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Dienstag, 25. März 2014

Piep. Piep. Piep. Piep.

Eine Fruchtblase. Mit Inhalt. Und Herzschlag.

Um es lang zu sagen

Sollte einer meiner Auftraggeber diesen Post lesen und sich sagen, Fräuleinchen, nicht während der bezahlten Arbeitszeit, dann habe ich zu meiner Verteidigung zu sagen: 1. bin ich heute so durch den Wind, dass es sowieso unverantwortlich wäre, in dieser Stimmung generierte Ideen auf Kunden loszulassen, 2. habe ich gerade die Runde durch alle Beraterbüros gedreht und gefragt, ob es irgendwas für mich zu tun gibt, und die Antwort lautete Nein Danke, und 3. bin ich Schnelltipper und brauche auch für diesen Wortschwall nicht länger als zwanzig Minuten. So.

Eine Woche habe ich mich nicht gemuckst, es tut mir ehrlich leid. Ungefähr sechsmal hatte ich angesetzt, aber dann immer auf halber Strecke den Nerv verloren. Schwangeren sagt man ja ständig "Dein Körper braucht das jetzt", egal, ob es um Schlaf, Familienpackungen Chips oder Wutausbrüche aus dem Nichts geht. (Ich hasse das übrigens, wenn andere Menschen zu mir Dinge sagen, in denen die beiden Worte "Dein Körper" vorkommen. Das fühlt sich an wie ein zu warmer und schwitziger Händedruck. Aber mach was... in der Schwangerschaft kriegt man jede Menge davon zu hören.) Ich ziehe also zur Entschuldigung ausnahmsweise mal die Mein-Körper-Karte und behaupte frech, mein Körper brauchte eine Woche Blogferien. Echt!

(Habe ich schon mal erzählt, wie ich zum letzten Termin vor der Geburt bei meiner Frauenärztin war und hinterher mit dem Auto in eine irre enge Straße geraten bin, die blockiert war durch ein paar Straßenbauer mit irgendeinem Monsterbagger, ohne dass das vorher per Schild oder irgendwas angekündigt war? Und wie ich nicht zurück konnte, weil hinter mir inzwischen jemand stand, der es nicht gerafft hat und telefonierte? Und wie ich dann dachte "Ok, einmal darfst du das" und mir den Bauch haltend aus dem Auto gestolpert bin und die armen Bauarbeiter angeschwindelt habe, hier ginge es gerade sowas von los und sie sollten jetzt sofort die Straße freimachen? Und dann kichernd weiterfahren konnte, nachdem die mir alle noch viel Glück gewünscht hatten? Das war natürlich mies. Und dass man in den Wehen nicht Autofahren darf, wussten die scheinbar zum Glück nicht oder wollten sich jetzt nicht auf Diskussionen einlassen.)

Heute Mittag ist der große Termin, und ich habe keine Ahnung, was ich vorahnen und denken soll. Einerseits fühle ich mich diesmal schwangerer als letztes Mal um diese Zeit. Sogar Morgen- Mittag- und Abendübelkeit habe ich, und als ich gestern Abend Mann und Schwiegermutter zum Essen ausgeführt habe und ein extrem gut abgehangenes Stück Rind serviert wurde, war der Geruch für mich kaum auszuhalten widerlich. Das sind doch eigentlich gute Zeichen. Auch müde bin ich, und zwar schwangermüde mit Babymüde obendrauf. Spiffi schläft nicht mehr ganz so mustergültig wie noch vor kurzem, und ich kann nur dankbar sein, dass ich tatsächlich den Großteil meiner nächtlichen Aktivitäten am nächsten Morgen vergessen habe und die Fläschchen zählen muss, wenn ich wissen will, wie oft. Dann ist mir noch wieder eingefallen, dass ich diesmal tatsächlich so etwas wie eine Einnistungsblutung hatte - nur ein paar Tröpfchen, nicht weiter wild - und die waren so spät, dass ich schon dachte, das kann aber nicht sein: sieben Tage nach der Rückübertragung. Jetzt habe ich aber gelesen, dass das Zellhäufchen sich bis zu elf Tage nach der Befruchtung einnisten kann. Elf Tage kommen mir jetzt reichlich unwahrscheinlich vor, aber andererseits ist es auch ziemlich unwahrscheinlich, gleichzeitig HPV, verschlossene Eileiter, Myome und Endometriose zu haben, und siehe da, alle paar Monate sitze ich um einen Stammtisch mit einem Haufen Damen, die das alle trotzdem haben. Das würde jedenfalls mehr als erklären, wieso letztes Mal noch nur eine Fruchthülle ohne spannenden Inhalt zu sehen war (das und der Nebel auf dem Ultraschallschirm). Also gut. Pro: Ich fühle mich schwanger, und es wäre so nett, wenn ich es wirklich wäre. Contra: das wäre zu schönes Idiotenglück, der nicht so dolle Ultraschall vom letzten Mal, ich bin 41 und eine Menge kann in jeder Minute seit dem positiven Test schiefgegangen sein.

Da hilft wohl wieder mal nur einatmen und ausatmen und warten.

Diese irre Menge von Ultraschalls für Kinderwunschpatientinnen macht das Leben jedenfalls nicht einfacher, inzwischen habe ich nach einer guten Untersuchung ungefähr fünf Stunden Gnadenfrist, bis ich mich wieder vor der nächsten grusele.

Inzwischen habe ich von Spiffi zu erzählen, dass es mit dem Essen schwierig ist, aber wir uns trotzdem keine Sorgen machen müssen. So lange die Leute ständig Sachen sagen wie "der wird aber mal größer als L. (1,96)" oder auch "Na, du wirst aber mal Holzfäller, nüing, min Dschong?" scheint es wohl nicht komplett schief zu laufen. Aber immer noch sind Fläschchen das, was er am liebsten mag. Gläschen sind bis auf wenige Glücksmomente meistens bäh, und die Hunde hatten selten so ein glänzendes Fell wie jetzt, wo sie täglich den Löwenanteil von zwei 1a Bio-Gemüsegläschen bekommen, die Spiffi nach dem ersten Löffel mit purem Abscheu von sich schiebt. Ich habe es auch schon mit einer Freestyle-Variante von Baby-led-weaning probiert, aber von weaning ist nicht viel zu merken, Spiffi zermatscht nur alles in seinen kleinen starken Holzfällerhänden und schmiert es mir ins Haar. Was er aber liebt und was immer geht, ist Mineralwasser, und zwar unbedingt mit Kohlensäure. Sobald in Sichtweite jemand eine Flasche Mineralwasser öffnet, robbt er blitzschnell auf denjeningen zu und sperrt hechelnd vor Gier den Schnabel auf. Gestern hat er zum ersten Mal erst selbst ein paar Schlucke genommen und dann mir die Flasche in den Mund geschoben, er war erst zufrieden, nachdem ich mindestens sieben Schlucke genommen hatte. Fast jeden Tag erzähle ich ihm von seinem vielleicht-wenn-alles-gut-geht Geschwisterchen, aber ich glaube, unter Geschwisterchen kann er sich noch nicht so viel vorstellen. Was vielleicht auch besser ist, wenn man bedenkt...

So. Zwanzig Minuten sind um. Mehr kann ich nicht verantworten. Das wäre ja wohl mal wirklich doof: Baby futsch und Job futsch an einem Tag.

Ich verspreche, ich sage kurz piep nach dem Ultraschall heute mittag.

Montag, 17. März 2014

Die Vorher-und-Nachher-hoffentlich-immer-noch-Show

Ich kann nicht gut mit Entscheidungen zu einem festen Zeitpunkt in der Zukunft. Ich hasse das, wenn Showmaster blöd minutenlang herummoderieren, bevor sie endlich sagen, wer nach Hause muss und wer nicht. Dass die Entscheidung über das neue Glücksprojekt an einem Mittwoch Anfang Mai fallen wird und ich bis dahin nicht die geringste Chance habe, irgend etwas herauszufinden, macht mich schier irre. Ich lese bei Krimis oft das Ende zuerst (allerdings nicht unbedingt aus dem gleichen Grund wie Harry aus "When Harry met Sally"), und bevor ich mir einen wirklich spannenden Film ansehen gehe, lese ich auch da gerne nach, wie er ausgeht. Spannung ist für mich nichts Schönes.

Um zwanzig nach eins habe ich einen Termin zum Ultraschall, und es macht mich völlig verrückt, dass zwar jetzt schon fest steht, wie genau es um diese neue Schwangerschaft bestellt ist, dass ich aber hier stillsitzen (und mir Anzeigen für eine Fresszeitschrift ausdenken) muss und kein Weg daran vorbei führt, mich noch etwas zu gedulden. Könnte ich wenigstens rauchen! Andererseits sind das vielleicht die letzten zwei Stunden und zehn Minuten, in denen ich noch schwanger sein darf, und gleich ist der Spuk schon wieder vorbei. Und jetzt?

Jetzt würde ich wirklich, wirklich gerne vorblättern.

Samstag, 15. März 2014

Da ist sie wieder, die Vorfreude-Vorangst-Schizophrenie.

L. ist bockig. Vermutlich überfällt einen dieses Gefühl als gesunden Großstadtmann, wenn man Freitag Abends aus dem Fenster guckt und weiß, dass auch heute Abend wieder Zehntausende durch die Bars wandern, auf ihrem Weg seltsame und teilweise gleich wieder vergessene Abenteuer erleben und nicht nach Hause kommen, bevor der Morgen graut, während man selbst hier vergessen in der Vorstadt sitzt mit zwei Hunden, einem Baby und einer Frau, die grundsätzlich gerne um zehn in ihren Schlafanzug steigt und sich nach einem Gutenachtküsschen zu ihrem Krimi trollt und die neuerdings dazu übergegangen ist, das auch gerne schon um acht zu tun. Das ist doch kein Leben! Keiner versteht das besser als ich. "Ich will Champagner" sagt L. und starrt finster aus dem Fenster. Nicht, dass ihr euch übertrieben glamouröse Vorstellungen von unserem Lebensstil macht, aber tatsächlich liegt im Keller eine schöne Flasche, die seine Cousine hier mal vergessen und uns dann übereignet hat. "Mach doch" sage ich. Wenn es hilft? "Wobei -" sage ich, "Du könntest ihn auch für eine Gelegenheit aufheben, bei der er irgendwie mehr knallt. Zum Beispiel, wenn Frau B. - (die biestige alte Nachbarin mit der Mülltonnenfehde) - mal wieder im Garten ist, dann wirfst Du Dir den karierten Morgenrock über und gehst auf den Balkon und reißt die Flasche auf. Hm?"
"Jaja. Wenn ich schlau bin, mache ich alles genau wie Du. Ganz genau wie Du, mein Schnutzibutzi." knurrt L. und macht sich jetzt doch ein Bier auf.
Und ich steige mit meinem gemütlichsten Schlafanzug ins Bett, ziehe mir die Decke bis unter die Nase, greife nach meinem Kindle und weiß plötzlich genau, dass meine Idee nichts damit zu tun hat, Frau B. zu ärgern, sondern dass ich heimlich denke: Warte doch noch ein paar Tage, dann bin ich vermutlich schon wieder nicht mehr schwanger, und wir trinken ihn zusammen.

Es tut mir so leid, ich kann nicht anders. Ich tue schon alles, um die Hirnhälfte anzufeuern, die feste hofft und glaubt. Ich habe z.B. nach dem Vorbild von Holly von "Nothing but bonfires" einen klappernden Haufen großer MDF-Zahlen gekauft und (mit angehaltener Luft und im Freien, klar) türkis angesprüht, damit mache ich jetzt jede Woche ein Foto für mein Schwangerschafts-Tagebuch. Auch eine Null ist dabei und zwei Dreien, so dass ich scheinbar zumindest theoretisch davon ausgehe, dass ich irgendwann im zweistelligen Wochenbereich und sogar in die Dreißiger komme. Ich habe auch jetzt schon Schwangerschaftsvitamine bis Woche 13 und genug Wunderöl, um einen Drillingsbauch streifenfrei bis ins Ziel zu bringen. Aber obwohl ich schon einmal erlebt habe, dass unwahrscheinlicherweise tatsächlich auch aus meinem Fusselbauch ein Baby kommen kann, gewinnt meistens die andere Hälfte. Montag ist der Ultraschall, und ich gehe mit extrem gemischten Gefühlen da hin. Ich wollte, ich wäre anders, aber das ist wohl das, was eine Fehlgeburt mit einem macht. Immer noch nicht schwangere Abkürzungsdamen müssen auch nicht wütend werden, ich hänge nicht müffelnd und schniefend auf dem Sofa herum, ich freue mich schon und freue mich noch viel mehr, wenn wir irgendwann in sichereres Fahrwasser kommen, ich weiß auch, was ich vier Jahren Kinderwunschbehandlung schuldig bin und dass ein Positiv und Woche 5 plus irgendwas jetzt schon ein Traum ist, aber irgend etwas bringt mich eben auch dazu, L. dazu zu bringen, die Flasche noch ein paar Wochen zu zu lassen.
Bier schmeckt ihm außerdem fast genau so gut. Und einsamer Champagner ist fast noch trister als Kräutertee am Freitag Abend.

Montag, 10. März 2014

Ein Reproduktionsmediziner ist heimlich in mein Schlafzimmer geschlichen und hat mir eine Einnistungsspritze ins Hirn gejagt.

Wie konnte das so schnell gehen? Und so ohne Handbremse? Wo ich das doch kenne und weiß, was passieren kann und gar nicht mal so unwahrscheinlich ist? Noch am Tag des Tests habe ich zwar hochleistungsgehofft, aber hatte auch immer noch die Zügel fest in der Hand. Ich dachte wirklich, wenn es nicht klappt, dann sind wir traurig, aber es wäre doch auch fast schon albern gewesen, gleich beim ersten Versuch nach Willie schon wieder schwanger zu werden. Ich dachte außerdem an meinen großen Sommerurlaub, der schon jetzt alle Dimensionen sprengen muss, um meinen drei urlaubsfreie Jahre lang gepflegten Phantasien gerecht zu werden. Und an das nächste Projekt, das vielleicht gar nichts wird, vielleicht aber auch doch, und das zwar auch schwanger zu machen ist, aber dann eben mit deutlich mehr Ächzen und Schwitzen. (Nein, ich habe mich nicht für den New York Marathon im November angemeldet. Witzbolde.) Ich dachte, wenn nicht, dann nicht, und wir gehen hocherhobenen Hauptes, wenn auch vielleicht mit einem blauen Auge und leicht hinkend aus der Nummer hervor. Und jetzt? Donnerstag war der Test. Freitag, Samstag, Sonntag, Montag. Irgendwann in dieser Zeit muss das mit der Einnistungsspritze passiert sein. Denn jetzt sitzt das kleine Biest schon bombenfest. Das heißt, ich hoffe, er sitzt tatsächlich bombenfest in meiner Gebärmutterschleimhaut und wächst, in meinem Hirn hat er sich nämlich schon eingegraben, eine funktionierende Nabelschnur entwickelt und die ersten kleinen Tritte spüren lassen. Wie kann das diesmal so schnell gehen? Habe ich letztes Mal auch in Woche vier mit dem Zellhäufchen gesprochen? Und wie komme ich dazu, mich schon jetzt mit stinketeuren Schwangerschaftsvitaminen bis Woche 12 einzudecken? Lerne ich es denn nie? Und was macht diese Familienpackung Nuxe-Wunderöl für den Bauch auf meinem Badezimmerschrank, wo ich noch eine angebrochene Flasche habe, mit der ich locker die nächsten drei Wochen überstehen kann?

Vielleicht ist es eine Eileiterschwangerschaft. Vielleicht ist es auch schon gar keine Schwangerschaft mehr. Oder es ist eine, die gerade lang genug hält, um mir ernsthaften Schaden zuzufügen, wenn sie geht. Vielleicht ist etwas sehr, sehr Wichtiges verkehrt mit diesem kleinen Zellhäufchen. Vielleicht... und hier sitze ich und diskutiere mit mir über Namen. Und darüber, ob wir das gleiche Ikea-Bett dann wohl nochmal kaufen würden oder lieber das andere. Ich schiele auf dem Hundespaziergang neugierig nach Zwillingskinderwagen und überlege, ob sich da so ein Rollbrettchen für Willi anbringen lassen würde. Ehrlich, ich hab sie doch nicht mehr alle. Und L., der ewige Bremser bei Willi, ist diesmal auch keine große Hilfe. "Was hältst du von Pauline?" Ach, jetzt schon viel zu viel.

Sonntag, 2. August 2009

Vertrau pink, vergiss Fluppen

Vorgestern habe ich gelesen, dass Übelkeit ein Zeichen dafür sein soll, dass man ein Mädchen bekommt. Und wir wollen ein Mädchen. Besonders L. will ein Mädchen. Ein kleines, süßes Rosinchen, dem man auf einem rosa Fahrrad das Radfahren beibringt. Und nun war mir bisher noch so gut wie gar nicht schlecht. Schöner Mist. Und heute morgen wache ich auf und denke, was ist DAS denn?
Bisher habe ich noch nicht gespuckt, auch nicht beinahe, aber es fühlt sich fast an, als wäre es eine Erleichterung, es doch zu tun. Wie nach einer richtig schlimmen Party (denkt Silvester, Karneval, sowas) aufzuwachen und erst kurz zu denken, man wäre davongekommen, aber dann macht man die Augen auf und ahnt langsam, dass man leider überhaupt sowas von garnicht davongekommen ist, nicht die Spur, und in wenigen Minuten wird man genau wissen, welche Sorte Tag das wird.

Dabei bin ich unschuldig. Ja, gestern war mein Junggesellinnenabschied, und ja, es gab ganz viele Flaschen pinken Prosecco und unzählige Fluppen, aber nicht für mich! Für mich gab es dafür Überraschungsmädchen, die tapfer in all meinen schlechtesten Modescherzen aufgelaufen waren, Lampions, pinke Glitzerluftschlangen, Butter-Lindner-Schweinereien im Gegenwert eines Kleinwagens, Kuchen, Wunderkerzen und wieder mal das Gefühl, dass es schön ist, ein Mädchen zu sein. Mädchen sind was Tolles. Besonders meine. Da sitzen sie mit ihrem Nagellack und ihrem Gekicher und sind einfach großartig. Statt durch die Bars zu ziehen und Jungs in Alarmbereitschaft zu versetzen, lungern sie jetzt das ganze lange Wochenende um mich herum, schieben mir Kissen unter und hören sich auch zum 70sten Mal an, wie das war, als da plötzlich doch ein Herzschlag war und wieso ich mich vor vegetarischem Sushi fürchte. "Mach dir keine Sorgen, wenn L. das nicht packen sollte, wir holen das Würmchen raus." Das glaube ich euch aufs Wort.

Würmchen, kannst du dich aber freuen, dass du jetzt vielleicht doch ein Mädchen wirst!

Und nun geh ich und mach den letzten Strich im zweiten Monat an die Tafel. Ab morgen bin ich im Dritten. Habe ich jetzt jedenfalls entschieden. Meine letzte Periode war am 8.6., mein Geburtstermin ist am 15.3. (mein GEBURTStermin. Also scheinbar geht diese Tabelle wirklich davon aus, dass ich eines Tages im März in L.s Auto sitzen werde, eine Plastikplane unterm Po, falls die Fruchtblase platzt, und wir mit 90 Sachen zum Krankenhaus donnern werden. Gut, Tabelle, wenn du meinst...), und es ist mir egal, was die fremden Ärzte an dem traurigen Samstag, an dem die Bluterei losging, von anderen Wochen bei In Vitro gesagt haben. Mein Arzt sagt, ich bin so weit, wie ich sein soll, und damit bin ich ab morgen in der neunten Woche. Hörst du, Würmchen? Wir sind versetzt! Und dabei sah es eine Weile lang gar nicht so aus, oder?

Samstag, 1. August 2009

Und überhaupt.

Hat der das gewusst, dass ich schwanger bin? (Scheinbar schon, Sherlock, das wird ja wohl kaum seine Art gewesen sein, dich darauf hinzuweisen, dass du in Zukunft ein bisschen langsam mit den Cheeseburgern machen solltest.) Wenn ja, woher? Ich könnte schwören, dass es niemand weiß, der irgendwelche Verbindungen zu meiner Ex-Firma hat!
Und wenn er es gewusst hat, wie kommt er auf die Idee, dass wir so innig und vertraut sind, dass er mir einfach aus dem Nichts die Hand auf den Bauch legen kann? Bin ich mit dieser Schwangerschaft automatisch in den Nachkommengebärpool der Menschheit aufgenommen worden und damit so was wie öffentliches Eigentum? Dürfen sich jetzt Schulklassen mit mir fotografieren lassen? Und mir dabei die Hände irgendwohin legen?

Und wieso rund?

Also gut, das Rund-Thema erfordert einen kleinen Exkurs.
Ich hab hier schon an anderer Stelle davon berichtet, dass ich manchmal auf Essen mit einem von jetzt auf gleich irre aufgepusteten Bauch reagiere. Das ist völlig harmlos (behaupte ich steif und fest, weil ich keinen Bock habe, eine Lebensmittelunverträglichkeit zu haben, verfressen wie ich bin), aber das sieht schon schwanger aus.
Und es gab Zeiten, als ich noch keine Schilddrüsenmedikamente genommen habe, da konnte ich manchmal ein bisschen uffjedunsen wirken.
Und in meinem Kleiderschrank gibt es Sachen, in denen ich aussehe wie Größe 38 (wehe, jemand widerspricht!) und welche, in denen sehe ich aus wie Größe 42. (Was übrigens völlig ok ist für mich, ich mache immer das „Sehnse, Sehnse!“-Gesicht, wenn ich lese, dass Marilyn, Gina, Sofia und Rita alle Größe 42 hatten.)

Alles zusammengenommen ist es also auch zu nicht schwangeren Zeiten schon mal vorgekommen, dass mich jemand für schwanger hielt. Kein Grund, Ohrfeigen zu verteilen und nach dem Pfefferspray zu kramen!

Aber gestern, also gestern war ein Tag, an dem die nagelneue Schilddrüsendosiserhöhung voll gegriffen hat, an dem ich mittags um eins noch nichts zu mir genommen hatte außer Tee, an dem ich zwar ein flatteriges Hemdchen an hatte, aber sich das Hemdchen über genau GAR NICHTS bauschte.

Es gibt nichts zu sehen. GAR NICHTS! Gehen sie weiter, legen Sie nicht ihre Hände auf meinen Körper, an dem es nichts zu sehen gibt!

Freitag, 31. Juli 2009

Unheimliche Begegnung

Wieder ein Besuch in meiner alten Firma. Und als ich gerade durch die Haustür unten bin, kommt mir ein alter Kollege entgegen. Keiner meiner engsten Freunde, nur jemand, mit dem ich ein paar mal zu tun hatte. Und er strahlt mich an, legt mir die Hand auf den Bauch und sagt "Na, das wird ja jetzt auch immer runder, schön!"

WATT?

Nur zur Erinnerung: Die Firma ist der einzige Ort, an dem es niemand weiß und auch niemand wissen soll. Ich hab es dort niemandem erzählt. Die paar, die ich eingeladen habe, werden es nach meiner Hochzeit wissen, aber bis dahin sind es noch drei Wochen, in denen ich auch fein stille sein will.

Und überhaupt, was heißt hier "immer runder"? Wer ist hier bitte rund? Ganz zu schweigen von runder?

Setzt euch doch, wollt ihr Kuchen?

Gerade gehe ich auf den Blog und frage mich: was ist denn HIER schon wieder los? Woher kommen all die Leute und Kommentare? Und dann sehe ich: schon wieder ist wunschkinder.net dran Schuld, genau wie beim ersten Mal, und ich freu mir ein Loch in den Bauch, dass ihr alle hier seid. Übrigens muss sich der Wunschkinder-Mann keine Sorgen machen, ich bin sehr geschmeichelt darüber, dass es ihm fast ein bisschen leid tut, dass ich nun auf die (Gähn) schwangere Seite gewechselt bin. Ich bin ganz gerührt über die vielen netten Kommentare, und ich wünsche natürlich allen, die gerade in irgendeinem Abkürzungs-Zyklus-Dings stecken, dass alles fluppt und gut ausgeht, dass ihr es schafft, durch diesen Sturm sauber durchzusteuern, und dass ihr auch bald auf der langweiligen schwangeren Seite ankommt. Und denen, bei denen es schon geklappt hat, wünsche ich natürlich, dass es auch wirklich langweilig wird in den nächsten Wochen, STINKlangweilig sogar, ohne Katastrophen in der Unterhose und mit Arztterminen, die ein einziger Spaziergang sind.
Und dann sind da noch die, die sich inzwischen entschieden haben, es jetzt gut sein zu lassen. Denen wünsche ich, dass sie nie vergessen, warum sie sich so entschieden haben, und dass das Leben ihnen jede Menge von den Dingen bringt, die ihnen klarmachen, dass sie es richtig gemacht haben.

Hapüh. Genug Rührseligkeit verbreitet.

Gestern waren die Mädchen zu Besuch und haben meinen „Ich kann doch nicht den ganzen Tag hier rumliegen, verdammt noch mal, eine Stunde in der Küche wird erlaubt sein, wer bin ich denn“-selbstgebackenen Kuchen gegessen, und ich hab ihnen das Bild vom Würmchen gezeigt. Tiefe Ratlosigkeit. „Aha. Und wo siehst du da jetzt den Kopf?“ Eine hielt sogar die kleinen Striche, mit denen der Arzt die Länge markiert hat, für die Beinchen. Ist es zu fassen? Erst dachte ich, die Mädchen sind eben ein bisschen blöd, geahnt habe ich es schon immer. Aber dann ist mir klar geworden, dass es längst zu spät ist und ich eine von denen bin. Eine von den verstrahlten Schwangeren. In den letzten Tagen hat man aus meinem Mund sogar solche Sätze gehört wie „Ach, auf Alkohol habe ich gerade irgendwie gar keine Lust“ und „Huah, schon elf? Gute Nacht!“
Und dann gehe ich ins Bett und lese einem 6,5 mm großen undefinierbaren Dings, das für menschliche Sprache so empfänglich ist wie ein Rosenkohl, eine Geschichte vor.

Ekelhaft. Das ist einfach nur widerlich.

Donnerstag, 30. Juli 2009

Würmchen, es tut mir leid, aber deine Mutter hat einen Knall

In Harry & Sally gibt es eine Stelle, an der Sally denkt, sie wäre doch eigentlich unkompliziert, und Harry sagt, „Du denkst, du bist unkompliziert, aber du bist kompliziert. Das sind die Schlimmsten.“

Hier irrt sich Harry. Die Schlimmsten sind die, die kompliziert sind, das auch im Grunde genau wissen und trotzdem ums Verrecken für unkompliziert gehalten werden wollen. Es ist, als würde Sally sich einen Apfelkuchen bestellen, „einfach ein Stück Apfelkuchen, egal“, und wäre dann todtraurig, dass die Eiskugel obendrauf ist und nicht daneben.

Ich bin so eine. Ich bin die, die nie den Geschäftsführer sprechen will, sondern einfach nie wieder kommt, und zwar wegen einer Sache, die anderen völlig egal wäre, und die trotzdem beim nächsten Mal wieder so tut, als wäre sie der unkomplizierteste Gast im Lokal. Meine Spaghetti Vongole müssen immer ohne Tomaten sein, aber mit Wermut, mein Steak immer blutig, meine Fritten immer genau SO und NICHT ANDERS, mein Bier immer in einem Glas ohne Goldrand und mein Tee immer mit kochendem Wasser gemacht, und auf gar keinen Fall will ich eine Tasse mit heißem Wasser bekommen und einen Teebeutel daneben. Aber brauche ich deshalb zwei Minuten, um eine Tasse Tee zu bestellen? Nein, ich bestelle einfach Tee, denn ich bin ja die unkomplizierte Flora, und hinterher mag ich ihn nicht, und wenn es ganz blöd läuft, auch das Lokal nicht mehr.

Beispiel Nr.1: L.s Mutter kümmert sich mit ein paar Frauen aus dem Dorf darum, die Dorfkirche für die Hochzeit zu schmücken. Sie hat mich gefragt, was für Blumen ich mag, und ich sage voller Überzeugung: „Ich mag eigentlich alle Blumen!“ Zwei Wochen später erzählt sie, sie hätten sich überlegt, vor allem Sonnenblumen zu nehmen, denn die sehen so freundlich und sommerlich und ländlich aus. Mir sträuben sich die Nackenhaare. Sonnenblumen sind so ziemlich die einzigen Blumen, die ich überhaupt nicht mag. (Denke ich jetzt. Bis jemand mit Usambaraveilchen, Gerbera, Calla, Chrysanthemen oder diesen roten Dingern mit dem Schilfrohr in der Mitte ankommt.) Aber wie sage ich das, ohne dass es falsch ankommt und ohne dass ich undankbar oder sogar (keuch!) zickig und kompliziert wirke? (Wer jetzt denkt „Was ist das denn für ein Quatschproblem“, hat vollkommen Recht.)

Beispiel Nr.2: Ich gehe zum Friseur, und als er mich fragt, wie ich es gerne hätte, sage ich, er sollte einfach mal machen, ich vertraue ihm. Das Ergebnis ist, dass er mich innerlich zum lässigsten Kunden des Tages krönt und ich mich hinterher in den Schlaf weine und die nächsten zwei Wochen damit verbringe, zu versuchen, durch pure Konzentration meine Haare dazu zu kriegen, doppelt so schnell zu wachsen.

Beispiel Nr.3: Ich arbeite mit Hochdruck daran, dass mich meine Freunde, meine Familie und L. für eine unkomplizierte, lockere Schwangere halten. Hey, ich bins, nur jetzt eben mit einem kleinen Würmchen im Bauch, seht ihr, ich bin so locker, ich nenne es noch nicht mal „Kind“ oder „Baby“, denn wer weiß, vielleicht geht ja noch alles schief, und wir wollen die Sache doch nicht zu hoch hängen? Und dann kommt L. nach Hause, hat sich Sushi aus Krebsfleisch (Krebsfleisch. Durchgekocht und damit vollkommen harmlos. Krebsfleisch steht auf der Liste der guten Lebensmittel, Krebsfleisch lebe hoch!) gekauft und will mir zauberhafterweise was abgeben, und ich kann nicht, weil ich Angst habe, dass es mit dem gleichen Messer und auf dem gleichen Brett geschnitten wurde wie das normale, gefährliche Sushi. Und obwohl ich es nicht anrühre, wache ich morgens schweißgebadet auf, weil ich geträumt habe, ich hätte von dem Teller, auf dem das Sushi lag, etwas anderes gegessen, und ich kann mich kaum beruhigen. (Neulich habe ich geträumt, ich hätte geraucht. Ihr hättet dabei sein sollen.) Und nur zwei Minuten später verstehe ich die Welt nicht mehr, weil meine Mädchen Angst haben, mit mir in einem Ostseedorf außerhalb der Reichweite jedes noch so winzigen Krankenhauses das Wochenende zu verbringen. Vor ihrem inneren Auge spielen sich schreckliche Szenen ab, in denen ich mitten in der Nacht in einem Blutschwall erwache und wir nichts tun können, woraufhin der Geist meines verlorenen Kindes auf ewig um uns herumspukt. Das ist eine Angst, die einen ganz realen Hintergrund hat (ich blute immer noch und soll mich schonen), eine völlig vernünftige und erwachsene Sorge. Und ich denke für ein paar Minuten allen Ernstes: Wieso sind nicht alle so unkompliziert wie ich? Ey, Locker!

Mittwoch, 29. Juli 2009

Blümchen, bist du groß geworden

Ich würde euch ja so gerne ein Bild vom Würmchen zeigen. Aber im Moment ist der Scanner unter einer meterdicken Schicht Papiere und Zeitungen und Kram begraben. L. versichert mir, dass das nur ein Zwischenstadium ist auf dem Weg in eine Zukunft, in der unser verbotenes Zimmer das Prunkstück der Wohnung sein wird. (Irgendwann, ganz irgendwann soll es dann mal das Kinderzimmer werden. Aber bis dahin ist es der geheimnisvolle Ort, an den Papiere, die keiner mehr braucht, zum Sterben gehen.)

Jedenfalls: kein Scanner, kein Bild. Aber ich kann ja versuchen, das Würmchen für euch zu beschreiben. Also. Das Würmchen befindet sich in einer Fruchthöhle, die die Form eines Mondfisches hat. Ihr wisst nicht, wie ein Mondfisch aussieht? Zum Glück gibt es das Internet. (Natürlich hat die Fruchthöhle keine Flossen, aber sonst stimmt die Form.) Die Fruchthöhle zeichnet sich schwarz gegen das hellgraue Gekrissel der Gebärmutter ab.

Da, wo der Mondfisch sein Auge hat, sieht man in der Fruchthöhle den runden Dottersack. Schon wieder ein hässliches Wort in dieser Schwangerschaft! Darum wird er auch in den nächsten Wochen komplett verschwinden.
Und an dem Dottersack hängt das Würmchen. Das Würmchen ist laut Ultraschall vom Scheitel bis zum Steiß 6,5 mm groß, wobei es seit gestern angeblich schon wieder einen Millimeter gewachsen ist. Aus Kinnern werde Leut! Wie meine ängstliche Oma sagte (auch wenn sie natürlich tief im Inneren glaubte, aus Kinnern werden erst mal Opfer von Verbrechen und schlimmen Unfällen und daher vermutlich keine Leut.)
Für mich ist vollkommen klar, wo da Scheitel und wo da Steiß ist, L. sieht das anders. Ich meine sogar, ich sehe schon Arme und Beine. Und weil das mein Blog ist und nicht L.s, zählt hier allein meine Meinung, nach der das Würmchen im Moment folgendermaßen dasitzt: Oben ist der Kopf, der leicht nach vorne gekippt erscheint, dann kommt der kleine dicke Bauch, die Ärmchen sind beide nach vorne gestreckt, und die Beinchen auch. Es macht Männchen!

Momente, in denen ich seit gestern das Ultraschall-Bild hingerissen angestarrt habe: 273
Striche auf der Tafel in der Küche, für jeden Schwangerschaftstag einen: 50
Karos auf meiner Bettdecke nach letzter Zählung: 12.340
Spontane Kotzanfälle: 0
Zugenommene BH-Größen: 0
Zugenommene Kilos: 0 (das bleibt besser so, es wäre vermutlich billiger, mir fix ein Kilo abzusaugen oder wegzuhypnotisieren, als das Brautkleid noch mal zu ändern)
Wahnsinnig sanfter, mütterlicher, weicher und weiblicher Ausdruck in meinem Gesicht: 0
Tränen beim Anblick fremder Kinder: 0
Tränen beim Anblick klitzekleiner Schuhe, Hosen, Fahrräder etc.: 0
Tränen ohne jeden Grund: 0
Irre Kicheranfälle ohne jeden Grund: 784

Dienstag, 28. Juli 2009

Wunderkind

Ich fasse es nicht, L. fasst es nicht, die Mädchen fassen es nicht, und dem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, hat der Arzt es auch nicht gefasst. Aber wir haben einen Herzschlag und ein Würmchen, bei dem klar ist, wo oben und unten ist und das vom Scheitel bis zum Steiß 6,5 mm groß ist. Alles ist genau so, wie es in dieser Schwangerschaftswoche sein soll (auch wenn ich mittlerweile gar nichts mehr raffe, aber scheinbar wird die SSW bei In Vitro anders berechnet, und überhaupt, ich hab eine Insider-Abkürzung verwendet: SSW! Das tu ich sonst nie, bin ganz aufgeregt!), das Blut hat mit dem Baby nichts zu tun, die Regelschmerzen auch nicht, ich soll noch eine Woche liegen, aber das tue ich mit Kusshand und verspreche auch hoch und heilig, nicht zu meckern und zu nölen.

Und nun schäme ich mich fast ein bisschen und fühle mich, als wäre ich eins dieser grässlichen Mädchen, die nach Klassenarbeiten immer gejammert haben, sie hätten bestimmt eine fünf, und dann ist es doch wieder eine 2+, und wenn man genau hinguckt, dann sieht man, dass sie auch noch sauer sind, weil es keine 1 ist. Genau so. Aber immerhin war es auch für den Arzt eine Überraschung. Und für uns ist es ein echtes Wunder. So ein unwahrscheinliches Wunder, dass ich immer noch ganz deutlich die andere Möglichkeit vor Augen habe, an der wir so dermaßen knapp vorbeigeschrammt sind und die immer noch für ein paar Wochen in der Luft hängt. Ich kann mir genau vorstellen, wie ich hier den anderen Eintrag gepostet hätte, in dem es darum geht, warum mein Leben trotzdem schön ist, welche Vorteile die Katastrophe hätte und warum vielleicht alles besser so ist. Ich kann mir auch vorstellen, wie ich mit den Mädchen auf der Couch rumgelungert hätte und Sushi bestellt hätte, drei Sorten mehr, als ich schaffe, und ich kann mir vorstellen, wie ich heute Abend zum ersten Mal wieder eine Alsterrunde gerannt wäre und mir bei jedem Zwicken im Unterleib gedacht hätte, zwick du nur, du Mistbiene, du hast mir in den letzten Wochen auch ganz schön oft wehgetan.

Woran lag es jetzt? Ich tippe auf Glücks-Schwangerschafts-Figur oder Glücks-Socken (meine graukarierten Spezialsocken), mein Vater vermutlich auf die Glückseidechse, kein Mensch weiß es, aber nach dem Termin hat mein Glücks-Cheeseburger so gut geschmeckt wie selten. Blut habe ich auch dagelassen, aber die Hormone haben mir noch nie Schwierigkeiten gemacht, das wird heute hoffentlich auch so sein. Nächste Woche muss ich noch mal zum Blutabnehmen, aber meinen Arzt sehe ich so schnell nicht wieder. Wir haben einen großen Zettel mitgenommen mit lauter geheimnisvollen Abkürzungen drauf (ich habe ja langsam das Gefühl, ich bin die unprofessionellste Schwangere der Welt, alle scheinen diese Kürzel perfekt draufzuhaben und sich auch wirklich dafür zu interessieren – und während es mir immer reicht, zu wissen, dass meine Hormonwerte ok sind, können andere ihre Werte bis auf die Kommastelle runterrasseln), unten stehen mit Kuli erst die schlechten Nachrichten von letzter Woche und dann die guten von dieser, und mit diesem Zettel in der Tasche gehe ich zu meinem nächsten Termin am 15. August, und zwar bei einer ganz normalen Frauenärztin, wo die ganz normalen Frauen mit ihren ganz normalen Schwangerschaften hingehen dürfen. Und in der Klinik lasse ich zwar noch ein mal Blut, aber keinen Angstschweiß mehr.

Montag, 27. Juli 2009

Gute Momente, schlechte Momente, müde Momente

Es gab Momente in den letzten Tagen, in denen habe ich überhaupt nicht dran gedacht. Zum Beispiel die, in denen ich mit L. Marienkäfer-Polizei im Schwimmbad gespielt habe, wir waren im Wochenendhaus seiner Familie auf dem Land und haben hunderte von Marienkäfern vor dem Ertrinken gerettet. Ich hab sie mir immer auf den Kopf gesetzt und bin mit ihnen an Land geschwommen. Oder der Moment, in dem wir mit dem Pflegehund von L.s Mutter spazieren waren und der Hund immer wieder aus dem Gebüsch auf uns zugerannt kam, dass die Erde donnerte, als würde eine Herde Büffel auf uns zustürmen. Oder der Moment, in dem ich mit dem dicken Zeh genau vor den Pflasterstein gelaufen bin. Oder der Moment, als ich festgestellt habe, dass es auf dem Frühstücksbuffet auch winzige selbstgebackene Kuchen gibt. Oder der Moment, als ich zum ersten Mal wieder im Kino meiner Kindheit war und es noch genau so roch wie früher und der Kinobesitzer sich wie damals von jedem einzelnen Gast an der Tür verabschiedete: "Gute Nacht, schlaft schön".
Es gab auch Momente, da kam es mir vor, als wollte die Welt mich mit der Nase mitten reinstoßen in den ganzen Mist. Der Moment, in dem wir im Wochenendhaus ankamen und L.s Mutter mich mit den Worten begrüßte "Ach, meine Süße, sieht man denn schon einen Bauch?". Oder der Moment, als wir unseren Wir-sind-ein-braves-Brautpaar-Besuch in der Kirche gemacht haben und sich herausstellte, dass in diesem Gottesdienst drei Kinder getauft werden und alle Lieder nur davon handelten, was für ein Schatz Kinder sind und wie dankbar wir dafür sein können, wenn sie uns anvertraut werden.
Ich glaube, L. hat für diese Runde aufgegeben, und das ist vermutlich besser so. (Am Freitag hat er eine Flasche Wein für sich und seine Mutter aufgemacht und mir auch ein Schnapsglas voll eingegossen. Das erscheint euch vielleicht als nicht besonders Desperado-mäßiges Verhalten, aber glaubt mir, ist es. Ich hab es nicht getrunken, auf die paar Tage kommt es jetzt auch nicht mehr an.) Und dazwischen immer wieder Bluten, nicht Bluten, Schmerzen, keine Schmerzen, und das alles in jeder denkbaren Kombination (Nicht bluten, aber Schmerzen. Bluten, aber keine Schmerzen usw.)

Hilft ja nichts, oder? Morgen früh um elf bin ich schlauer. Und vielleicht offiziell nicht mehr schwanger. Auch wenn ich in den letzten Tagen auf alles geachtet habe, das aus mir rauskam und notfalls als wenn auch winziger Foetus durchgegangen wäre und trotzdem behaupten würde, da war nichts, wissen wir es nicht genau. Und schon wieder merke ich, dass ich ruckzuck etwas ziemlich widerliches hier hingeschrieben habe, ohne auf die zarten Gefühle und Mägen meiner Leser zu achten.

Ich würde gerne aus den letzten Stunden, in denen ich noch offiziell schwanger bin, etwas Besonderes machen. Aber ich weiß nicht, wie und womit. Ich bin plötzlich entsetzlich müde und will nur noch schlafen, dabei würde ich gerne an einen besonderen Platz gehen oder etwas Besonderes tun. Ich würde gerne später erzählen können, was ich gemacht habt, und falls es wider jede Wahrscheinlichkeit morgen nicht vorbei sein sollte, dann würde ich gerne eines Tages dem Würmchen davon erzählen, wie Mutti einmal dachte, sie würde es verlieren, und dann zum Abschied noch etwas wirklich Schönes und Cooles machte, nämlich *****, und dann am nächsten Tag erfuhr, dass ein Abschied gar nicht nötig gewesen wäre. Aber im Moment kann ich mir kaum vorstellen, meine Schuhe anzuziehen, geschweige denn, das Haus zu verlassen. Mit.... letzter.... Kraft.... poste.... ich... diesen... Ein....trag. Und nun ist gut für heute, ja?

Mittwoch, 22. Juli 2009

Viel zu müde, um Angst zu haben

Heute ist der Tag. Gleich gehe ich duschen, dann ziehe ich mich an, packe letzten Kram und fahre mit L. in die Klinik. Und wenige Minuten später werden wir einen Herzschlag sehen. Oder zwei. Oder keinen. Ich weiß es nicht genau, aber es kann sein, dass wir noch ein paar Tage Gnadenfrist haben – falls sich keiner zeigt, zeigt er sich vielleicht schon nächste Woche doch noch. Aber besser wäre es, wir würden etwas sehen. Noch nicht mal zwei Monate alt, und schon die erste Chance, durch die Prüfung zu rasseln. Arme Würmchen. Aus Soli-Prüfungsangst habe ich die halbe Nacht keine Auge zugetan und bin ganz durchsichtig vor Müdigkeit.

Wenn der Termin überstanden ist, werde ich mir den traditionellen Belohnungscheeseburger um die Ecke holen (jaja, ich weiß, dass es dann noch nicht zehn Uhr ist), wir steigen in L.s dicke Kiste und fahren quer durchs Land zu meinen Eltern. Dort werden wir – mit oder ohne Herzschlag – drei Tage zwischen Wäldern, Schnitzeln und CDU-Wählern verbringen. Ob es zum Schnitzel wohl ein Malzbier gibt? Bestimmt, und zwar serviert von einer Kellnerin mit richtigen Kellnerinnen-Schuhen, die ihre Berufsehre verliert, wenn sie nicht von jedem in der Flasche servierten Getränk einen Schluck ins mitservierte Glas gießt.

Meine Eltern haben auch einen Computer. Er ist sehr alt, hat die Farbe von Landleberwurst und hat noch nie richtig funktioniert, und mein Vater hat ihn in einem kleinen jämmerlichen Lädchen in der Vorstadt gekauft. Vermutlich aus Mitleid. Dieses Mitleid hat ihn auch davon abgehalten, ihn zu reklamieren, als sich zeigte, dass man auf diesem Rechner jedes Mal zehn Minuten braucht, um ins Netz zu kommen, und dass man auf dem Weg dorthin an Steckern rütteln und mehrere zehnstellige Geheimzahlen eingeben muss. Meine einzige Erklärung dafür, wie die zwei das aushalten, ist die, dass sie es nie anders kennen gelernt haben. Der Farbenblinde vermisst keine Farben, und meine Eltern vermissen kein blitzschnelles WLAN. Für mich gilt das leider nicht, und deshalb kann ich nicht dafür garantieren, dass ich auch dort jeden Tag schreibe. Wo ich aber gerade sowieso so vieles hoffe, kann ich natürlich auch das ein bisschen mithoffen.

Dienstag, 21. Juli 2009

Noch eine Theorie, meine Unterhose betreffend

4. Das Blut ist nur aus Gründen der Dramatik da. Denn sonst hätte ich wirklich nichts zu berichten. Mir ist nicht schlecht (was bestimmt gut für den einen oder anderen Brüller wäre), ich habe keine irren Stimmungsschwankungen, von denen ich mich dann zum Glück wieder erholen kann, und auch das Schaf ist seit zwei Tagen weg. Das Blut ist also die Schwangerschafts-Entsprechung von der Stelle in Filmen, an denen man kurz denkt, der endsüße neue Freund hat was mit einer anderen, aber in Wahrheit denken die zwei sich nur eine Geburtstagsüberraschung für die Heldin aus, falls ihr versteht, was ich meine. Eine kleine Trübung, damit die Sonne hinterher nur um so heller scheint.

Nachricht an die Würmchen

Gut, Mutti trägt jetzt eine Binde. Aber versteht das ja nicht als Aufforderung!

Drei Theorien, meine Unterhose betreffend

Seit ich Samstag beim Aufstehen Blut in der Unterhose hatte, habe ich fast die ganze Zeit nur gelegen, genau wie befohlen. Ich bin nur aufgestanden, um zu duschen, mir was zu trinken zu holen oder mal ein Baguette in den Ofen zu schieben. Ich habe so viel gelegen, dass ich inzwischen das Gefühl habe, das Bett verschluckt mich und überzieht mich mit karogemusterter Baumwolle; wie das werden soll, wenn ich länger liegen müssen sollte, obwohl ich mich nicht das kleinste bisschen krank fühle, weiß ich nicht, dann hoffe ich auf Literaturtipps. Vielleicht ein Fernstudium?

Trotz dieser ganzen Liegerei habe ich heute morgen wieder Blut in der Unterhose. Und noch 24 Stunden bis zum Ultraschall, der hoffentlich einiges klärt. Bis dahin habe ich folgende Theorien entwickelt:
1.Ich verliere die Würmchen, und alles Liegen kann nichts daran ändern. Wenn das so sein sollte, dann – das hab ich schon geschrieben – wünsche ich mir, dass es jetzt schnell geht, denn mit jedem Tag wachsen sie stärker an mir fest und es wird schwerer, sich von ihnen zu verabschieden.

2.Das sind Reste von der Einnistung, die aus irgend einem Grund noch ein paar Tage in der Gebärmutter herumtrödeln wollten und jetzt nach draußen kommen. Wenn es DAS ist und mit den Würmchen alles ok, wäre es dann nicht besser, möglichst viel herumzulaufen, um den alten Mist schneller los zu werden und die gute Stube wieder ordentlich zu haben für die Würmchen?

3.Mein Zystenrest löst sich auf. Der Zystenrest war übrig geblieben bei meiner letzten Bauchspiegelung. Und angeblich vertragen sich Zysten ja nicht mit Schwangerschaft. Deshalb muss das Ding jetzt gehen. Für diese Theorie spricht: in den letzten Tagen hatte ich manchmal eine Mini-Portion Zystenschmerz. Ein Bruchteil dessen, was mir damals im Flugzeug passiert ist, aber trotzdem eindeutig kein Regelschmerz, sondern der Schmerz, wenn eine Zyste platzt, nur viel schwächer. Dafür spricht auch, dass es altes Blut ist, und die Zysten sind ja genau damit gefüllt. Dafür spricht außerdem, dass das meine Lieblingserklärung ist. Dagegen spricht, dass ich zwar kein As in Anatomie bin, aber trotzdem Zweifel daran habe, dass das Blut sich ausgerechnet diesen Ausgang suchen würde. So weit ich weiß, wird es in der Bauchhöhle abgebaut.

Ein Glück bin nicht ich diejenige, die morgen diesen Ultraschall deuten muss. Da fällt mir wieder die Bloggerin mit dem eigenen Herzton-Abhör-Gerät zuhause ein, die vermutlich inzwischen dreimal täglich damit auf ihrem Bauch herumsucht, die Ärmste. Ich glaube, Kid Rock ist der, der eine eigene Starbucks-Filiale zuhause hat. Ob es wohl auch irgendwo eine gibt, die ein eigenes Ultraschall-Gerät im Schlafzimmer hat? Und die alle paar Stunden das Ding in sich reinsteckt und dann mit gerunzelter Stirn auf das graue Gekrissel starrt und versucht, herauszufinden, ob alles in Ordnung ist oder nicht? Falls es sie gibt, wünsche ich ihr viel Glück und einen Mann, der sie eines Tages ganz vorsichtig, aber bestimmt an der Hand nimmt, mit ihr in den Park geht und ihr ein Eis kauft, während zuhause die Jungs vom Ultraschall-Abholdienst anrücken.

Montag, 20. Juli 2009

Im Bett mit Flora

Kein Ultraschall heute, mein Arzt sagt, wir wollen lieber nicht noch mehr Unruhe da unten stiften, stattdessen noch zwei Tage Ruhe halten und auf Mittwoch warten, wenn sowieso ein Ultraschall ansteht. Das hat jedenfalls die Sprechstundenhilfe gesagt, nachdem sie mit ihm gesprochen hatte, und zwar mit einer Stimme, wie sie Mütter haben, wenn ihre Kinder sich fürchten, dass ihnen beim Niesen die Nase abfällt. Also fein still liegen bleiben und sonst nur das Nötigste tun, nicht aufregen und auf Mittwoch freuen, wenn ich die Beiden zum dritten Mal zu Gesicht bekomme. Und tatsächlich besteht nicht der geringste Anlass, sich zu fürchten, denn auf meinem Nachttisch steht als Glücksbringer eine dicke schwangere Mamsell, die eine Freundin für mich in ihrem anthroposophischen Krankenhaus plastiziert hat.

Das könnten zwei Tage mit den längsten Blogeinträgen aller Zeiten werden. Oder zwei Tage, in denen ich noch mal überprüfe, ob ich den Paten wirklich auswendig mitsprechen kann. Oder zwei Tage, in denen ich endlich diesem fiesen Stapel „Zeit“ auf den Leib rücke, bevor er völlig vergilbt ist. Oder zwei Tage für die aufwendigste Pediküre, die ich mir jemals verpasst habe. Oder zwei Tage, in denen ich mich endlich traue, herauszufinden, was mit den Gilmore Girls passiert, wenn die zwei nicht mehr miteinander sprechen. (Bin ich eigentlich die einzige mit einem Festmeter DVDs, die ich mal unbedingt haben wollte, und die jetzt IMMER NOCH EINGESCHWEISST im Regal stehen?)
Ich könnte auch ein Scrapbook anfangen für die beiden (auch wenn das hier fast so etwas wie ein Scrapbook ist – in diesem Fall muss ich mir nur gut überlegen, ab wann sie das hier lesen dürfen, der Furzeintrag z.B. muss eindeutig warten, bis sie aus dem Gröbsten raus sind und keinerlei Rat oder Erziehung mehr von mir nötig haben), oder ich könnte meine Arbeits-Homepage vollkommen umkrempeln (auch wenn sie das eigentlich nicht nötig hat, das wäre das web-Gegenstück zu „die CDs alphabetisch sortieren“, also Blödsinn).
In den nächsten zwei Tagen werde ich mir also wohl keinen Muskelkater holen, aber davon abgesehen ist die Welt innerhalb der Grenzen, die die Abmessung meiner Matratze mir setzt, voller Möglichkeiten. Hab ich es gut!

Trotzdem hab ich einen kleinen Wunsch, den bitte niemand, der sich zuständig fühlt, in den falschen Hals kriegen soll. Ich wünsche mir natürlich, dass alles in Ordnung ist mit den Beiden. Sie sollen es gut haben da drin. Aber falls – nur falls - irgend etwas nicht stimmt, etwas, das mein Bauch nicht alleine wieder hinkriegt und das sich auch mit Medikamenten nicht regeln lässt – dann wünsche ich mir, dass es schnell geht und bald vorbei ist.

Sonntag, 19. Juli 2009

Kämpft, ihr Blümchen!

Das ist die Sorte Bettruhe, von der mancher Zwölfjährige träumt. Wie blau machen, nur ohne die Angst, dass Mutti was merkt: ich muss noch nicht mal krank tun (also hüsteln oder krächzen oder das Fieberthermometer an die Glühbirne halten), und es hat den entscheidenden Vorteil, dass es inzwischen Laptops gibt, die mit ins Bett dürfen und auf denen man Blogs lesen und schreiben, DVDs gucken und noch tausend andere Sachen machen darf. Wenn mir das zu langweilig wird, muss ich nur mit dem kleinen Finger winken, und man reicht mir Käsetoasts, Süppchen und Blumensträuße. Weitere Vorteile: ich bin nicht ansteckend, ich darf alles essen, mir ist nicht schlecht, ich muss kein pinkfarbenes Penicillin schlucken, niemand schiebt mir einen Holzspatel bis hinter die Würgegrenze in den Hals, und niemand zwingt mich, zermatschte Bananen zu essen. Neben mir steht auch kein Eimer, ich muss keinen Schal tragen, und zum ersten Mal in meinem Leben habe ich etwas gemeinsam mit Sophia Loren! Die musste nämlich laut L. ihre ganze Schwangerschaft hindurch liegen. Und mit Sofia Loren kann man gar nicht genug Gemeinsamkeiten haben.

Es hat aber auch einen entscheidenden Nachteil: Hier geht es um mehr als darum, einer Mathearbeit aus dem Weg zu gehen. Und nun hab ich die Beiden sogar auch noch auf dem Ultraschall-Schirm im Krankenhaus gesehen, schöner Mist. (Sie sahen übrigens ungefähr so aus wie ungeknackte Mandeln.) Und eigentlich kann ich so verflixt wenig tun. Ich kann nur langsam machen, mich bedienen lassen, liegen und Daumen drücken. Und das Beste hoffen für den Ultraschall morgen früh. Ach, ihr zwei gesichtslosen Nubbelchen, ich zähle auf Euch. Ich liege, so doll ich kann, und ihr müsst euch festklammern, so doll ihr könnt. Versprecht ihr das?

Von meinem Eis für Nur Noch Jedes Dritte Mal Nachsehen, Ob Ich Blute bin ich jedenfalls so weit entfernt wie noch nie. Und das Nachsehen lohnt sich, ich blute. Zum Glück ist es im Moment nur bräunliches und damit „altes Blut“ (einer der ekligsten Ausdrücke, die ich je gehört habe), was wohl ein gutes Zeichen ist. Nun muss ich hoffen, dass es nicht frischer, röter und mehr wird.
Es wird überhaupt viel gehofft hier in letzter Zeit.

Samstag, 18. Juli 2009

Zwei oder Null

Ich bin aufgewacht und habe geblutet, nicht viel, aber genug, um auf Notfall zu schalten und ins Krankenhaus um die Ecke zu gehen. Es gab einen Ultraschall, zwei Ärzte, die beide meinten, nun erst mal Bettruhe und Montag noch ein Ultraschall, und es gab einen Blick auf zwei Fruchtblasen. Zwei. Eine etwas größer als die andere.

Jetzt liege ich hier und weiß nicht, ob ich mich freuen soll, dass es zwei sind, oder ob ich traurig sein soll, dass es bald vielleicht gar keine mehr ist.

Prilblümchen, Prilblümchen, habe ich auf euch den Eindruck gemacht, ich würde mich langweilen?