 2011

Meine schönsten Ferienerlebnisse auf Beteigeuze

Am ersten Abend habe ich die Küchenschublade durchgewühlt, keine Schere gefunden, daraufhin mit einem scharfen Messer die Salzpackung aufgeschnitten und mir dabei eine ungefähr zwei Milimeter dicke Scheibe vom linken Zeigefinger abgesäbelt. Daraufhin konnte ich drei Tage nur mit erhobener Hand in den Pool, was so aussah, als würde sich ein extrem fleißiger Schüler jetzt seit Stunden melden und einfach nicht drankommen, vor allem, wenn ich versucht habe, trotzdem zu schwimmen oder Wassergymnastik zu machen. Irgendwann habe ich das Pflaster dann weggelassen, damit die Wunde trocknen kann, aber jedes Mal, wenn ich zufällig meinen Zeigefinger vor Augen bekam (was, wie jeder gerne ausprobieren kann, ständig passiert) wurde mir kurz flau im Magen, so fies sah das aus.

Am zweiten Tag wachte ich auf und war erkältet. Schuld ist mein zugegebenermaßen wunderschöner neuer Badeanzug, den ich im Internet gekauft habe und der wider Erwarten alle Hoffnungen mehr als erfüllt hat. Er sitzt, er ist in keinster Weise schäbig, er wird mit mir hoffentlich noch die nächsten fünf Jahre schwimmen gehen. Aber er ist so extrem solide und alte-Schule-mäßig gebaut, dass er nass ungefähr drei Kilo wiegt und selbst bei 30° einen halben Tag braucht, um zu trocknen. Also war ich erkältet und konnte mich zwei Tage lang nur mit Paracetamol davon abhalten, die anderen pausenlos vollzuquengeln, dass mein Hals weh tut, meine Nase läuft, meine Zähne ziehen und mein Kopf dröhnt.

Ich habe fürchterlich geschlafen und bin im heißen Zimmer immer viel zu früh aufgewacht, gehüllt in ein Laken, das sich über Nacht in ein klebriges Futteral verwandelt hatte, in dem man eingewickelt war wie eine Mumie.

Ich habe gestern Abend sieben Mückenstiche gezählt, von denen jeder einzelne so aussieht, als würden aus den Stichen irgendwann kleine Mückenkinder schlüpfen. Trotz Schutzfaktor 50-Avene-Supersonnencreme aus der Apotheke ist mein Gesicht rot wie das einer routinierten Säuferin. Mein gerade neu gekaufter weißer Alternativbikini ist im Pool ganz widerlich grün geworden, und meine Haare kann ich eigentlich jetzt wegschmeißen. Ich muss leider einsehen: der Sommer steht mir nicht, hat er noch nie. Ich sehe nie hässlicher aus als im Sommer, mit roter Birne, fettglänzendem Teint, strohigen Haaren, und ich kann auch diese netten leichten Sommerkleidchen nicht so fröhlich tragen wie andere, denn nicht nur haben meine Oberarme diese komischen roten Pünktchen, sondern, glaubt es oder nicht, blass sieht man immer gleich doppelt so nackt aus wie braun. (Meinetwegen können andere das elegant finden, ich fühle mich immer erwischt und zupfe an mir rum.) Und wo könnte mehr Sommer sein als im Juli auf Mallorca?

Aber, liebe Abkürzungsdamen, würdet ihr mir glauben, dass das trotz all dieser fürchterlichen Katastrophen ein wirklich großartiger Urlaub war? Dass ich jetzt noch wochenlang melancholisch sein werde, weil er vorbei ist? Dass ich kaum erwarten kann, mich mit den anderen auf die Suche nach der Hütte auf Sardinien zu machen, in die wir nächstes Jahr fahren wollen, damit das alles bitte bitte schnell wiederkommt? Dass ich den ganzen Tag immer wieder zusammenzucke und nicht verstehe, wo denn die Mädchen sind? Und der türkisfarbene Pool mit der pinken Luftmatratze? Und die kleinen Echsen an der Wand? Und wieso kichert und quasselt hier niemand? Und dass ich immer so gegen fünf diesen Impuls habe, in die Küche zu gehen und Tomaten zu häuten für die Bruschetta um sieben? Ich fühle mich wie verwaist. Und das, obwohl ich nach zwölf Tagen Sehnsucht L. wiederhabe und Lili auch.

Was den Kinderwunsch betrifft, war nüschte los. Der hatte mal Pause, wie angekündigt. In den nächsten Tagen muss ich mir mit L. mal überlegen, wie wir uns das vorstellen: jetzt sofort den nächsten Versuch? Oder den Urlaub Ende August noch abwarten? Oder Schluss mit abwarten, durch da? Und wenn ja, spreche ich doch noch mal mit meiner Ärztin über einen Mittelweg – Stimulation ja, aber eben nur ein klitzekleines bisschen? Unter dem blauen Abendhimmel, mit Eiswürfeln im Getränk und meinen Lieblingsmädchen um mich herum war das alles so dermaßen weit weg, viel weiter als Hamburg-Mallorca, eher wie Hamburg-Beteigeuze.

Ich finde, ein Stammtischtermin wäre ein guter Start in die nächste Runde. Die Damen? Vorschläge, Bedenken, Blankozusagen?

Freitag, 15. April 2011

Heute verreisen wir mal nach Hamburg

Ich finde es ja schon schön und ein bisschen abenteuerlich, im Haus mal in einem anderen Zimmer zu schlafen. Zum Beispiel mit Erkältung im Gästezimmer, damit L. sich nicht ansteckt, auf einer Matratze im Wohnzimmer (direkt nach dem Einzug, als wir noch nüscht hatten, und neulich der frisch kastrierten Lili zur Gesellschaft, die noch nicht die Treppe ins Schlafzimmer hochkam). Als Kind fand ich es auch immer großartig, im Garten zu zelten. Das hier ist ähnlich, nur mit Mädchen! Und ohne Ohrenkneifer und ohne Taschenlampen! Vorhin habe ich meinen dicken Koffer mit Bettwäsche, Ausgehklamotte für zwei Tage und Bummelklamotte für einen von Hamburg nach Hamburg gebuckelt, denn für zwei Tage campieren wir in der Wohnung eines Mädchens, das leider schon viel zu lange und noch viel länger in einer anderen Stadt arbeiten und wohnen muss. Das Abenteuer hat sogar schon vor meiner Ankunft hier begonnen, denn die Mädchen aus Berlin hatten unterwegs einen Motorschaden, mussten mit dem ADAC irgendwohin fahren, einen Mietwagen nehmen. Das Abenteuer wird aber noch abenteuerlicher dadurch, dass nun eine der unordentlichsten Personen der Welt (ich) allein und unbeaufsichtigt in der Wohnung einer der ordentlichsten Personen der Welt (Exilmädchen) sitzt. Vor meinem (und vermutlich auch vor ihrem) inneren Auge läuft in Endlosschleife der Film "Das Bild hängt schief" von Loriot. Spannender wird es auch mit Ohrenkneifern und Taschenlampe nicht.
Liebes Exilmädchen, für dieses Problem gibt es nur eine Lösung: komm wieder! Bitte schnell! Sonst kann ich für nichts garantieren.

Donnerstag, 13. Januar 2011

Dieser Kinderwunschblog mutiert vorübergehend zum Wohnungswunschblog.

Ich erzähle euch nichts neues, wenn ich sage, ich finde, ich habe die beste Blogleserschaft der Welt. Wenn ich euch um Kommentare zu irgendwelchen Titelbildphantasien bitte, werde ich mit Kommentaren überschwemmt. Verliere ich ein Würmchen, bekomme ich virtuelle Umarmungen von wildfremden Menschen. Meide ich zwei Wochen lang den Rechner, als hätte er so was ekliges wie Endometriose, bleibt ihr mir trotzdem treu.
Darum traue ich mich jetzt einfach mal, euch schon wieder um was zu bitten.

Von den Mädchen war hier schon öfter die Rede. Kennt ihr, die Mädchen, oder?
Jetzt hat eine von ihnen ein Problem. Ein Riesenproblem sogar. Und das Problem ist auch noch Hauptmieter ihrer gemeinsamen Wohnung. Im Moment sitzt sie mit dem Problem in einem tropischen Paradies, wo sie eigentlich glücklich sein wollte. Jetzt ist sie leider sehr unglücklich, und wenn sie da endlich weg kommt, dann braucht sie am besten sofort eine neue Wohnung. Wenn irgendwer hier jemanden kennt, der jemanden kennt, dessen Cousine eine hübsche zwei-Zimmer-Wohnung in Berlin weiß, die entweder in Prenzlauer Berg oder Mitte (oder ähnlich dufte) liegt und die möglichst bald frei wird, dann bin ich für jeden Tipp dankbar. Noch dankbarer, als ich so schon bin, so nette Abkürzungsdamen als Leser zu haben.

Montag, 3. Januar 2011

Noch sechs Monate und drei Tage bis Sommer.

Eigentlich hab ich gar nichts gegen Winter, hatte ich jedenfalls bisher nie. Ich mochte Winter! Und zwar mit allem. Mit grauen, nasskalten Tagen, mit Schnee, mit Eis, mit allem. Aber das war, bevor ich in ein Haus von 1927 gezogen bin, in dem Winter ist wie 1927. Wenn es draußen kalt ist, ist es drinnen kalt. Mit dem Überziehen einer urigen Strickjacke ist es nicht getan, glaubt mir. Auch die angeblich zu Hitzewallungen führenden Hormonspritzen halten nicht, was sie versprechen, es ist alles ein Scheiß. Vor lauter Nackenmuskelverspannungen wegen der Kälte werden mir noch Muckis unter den Ohren wachsen, die ich da nicht haben will. Außerdem habe ich mich heute schon zweimal hingepackt, vor den Augen amüsierter Passanten. Spaziergänge mit dem Hund werden zu so etwas wie Wasserski.

Aber zum Glück habe ich jetzt einen Weg gefunden, den Winter trotzdem zu mögen: ich weiß, dass irgendwo da draußen eine Entschädigung wartet. Genauer gesagt, Anfang Juli. Jetzt, vor wenigen Minuten, habe ich den Sommerurlaub auf der Finca eingetütet. Und plötzlich ist das alles gar nicht mehr schlimm.

Freitag, 29. Oktober 2010

Nüsschen im Ofen, Schisschen im Hirn

Mein Koffer ist gepackt, der Mitbringkuchen ist im Ofen, und ich könnte mich jetzt eigentlich voll und ganz der Aufgabe widmen, vor Vorfreude zu explodieren, dass gleich, ganz ganz bald, der Startschuss fällt für das Mädchenwochenende in Berlin. Becci ist umgezogen, hat jetzt eine fabelhafte Wohnung unterm Dach, sie hat den Kühlschrank vollgepackt, und die nächsten zwei Tage werden großartig. Das einzige, das mich im Moment daran hindert, das glücklichste Abkürzungsfräulein der Welt zu sein, ist mein Auftrag. Ich habe nämlich einen unfassbar dicken Auftrag. Und eigentlich habe ich den schon ziemlich lange. Gestern Abend habe ich einen wichtigen Teil davon fertig geschrieben und rausgeschickt zusammen mit der Bitte, mit doch mal zu sagen, wann der Rest spätestens fertig sein muss. Bis jetzt habe ich noch keine Antwort. Das ist ein ganz gutes Beispiel dafür, wie dämlich ich bin: andere würden sich sagen, na gut, dann wohl jedenfalls nicht heute oder morgen. Ich dagegen klicke alle zehn Minuten auf den Email-Empfangen-Knopf und bin mir sicher, dass in dem Moment, in dem ich zur Tür rauswill, die Email erscheint, in der steht, bis heute 19 Uhr muss das alles fix und fertig sein. Das würde natürlich nicht dazu führen, dass ich zuhause bleibe. Aber es würde bedeuten, dass ich während diesen ganzen großartigen Wochenendes alle zwanzig Minuten denke "Au backe, der Auftrag, blöde Flora, schlampige Flora, zu Recht demnächst wieder joblose Flora".

So. Und nun atmen wir mal tief durch und sprechen uns selbst nach: es ist Freitag, der Arbeitstag hat vor sechs Stunden begonnen, wenn irgend eine Art von Notstand ausgebrochen wäre, dann wüsstest du das inzwischen. Dieses Wochenende wird großartig, viel zu großartig, um sich auch nur eine Sekunde davon mit Jobscheiß zu vermiesen. (Es reicht nämlich gerade, dass ich tatsächlich JETZT meine Tage habe. Und das, wo ich sie zuletzt... Moment... im Januar hatte, so weit ich mich erinnere, und es in diesem Jahr nur wenige Gelegenheiten gegeben hätte, wo sie so ungelegen gekommen wären. Aber gut.)

Ich wünsche allen Abkürzungsdamen ein fabelhaftes Wochenende, auch wenn ich leider sagen muss, so fabelhaft wie meins wird es auf gar keinen Fall werden. Kann gar nicht.

Montag, 12. Juli 2010

Uns bleibt immer noch Paris

So viele bescheuerte, glamouröse und großartige Fotos sind vermutlich selten an einem Wochenende entstanden. Und ich hab kein einziges davon gemacht. Ich war viel zu beschäftigt damit, Rosé zu trinken, eine Was-Solls-Zigarette nach der anderen zu rauchen, in die Luft zu gucken, den unfassbar schönen Menschen nachzustarren und den Spaß des Jahrhunderts zu haben. So viel Gekicher war schon lange nicht mehr.

Die Mädchen haben ja alle einen Beruf. So ist es nicht. Sie haben sogar in den meisten Fällen einen Beruf und hätten noch einen in der Hinterhand - irgend etwas, was sie bisher unbezahlt wirklich großartig machen und wofür sie sicher jemand mit Gold aufwiegen würde, wenn sie es nicht eben einfach so und ganz umsonst machen würden. Ich beackere sie ständig, aus der Hinterhand-Sache ihren richtigen Beruf zu machen. Aber jetzt, wo ich hier sitze, überlege ich mir: da draußen sitzen doch wir tausenden von unfruchtbaren Pärchen. Viele von uns geben unfassbar viel Geld für Behandlungen, andere Behandlungen und dann noch ganz andere Behandlungen aus. Ganz zu schweigen, wie viel für den Umstieg von Normal auf Bio und Frustkäufe draufgeht. Was, wenn die Mädchen sich zusammentäten und in Zukunft professionell mit Abkürzungsdamen in großartige Städte verreisen würden, damit unsereins mal rauskommt aus dem ganzen Schlamassel? Das machen sie nämlich wirklich wunderbar.

Ich war jedenfalls in Paris, und was die Myome und verstopften Eileiter in der Zwischenzeit gemacht haben, kann ich nicht sagen. Ich glaube, die waren woanders, vermutlich in Frankfurt oder so.

Montag, 19. April 2010

Weißer Montag

Wenn diese Woche eine Farbe hätte, wäre sie weiß. Ich werde diese Woche alles richtig machen, sie wird frisch und sauber werden wie ein mit geerbtem Leinen bezogenes Bett. Kein Alkohol für Flora diese Woche! Und wenn doch, dann nur ein Gläschen gesitteter Wein! Gesundes, gutes Essen, Ordnung, Konzentration. Konzentration ist gut, denn ich werde ordentlich zu tun haben. Der Auftrag kommt jetzt endlich richtig in Gang, nachdem der Auftraggeber das gut so findet, was ich gemacht habe. Das heißt, ich habe jetzt noch insgesamt acht Arbeitstage plus Wochenende Zeit, alles hinzukriegen, womit ich in den letzten zweieinhalb Wochen noch nicht so richtig loslegen konnte. Und das werde ich tun, von morgens bis abends, unterbrochen nur von einem kleinen Schlenker durchs Viertel, um was zu Essen zu organisieren. Ich werde meinen Rechner nur verlassen, um die Post aus dem Kasten und die Wäsche von der Leine zu nehmen, ab und zu den niedlichen neuen Glaskrug mit Zitronenscheiben und Wasser zu füllen, und um mir hin und wieder ein Möhrchen zu schälen. (Hat hier eine Erfahrung damit, ob geschälte Möhrchen an den Händen dazu führen, dass die hübsche weiße Mac-Tastatur sich orange verfärbt?) Und Abends gehe ich dann zum Sport. Ihr seht, mein Leben in den nächsten Tagen wird so verrucht laufen, als wäre ich amerikanische Senatorengattin kurz vor der Wahl.

Ganz anders dagegen gestaltete sich das Wochenende mit dem Mädchen aus Berlin und Hamburg. Auch, wenn leider ein Mädchen fehlte, war das rundum fein und großartig, und wir haben uns alle so verausgabt, so wenig geschlafen und so viel fettigen Kram in uns reingestopft, dass ich gestern ab und zu das Gefühl hatte, gleich kriege ich einen Schlaganfall. Wir waren tanzen (mit einer unheimlichen Begegnung aus meiner Vergangenheit, zum Glück nicht aus meinem Liebesleben vor L., drei Kreuze) bis die Füße glühten, wir haben Geburtstag gefeiert, wir waren bummeln, die Mädchen haben endlich das Haus zu sehen gekriegt und sind begeistert. Sie finden, wir beide passen perfekt da rein, sie belegen jetzt schon den Dachboden als Gästezimmer mit Beschlag und sie können es kaum abwarten, bis wir endlich da wohnen und sie alle zu Besuch kommen. Und erst, als sie das gesagt haben, habe ich gemerkt, wie wichtig mir das war, dass es ihnen auch gefällt. Jetzt sind sie wieder weg, jedenfalls die Berlinerinnen, aber sie kommen wieder, irgendwann vielleicht sogar wieder richtig und ganz und für immer. Das wäre schön.

(Und fragt mich bloß nicht nach dem Geheimprojekt. Ich gehe täglich zum Briefkasten, und je nachdem, wann ich eine bestimmte Sache darin finde, kann ich euch auch mehr erzählen. Aber bis dahin eben noch nicht. So. Die Post kommt um zwei.)

Donnerstag, 15. April 2010

Kleiner Post ins Blaue

Heute habe ich im neuen Haus das zukünftige Schlafzimmer und das Zimmer daneben gewischt, damit wir zwei alte Matratzen da hinpacken konnten. Wir haben immer noch keine Nacht da geschlafen, und wenn wir es täten, wäre das schon ein kleines Abenteuer. Ich bin gespannt, ob es spukt. In irgend einem Astrid-Lindgren-Buch stand mal, wenn man vor der ersten Nacht im neuen Haus die Fenster zählt, dann träumt man, wen man mal heiratet. Gut, das weiß ich ja nun schon. Könnte ich nicht stattdessen träumen, ob das irgendwann mal klappt mit den Abkürzungen? In meiner Klinik hängt ein Kalender, auf den sie jedes mal ein kleines rotes Herz kleben, wenn ein Baby geboren wird, zu dem sie etwas beigetragen haben. Der Kalender sieht proppenvoll aus. Da muss doch auch noch Platz für uns sein?

Ach je. Heute hab ich für den Hund sein komisches Spielzeug geworfen, das aus orangefarbenem Hartgummi ist und so gut riecht, dass ich am liebsten selbst hinterherrennen und reinbeißen würde, und hab mir dabei gedacht: das Leben war auf jeden Fall unkomplizierter ohne Hund. Ich habe, seitdem Lili bei uns ist, keinen einzigen Morgen mehr so lange schlafen können, wie ich gerne geschlafen hätte. Das hat sich für den Alltag ziemlich schnell eingependelt, und ich freu mich inzwischen, wenn ich am Rechner sitze, sehe, dass es noch nicht zehn Uhr ist, und ich habe schon einen ziemlich dicken Teil von dem geschafft, was ich heute unbedingt tun muss. (Ihr werdet jetzt sagen, was sind das denn für popelige, low-achiever To Do-Listen? Sind sie gar nicht! Aber ihr ahnt nicht, um welche Zeit das Tier sich erhebt.) An den Wochenenden war es auch manchmal hart. Ich hatte z.B. einen Höllentag, als die Berliner Mädchen zuletzt hier waren, L. morgens zum Tischtennis abgerückt ist und wir in der Nacht davor einen herrlichen Schanzenbummel hatten. Ich stand graugrün auf der vereisten Wiese und hätte heulen können, so ein Elend war das. Aber dieses Wochenende - dieses Wochenende haben wir Hundefrei. Der Hund fährt mit L.s Mutter in die Heide, bis Sonntag Abend ist sie weg, und die Mädchen kommen zu Besuch, und wir campieren zwei großartige Tage lang bei einem Mädchen und haben es rundum gut.

Und dann dachte ich mir: das gilt vermutlich für die meisten richtig tollen Dinge, dass sie das Leben erst mal komplizierter machen. Zum Beispiel L.: ich bin jeden Tag dankbar und glücklich, dass ich L. habe, denn da hab ich wirklich schon ganz anderes erlebt. Aber trotzdem war das Leben als Single irgendwie unkomplizierter. Mit dem Hund ist es das Gleiche. Und für einen richtig tollen Job (oder auch nur Auftrag) gilt das auch. Von Kindern wollen wir gar nicht reden. Bis ein Kind so weit wäre, dass ich es mit Oma in die Heide fahren lassen könnte, werde ich vermutlich ganz andere Sachen zu überstehen haben als kalte Füße und grünen Kopf auf einer eisigen Wiese.

Ich sitze auf dem Balkon, Lili zerpflückt eine olle Fußmatte, die wir extra zu diesem Zweck aufgehoben haben, und ich freu mich wie besengt, dass mein Leben zwar in den letzten Monaten komplizierter geworden ist, aber jetzt zwei Tage kommen, die phantastisch einfach werden. Und ich frage mich, wohin genau dieser Post eigentlich führen sollte? Aber jetzt klingelt der Küchenwecker, und der sagt mir, dass ich mir leider nicht weiter den Kopf zerbrechen kann über Posts und ihre Ziele, sondern mit der Bollo fürs Wochenende weitermachen muss. (Ihr denkt vielleicht inzwischen, ich kann nichts anderes als Bollo. Aber das stimmt nicht, Schuld sind die Mädchen, die immer nur das gleiche essen wollen! Eine Weile lang bedeutete Mädchenwochenende immer, dass ich ein Huhn mit einer Zitrone im Po zu machen hatte. Ich träumte von Filet Wellington, von Gulasch, von Coq au vin, aber sie wollten das mit der Zitrone. Jetzt wollen sie gerade immer nur Bollo. Ihr könnt sagen, was ihr wollt, ich habe manchmal das Gefühl, dank Mädchen, Hund und L. bin ich eigentlich auch ohne Elternseminar ganz gut vorbereitet auf die vier Kinder, die ich dank Abkürzungen demnächst sicher ganz bestimmt bekomme.)

Sonntag, 7. Februar 2010

Fass die Satinbettwäsche

Das erste Mädchenwochenende mit einem pelzigen Mädchen mehr und einem nicht so pelzigen Mädchen weniger trödelt langsam und gemütlich auf sein Ende zu. Während ich schreibe, machen die Damen sich ausgehfertig (es steht ein Besuch auf dem Land an) und Lili zerlegt unter allgemeinem Beifall die Denver Clan-artige Satinbettwäsche, von der L. sich immer nicht trennen will, egal wie doll ich bettele.
Gestern war ein ganz elender Tag, nach einem furiosen Hamburg-Comeback der Berliner Mädchen in verschiedenen Bars (muss ich mal in Ruhe schreiben. Wir sind beinahe in eine Schlägerei verwickelt worden - nicht unsere Schuld! Und das war erst der Anfang!) war gestern der Tag, wo ich mein geschundenes Körperchen ca. 14 mal mit Lili raus auf die spiegelglatte, völlig vereiste Wiese schleppen musste, um dort dann zu stehen und zu versuchen, den Hund durch Telepathie zu möglichst schnellem Pischi zu bewegen. Harrrrgh. Kleine Hunde sind (vermutlich genau wie kleine Kinder) eine 1A Suchttherapie, jeder Kater wird noch viel übler und bösartiger, wenn währenddessen so ein niedliches pelziges Ding um einen rumspringt und spielen und schnuffeln und Pipi machen will. Heute ist besser, viel besser sogar. Und gerade wird mir klar, dass das angesichts des anlaufenden Kryo-Countdowns vermutlich für lange Zeit der letzte quietschbunte Abend und der letzte graue Tag danach waren, denn bis dahin steht kein Geburtstag und kein Besuch mehr an, und Mitte März ist dann wieder Fenchel-Anis-Kümmelteezeit.
Schön war das. Mädchen sind was feines, hab ich das schon erwähnt? Ich hoffe, es werden zwei Mädchen.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Floras fünf Stufen der Offenheit (oder wahlweise Peinlichkeit)

Wo wir schon beim Thema Peinlichkeit sind: gerade steht ein Ereignis ins Haus (nein, zum Kuckuck, ich bin immer noch nicht schwanger), das es vielleicht erfordern könnte, meinen Eltern von meinem Blog zu erzählen. Und das wäre wirklich hart. (Denke ich jetzt. Aber vermutlich würden sie mich wieder mal damit verblüffen, dass sie viel entspannter sind als gedacht.) Ich stelle wieder mal fest, dass dieser ganze Batzen an Geheimnissen, Diskretion und Peinlichkeit, den wir da mit uns rumschleppen, sich leichter bearbeiten lässt, wenn man die Peinlichkeit (oder Offenheit) in mehrere Stufen einteilt. Also: nur wenige dürfen alles wissen, aber viele dürfen einiges wissen. Das fällt mir leichter, als vollkommen die Klappe zu halten (und ihr könnt bestätigen, dass das nicht meine Stärke ist) oder wahlweise gleich BLAMM! den ganzen Hormonklops auf den Tisch zu packen.

Bei mir wissen z.B. Kollegen (Ex-Kollegen inzwischen), mit denen ich ein gutes Verhältnis hatte, darüber Bescheid, dass ich "normalerweise" keine Kinder bekommen kann. Damit habe ich irgendwann versucht, mich vor dauernden Fragen zu schützen und davor, mir den halben Tag die Kindergartenprobleme von Klein-Lieschen anzuhören. Alles andere wissen sie nicht.

Meine Freunde (und die von L.) wissen so gut wie alle, dass ich schwanger war, dass das nicht leicht war und dass ich eine Fehlgeburt hatte.

Meine richtig engen Freunde wissen, dass ich eine Kinderwunschbehandlung mache. Das wissen auch meine Eltern und der Rest der Familie samt 84jähriger Oma. Kann sein, dass sie das komisch oder seltsam findet, aber wir warten mal ab, ob sie auch meckert, wenn sie eines Tages ein Urenkelchen auf dem Arm hält.

Aber auf dringenden Wunsch von L., der sich Sorgen um meine seelische Gesundheit macht, werde ich vor dem nächsten Versuch nur den allerengsten Mädchenkreis davon informieren, dass "die Dinger" jetzt drin sind, Projekt X läuft und wir gespannt auf den Test warten. Denen muss ich es erstens sagen, weil darum, und zweitens würden sie es sowieso merken, wenn ich bei Zigaretten und Alkohol dankend abwinke. L. meint, dass es auch den stärksten Ochsen umhaut, wenn irgendwann täglich sechs Leute am Telefon fragen, wann wir denn nun endlich auf die Schwangerschaft anstoßen können und mir versichern, dass sie "ein GANZ GUTES GEFÜHL" haben diesmal. Da hat er vielleicht ja Recht.

Und was genau die Begleiterscheinungen dieser ganzen Sache hier sind - die, die man sehen kann, und die, die man nicht so sieht - das wissen ebenfalls wirklich nur L., die engsten Mädchen und ihr.

Ich weiß, das ist jetzt kein System, für das sich McKinsey auf die Schulter klopfen würde. Aber es funktioniert bisher.

Mittwoch, 23. September 2009

Die Sendepause ist hiermit beendet

Seitdem mein altes Lieblings-Nerd-WLAN-Café unbekannt verzogen ist, in dem es diese unfassbar leckeren Süppchen und irre viele Steckdosen gab, bin ich auf die dusselige Campus-Suite angewiesen, wenn ich in meinem Viertel außer Haus bloggen will. Die Musik ist wie zuletzt auf meiner Abi-Party (war das gerade Snap?), und eine Steckdose ist auch weit und breit nicht in Sicht, ich hoffe also schwer, ich schaffe den Post überhaupt noch, bevor der Strom weg ist, denn wir werden alle nicht jünger, und ein Menschenjahr sind achtzig Laptop-Akku-Jahre.

Also schnell - schnell: Das Wochenende war herrlich und dauerte bis Dienstag, es gab Hochzeitsfotos, die so schön waren, dass wir sie fünf mal ansehen mussten, geraucht habe ich auch, und weil bei mir das schlechte Gewissen schon bei EINER Fluppe zwickt, ist es dann auch schon egal, ob es gleich drei Schachteln sind. Allerdings verteilt auf vier Tage. Genau genommen waren es sogar vier Schachteln. Und weil das am meisten rauchende Mädchen mit nach Hamburg gekommen ist und wir noch jede Menge vorhaben diese Woche, wird es dabei wohl auch nicht bleiben. Der Rauch-Urlaub verlängert sich also bis nächsten Dienstag. Und L. scheint diesmal ganz gut damit leben zu können. Genau wie mein launischer Unterleib, der diesmal in vier Tagen nur zwei mal gezwickt hat.

Von meiner Blutgerinnung immer noch nichts Neues. Auch sonst IVF-mäßig tote Hose (immer noch besser als rote Hose, finde ich inzwischen). Davon abgesehen, dass ich gestern zufällig in einen Beitrag reingeraten bin über ein Paar, das nach dem ersten Versuch eine frühe Fehlgeburt hatte. Die beiden haben offensichtlich gelitten wie die Hunde, und zwar nicht nur wochenlang, sondern monatelang. Wieder mal dachte ich, es gibt eine Menge, wofür man dankbar sein kann. Ich hoffe nur, ihr versteht das hier nicht falsch, wenn ich so oft betone, wie gut es uns inzwischen wieder geht. Ich glaube auf gar keinen Fall, dass wir in irgend einer Weise tapferer, ausgeglichener oder sonstwas sind als andere Leute. Wir haben einfach Glück gehabt. Mich haben auch schon Ereignisse vollkommen aus der Bahn geworfen, die für andere mit zwei Heul-Telefonaten und einer wütenden SMS erledigt gewesen wären, und zwar viel länger, als ich jemals befürchtet hätte. Wieder mal dachte ich mir: es erwischt einen so, wie es einen erwischt. Und wenn es ganz schlimm kommt, dann ist das letzte, was man brauchen kann, jemand anderes, der dir erzählt, wie supi-dupi er das an deiner Stelle wegstecken würde.

Freitag, 18. September 2009

Nur damit ihr versteht, warum die Hysterie wegen dieses Mädchenwochenendes so groß ist.

Die Mädchen, die hier übrigens vermutlich namentlich lieber nicht auftauchen wollen (und das, obwohl Unfruchtbarkeit nachweislich NICHT ansteckend ist), also das sind die, die dafür gesorgt haben, dass ich mich hier in Hamburg so wohl fühle wie sonst in keiner Stadt vorher und vermutlich auch nachher. Die Mädchen sind die, die in den Jahren vor L. dafür gesorgt haben, dass ich in den richtigen Momenten sagen konnte "Scheiß auf den Mistkerl" und es genau so meinen konnte. Und die trotzdem meinen Strubbelkopf getätschelt haben und den Korkenzieher griffbereit und das Telefon außer Reichweite gehalten haben, wenn ich zwei Tage später wieder ein Häufchen Elend war. Die Mädchen sind die, für die ich mich mit Kusshand auch vier Stunden lang in die Küche stellen würde, sie können ja am Herd angeblich leider nüschte, die Ärmsten (und es kommt noch dazu, dass sie teilweise GERNE hinter MIR HERRÄUMEN! Das muss man sich mal vorstellen! Und ihr ahnt nicht, was für eine Sauerei ich beim Kochen anrichte), auch wenn ich drauf bestehe, dass sie es eben doch könnten, wenn sie wollten. Die können nämlich alles, wenn sie wollen.

Die Mädchen sind außerdem die, die mich auf meiner Hochzeit per Film zwangsgeoutet haben als eine, die ab zwei Gläsern Wein in irgendwas Glitzerndem auf dem Tisch steht, in die Hände klatscht und laut Azzurro singt oder Schlimmeres, wo ich doch immer einen Riesenschiss davor hatte, meine Familie könnte irgendwann mitkriegen, dass ich meine Samstagabende nicht immer mit einem guten Buch zubringe und auch ansonsten nicht in allen Lebenslagen für Zurückhaltung bin. Damit haben mir die Mädchen mit Sicherheit SCHON WIEDER den größten denkbaren Gefallen getan. Und dieses Wochenende treffen wir uns zum ersten Mal seit dieser Hochzeit alle wieder, denn leider leider wohnen zwei der Mädchen inzwischen in Berlin, was zwar an sich ganz fabelhaft ist, aber leider kein Vorort von Hamburg. Und wir hatten alle ein bisschen Heimweh nacheinander in den letzten Wochen.

Was soll ich sagen? Weiber halt.

Mittwoch, 16. September 2009

Große Ereignisse werfen ihr Geschnatter voraus

Das Mädchenwochenende ist nicht nur gerettet, sondern schon jetzt steht fest, dass uns ein einzigartiges Festival der Hysterie und der blubbernden Getränke bevorsteht. Nicht nur, dass eins der Mädchen verdientermaßen, verdientermaßen einen tollen Job an Land gezogen hat, sondern ich reise zum ersten Mal seit Jahren mit einem echten, erwachsenen Waschbeutel statt einer Plastiktüte an. Den Waschbeutel gab es in einem uralten Wäschegeschäft in Siena, und ich bin sehr zufrieden. (Ein sehr peinlicher Plastiktütenmoment war z.B., als ich mit Firmenchef und Firmenvizechef einmal über Nacht zum Kunden fliegen musste, und weil wir Damen ja immer drei Liter Kosmetik benötigen, habe ich mein Gepäck eingecheckt, was an sich die Herren schon genervt hat, und dann standen wir zu dritt am Gepäckband, und meine Knautschtasche kommt endlich angezockelt, und mir bricht der Schweiß aus, denn in meinem Waschzeugtohuwabohu ist die elektrische Zahnbürste angegegangen, und nun brummt und vibriert die ganze Tasche. Ich dachte, ich rette die Situation, in dem ich sofort laut rufe "Oooooh, meine ZAaaaaahnbürrrrste!" und die Tasche an Ort und Stelle öffne, um das Ding auszuschalten, aber dadurch muss ich nun vor den Augen zweier hochnäsiger Bosse meine Penny-Tüte voller Duschzeug durchkramen, und ich wette, sie haben trotzdem hinterher überall rumerzählt, wie das war, als Floras Vibrator versehentlich angegangen war. Mit meinem neuen, ordentlichen Waschbeutel wird sowas nicht mehr passieren, uff.

Und eines Tages, wenn ich mal denke, ihr habt eine Aufmunterung bitter nötig, dann erzähle ich Euch einige der allerpeinlichsten Erlebnisse meines ganzen Lebens. Das hier war keins davon. Das hier war vermutlich noch nicht mal Top 50.

Statistik: Null Zigaretten, ein sehr leckeres Abendessen, bei dem alles gut war, sogar der Hund am Nachbartisch war wie eigens für mich gecastet (nicht, dass ihr inzwischen denkt, ich wäre eine von denen, die stolz darauf sind, grundsätzlich schimpfend aus dem Restaurant zu gehen, eigentlich bin ich ganz einfach glücklich zu machen.), weiterhin ein fabelhaftes Geheimnis, Blut und Schmerzen leider auch, aber alles noch im Rahmen (und ab morgen früh hoffentlich ein für allemal geklärt), Streit mit L.: einer, aber niedlich und auch schon wieder aus der Welt. Es ging darum, dass ich hier diejenige bin, die den halben Tag am Rechner hängt, außerdem die mit dem Blog und die mit dem Ersatzladegerät direkt am Bett, damit sie ihren Rechner nur umzustöpseln braucht, die mit einer wii und einer DS, und ausgerechnet ich Supernerd komme auf die Idee, L.s neues Traum-Fahrrad als "zu nerdig" zu beschimpfen. "Dann kauf dir doch gleich einen Helm und Fahrradklammern." Der Arme hat es nicht leicht.

Sonntag, 6. September 2009

Mit der Heulerei muss jetzt aber ein für allemal Schluss sein

Gerade habe ich mit meiner Mutter telefoniert und sie gefragt, wie es meinem Bruder auf der Hochzeit gefallen hat. So genau kann man das nicht einschätzen bei ihm, denn zwar hat er ziemlich viel Zeit damit verbracht, für sich irgendwo zu stehen und Löcher in die Luft zu gucken, aber das macht er häufig, man weiß also nicht, ob das ein mieses oder gutes Zeichen ist oder überhaupt ein Zeichen irgendeiner Art. Und sie hat gesagt, es hat ihm sehr gut gefallen, aber er ist ins Nachdenken gekommen. Denn als er gesehen hat, was ich für gute und nette Freunde habe, hat er das mit seinen Freunden verglichen, und die haben dabei nicht gut abgeschnitten, und er hat sich plötzlich sehr einsam gefühlt. Und er hat die ganze Heimfahrt über darüber nachgegrübelt und laut überlegt, dass sich jetzt etwas ändern muss und dass es schön wäre, wenn er irgendwann auch so etwas findet.

Und ich könnte schon wieder heulen. Ätzend, diese Heulerei. Um der ätzenden Heulerei aus dem Weg zu gehen, werde ich gleich Lippenstift auftragen (rot oder pink?) und ein bisschen Puder aus der Wunderpuderdose, und dann zieh ich die Schuhe an und gehe ins Kino in einen Jungsfilm, in dem es mit Sicherheit nichts zu heulen gibt. Und zwar allein. Denn wenn man weiß, dass man so fabelhafte Freunde hat (auch, wenn sie gerade leider alle in Berlin oder sonstwo festsitzen), dann kann man auch ruhig allein ins Kino gehen, ohne sich auch nur das kleinste bisschen blöde oder einsam zu fühlen.

Montag, 24. August 2009

Hab ich ein Glück.

Zurück vom vermutlich schönsten Wochenende meines Lebens habe ich bestimmt hundert Gründe, vor Dankbarkeit fast zu platzen:
Dafür, dass ich scheinbar von den nettesten, besten und liebsten Menschen der Welt förmlich umzingelt bin.
Dafür, dass meine Freunde wissen, dass sie mich manchmal zu meinem Glück zwingen müssen.
Dafür, dass ich L. habe, der für sich genommen schon mindestens hundert Gründe für Dankbarkeit liefert.
Dafür, dass mir trotz Tanzmarathon bisher nicht die Eingeweide aus meinem lädierten Unterleib gefallen sind, obwohl es sich gestern Abend so angefühlt hat.
Dafür, dass meine Füße bestimmt bis heute Abend wieder ihre normale Größe und Form angenommen haben.
Dafür, dass meine Familie mich auch dann noch liebt, wenn ich mich vor ihren Augen in eine Art Castingshowteilnehmer auf Speed verwandele.
Dafür, dass es solche Abende gibt, an denen man literweise blubbernde Getränke trinken kann, und trotzdem wird alles immer schöner und nicht immer schlimmer.
Dafür, dass Adrenalin mich an die Hand genommen hat und mich durch zwei Tage Schlafentzug, Mörderstress, Kater und Herzklopfen bis kurz vorm Infarkt sicher bis nach Hause gebracht hat.
Dafür, dass uns das Beste noch bevorsteht: Flitterwochen in Italien, nach Hause kommen und einfach nur in Frieden verheiratet sein, und dann irgendwann wieder schwanger werden und ein Kind bekommen.
Dafür, dass das inzwischen schon drei Monate anhaltende Sexverbot morgen beendet ist. (Genauer gesagt ging ein Verbot immer nahtlos in das nächste über: erst hatte L. Sexverbot vor der Punktion, dann ich danach bis zum Test, dann sollten wir „nur für alle Fälle und zur Sicherheit“ noch warten, und dann ging es auch schon los mit dem alten Blut, dann war die Fehlgeburt und die Ausschabung, und nun bin ich gespannt, ob meinen Ärzten noch ein Grund einfällt, um das Verbot weiter zu verlängern. Hm? Na kommt, konzentriert euch, da geht doch noch was?)
Dafür, dass ich zur nächsten Hochzeit nur noch was Hübsches zum Anziehen brauche und dick und bräsig zugucken darf, wie andere vor Aufregung fast durchdrehen.
Dafür, dass niemand auf der ganzen Feier auf die Idee gekommen ist, mich wegen der Fehlgeburt zu bemitleiden.
Dafür, dass ich immer noch mit kleinen Kindern spielen kann, ohne mich ungerecht behandelt zu fühlen. Das ist bestimmt nicht mein Verdienst, sondern einfach nur großes Glück.
Dafür, dass mir zwar in den letzten zwei Tagen vor der OP plötzlich und wie zum Hohn doch noch ein Babybauch gewachsen ist, aber dass ich trotzdem in mein Kleid gepasst habe.
Dafür, dass ich mit 36 feststelle, dass ich noch nie solche Freunde hatte wie jetzt.

Sonntag, 2. August 2009

Vertrau pink, vergiss Fluppen

Vorgestern habe ich gelesen, dass Übelkeit ein Zeichen dafür sein soll, dass man ein Mädchen bekommt. Und wir wollen ein Mädchen. Besonders L. will ein Mädchen. Ein kleines, süßes Rosinchen, dem man auf einem rosa Fahrrad das Radfahren beibringt. Und nun war mir bisher noch so gut wie gar nicht schlecht. Schöner Mist. Und heute morgen wache ich auf und denke, was ist DAS denn?
Bisher habe ich noch nicht gespuckt, auch nicht beinahe, aber es fühlt sich fast an, als wäre es eine Erleichterung, es doch zu tun. Wie nach einer richtig schlimmen Party (denkt Silvester, Karneval, sowas) aufzuwachen und erst kurz zu denken, man wäre davongekommen, aber dann macht man die Augen auf und ahnt langsam, dass man leider überhaupt sowas von garnicht davongekommen ist, nicht die Spur, und in wenigen Minuten wird man genau wissen, welche Sorte Tag das wird.

Dabei bin ich unschuldig. Ja, gestern war mein Junggesellinnenabschied, und ja, es gab ganz viele Flaschen pinken Prosecco und unzählige Fluppen, aber nicht für mich! Für mich gab es dafür Überraschungsmädchen, die tapfer in all meinen schlechtesten Modescherzen aufgelaufen waren, Lampions, pinke Glitzerluftschlangen, Butter-Lindner-Schweinereien im Gegenwert eines Kleinwagens, Kuchen, Wunderkerzen und wieder mal das Gefühl, dass es schön ist, ein Mädchen zu sein. Mädchen sind was Tolles. Besonders meine. Da sitzen sie mit ihrem Nagellack und ihrem Gekicher und sind einfach großartig. Statt durch die Bars zu ziehen und Jungs in Alarmbereitschaft zu versetzen, lungern sie jetzt das ganze lange Wochenende um mich herum, schieben mir Kissen unter und hören sich auch zum 70sten Mal an, wie das war, als da plötzlich doch ein Herzschlag war und wieso ich mich vor vegetarischem Sushi fürchte. "Mach dir keine Sorgen, wenn L. das nicht packen sollte, wir holen das Würmchen raus." Das glaube ich euch aufs Wort.

Würmchen, kannst du dich aber freuen, dass du jetzt vielleicht doch ein Mädchen wirst!

Und nun geh ich und mach den letzten Strich im zweiten Monat an die Tafel. Ab morgen bin ich im Dritten. Habe ich jetzt jedenfalls entschieden. Meine letzte Periode war am 8.6., mein Geburtstermin ist am 15.3. (mein GEBURTStermin. Also scheinbar geht diese Tabelle wirklich davon aus, dass ich eines Tages im März in L.s Auto sitzen werde, eine Plastikplane unterm Po, falls die Fruchtblase platzt, und wir mit 90 Sachen zum Krankenhaus donnern werden. Gut, Tabelle, wenn du meinst...), und es ist mir egal, was die fremden Ärzte an dem traurigen Samstag, an dem die Bluterei losging, von anderen Wochen bei In Vitro gesagt haben. Mein Arzt sagt, ich bin so weit, wie ich sein soll, und damit bin ich ab morgen in der neunten Woche. Hörst du, Würmchen? Wir sind versetzt! Und dabei sah es eine Weile lang gar nicht so aus, oder?

Freitag, 31. Juli 2009

Setzt euch doch, wollt ihr Kuchen?

Gerade gehe ich auf den Blog und frage mich: was ist denn HIER schon wieder los? Woher kommen all die Leute und Kommentare? Und dann sehe ich: schon wieder ist wunschkinder.net dran Schuld, genau wie beim ersten Mal, und ich freu mir ein Loch in den Bauch, dass ihr alle hier seid. Übrigens muss sich der Wunschkinder-Mann keine Sorgen machen, ich bin sehr geschmeichelt darüber, dass es ihm fast ein bisschen leid tut, dass ich nun auf die (Gähn) schwangere Seite gewechselt bin. Ich bin ganz gerührt über die vielen netten Kommentare, und ich wünsche natürlich allen, die gerade in irgendeinem Abkürzungs-Zyklus-Dings stecken, dass alles fluppt und gut ausgeht, dass ihr es schafft, durch diesen Sturm sauber durchzusteuern, und dass ihr auch bald auf der langweiligen schwangeren Seite ankommt. Und denen, bei denen es schon geklappt hat, wünsche ich natürlich, dass es auch wirklich langweilig wird in den nächsten Wochen, STINKlangweilig sogar, ohne Katastrophen in der Unterhose und mit Arztterminen, die ein einziger Spaziergang sind.
Und dann sind da noch die, die sich inzwischen entschieden haben, es jetzt gut sein zu lassen. Denen wünsche ich, dass sie nie vergessen, warum sie sich so entschieden haben, und dass das Leben ihnen jede Menge von den Dingen bringt, die ihnen klarmachen, dass sie es richtig gemacht haben.

Hapüh. Genug Rührseligkeit verbreitet.

Gestern waren die Mädchen zu Besuch und haben meinen „Ich kann doch nicht den ganzen Tag hier rumliegen, verdammt noch mal, eine Stunde in der Küche wird erlaubt sein, wer bin ich denn“-selbstgebackenen Kuchen gegessen, und ich hab ihnen das Bild vom Würmchen gezeigt. Tiefe Ratlosigkeit. „Aha. Und wo siehst du da jetzt den Kopf?“ Eine hielt sogar die kleinen Striche, mit denen der Arzt die Länge markiert hat, für die Beinchen. Ist es zu fassen? Erst dachte ich, die Mädchen sind eben ein bisschen blöd, geahnt habe ich es schon immer. Aber dann ist mir klar geworden, dass es längst zu spät ist und ich eine von denen bin. Eine von den verstrahlten Schwangeren. In den letzten Tagen hat man aus meinem Mund sogar solche Sätze gehört wie „Ach, auf Alkohol habe ich gerade irgendwie gar keine Lust“ und „Huah, schon elf? Gute Nacht!“
Und dann gehe ich ins Bett und lese einem 6,5 mm großen undefinierbaren Dings, das für menschliche Sprache so empfänglich ist wie ein Rosenkohl, eine Geschichte vor.

Ekelhaft. Das ist einfach nur widerlich.