was bei mir ca. eine halbe Stunde dauert und eine halbe Rolle Wattepads frisst, weil ich das einfach verdammt noch mal nicht kann (weshalb mir der Weg so vieler Mütter aus Kreativberufen verbaut ist, in Zukunft einfach herzchengesäumte selbstgehäkelte Niedlichkeiten zu verkaufen und dem ganzen Unterfangen einen irgendwie lindgrenigen Namen zu geben wie Hollerbü oder Lilleblom - feine Handarbeiten sind mein Albtraum, es sei denn, ich stelle etwas her, was ich hinterher essen kann - dann geht's), jedenfalls, gerade wenn der Lack endlich so verteilt ist, dass er jetzt in Frieden trocknen könnte und ich damit unter Erwachsene gehen könnte, dann wirft sich der Hund in meine Arme, oder meine Nase fängt an, entsetzlich zu jucken, oder es klingelt an der Tür, oder L. braucht mich und meine Hände dringend für irgendwas.
Und gerade, als ich schon dachte, nun wird mit Legehenne und ihrer Wurst alles gut und es gibt eine weitere Kinderwunschgeschichte mit Happy End, da fängt sie an zu bluten. Nachdem sie den ersten Schock auf dem Firmenklo weggeatmet und zwei-drei panische Telefonate geführt hatte, ist sie wie auf rohen Eiern zu ihrer normalen Gynäkologin gegangen, die zum Glück nur zwei Straßen weiter ist. Dabei war dieser ganze Besuch ein einziges Déjà-vu: genau bei dieser Ärztin hat sie damals erfahren, dass ihr erster Brummer sich inzwischen verabschiedet hatte. Auch diesmal saß wieder das Wartezimmer voller Schwangerer und Muttis, und wieso gucken die eigentlich so mucksch, was haben die denn bitte für einen Grund, jemals im Leben wieder mucksch zu gucken? Aber diesmal lief es trotzdem anders und besser: auf dem Ultraschall zeigte sich ein Hämatom in der Gebärmutter. Und eine immer noch völlig intakte Fruchtblase mit einem intakten Brummer samt intaktem Herzschlag darin. Hämatom ist gut: damit war jedenfalls eine Erklärung für das Blut gefunden, die nicht zwangsläufig Fehlgeburt bedeuten muss. Und die Ärztin war optimistisch genug, sofort die ersten zwei Kontrolltermine mit ihr auszumachen, beide im Dezember. (Damn. Scheinbar doch keine Hoffnung auf die Sorte Schwangerschaft, bei der man so zwei-dreimal reinschneit, um Hallo zu sagen und ein bisschen zu schallen.) Dann zog sich Legehenne ihre Strumpfhose wieder an, atmete tief durch, holte sich eine Krankschreibung bis zum 30. November am Empfang und im Telefonat mit der KiWu-Ärztin noch die Anweisung, ab jetzt dreimal täglich zwei Utrogest einzuführen, und rief sich ein Taxi, um sich zuhause ins Bettchen zu legen. Und dort bleibt sie jetzt, bis auf kurze Ausflüge unter die Dusche oder aufs Klo, bis Dienstag. Dann ist der nächste Termin. Und so lange es nicht stärker blutet oder stückig wird, besteht kein Anlass, in Tränen auszubrechen.
Jetzt liegt sie da also, lernt ein bisschen Italienisch mit Rosetta Stone, guckt sich grey's anatomy-Folgen im Netz an und hat beschlossen, dass sie sich zwar die Augen wundglotzen wird, aber der Brummer erst mal Fernsehverbot hat. Seine Mutter so zu erschrecken, ehrlich.
spaghetti aglio e olio
vor 1 Woche