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Montag, 6. April 2015

And now for something completely different

Wer zwei kleine Kinder unter zwei Jahren hat, der sehnt sich nach Dingen, die sich einfach erledigen und abhaken lassen und funktionieren. Davon gibt es gerade nicht viele in meinem Leben. Also habe ich künstlich nachgeholfen und mir die 100-Rezepte-in-einem-Jahr-Sache ausgedacht. Ich wollte bis Silvester hundert mal nach Rezept kochen. Es müssen keine neuen Rezepte sein, auch keine aufwendigen, nur eins ist Bedingung: ich muss nachschlagen müssen, wie das geht, und es dann eben machen.
Heute ist der sechste April, und bisher stehen auf der Liste:

Gefüllte Paprikaschoten (Rezept: Mama) in zwei Versionen: mit Hack für Kalle und mich, mit Reis und Schafskäse für L.
Mexican Chocolate Icebox Cookies (Dinner: a love story)
“Persischer Auflauf” nach vagen Ideen von L., nachgeschlagen bei chefkoch.de
Blutorangen-Kardamom-Sorbet (A Change of Appetite)
Tomaten-Curry (Nigella Kitchen)
Kokos-Reis (Nigella Kitchen)
Zitronen-Risotto (allerdings mit Hirse), Nigella Bites
Gebackener Fenchel (Claudia Roden, Food of Italy)
Apfelnusskuchen (Food of Italy)
Popcorn Cookies (Smitten Kitchen)
Schweineschulter-Ragù (Dinner - a love story)
Linsen-Bolognese (eat - nigel slater)
Marmorkuchen (dr oetker, Backen macht Freude)
Fisch in Bierteig (Gordon Ramsay, great british pub food)
Indischer Dhal (Natural Basics)
Lauch in weißer Sauce (Nigella Kitchen)
Salt and Pepper wings (Nigella: Feast)
Orange Granita (Food of Italy) mit Bitterorangen
Damp lemon and almond cake (Nigella, How to be a Domestic Goddess)
Marcella Hazan’s Pork braised in milk (Dinner, a love story)
Risi e bisi (Nigella: Forever Summer)
Gebackener Schafskäse in der Folie (Delicious days)
Green Bean and Lemon Casserole (Nigella, Feast)
Überbackener Blumenkohl (What Katie ate at the Weekend)

Das sind 23 Rezepte in etwas mehr als einem Vierteljahr. Das heißt, ich bin noch hinter dem Soll zurück, aber ich fühle mich nicht das kleinste Bisschen unter Druck. Und auch, wenn längst nicht jedes dieser Rezepte mit vielen Sternchen verziert wurde und auf die Liste der Sachen gewandert ist, die ich unbedingt bald wieder essen will, hat doch jedes eine ordentliche Dosis Selbstzufriedenheit mit sich gebracht, die ich gerade an anderer Stelle schmerzlich vermisse und dringend brauchen kann. (Falls es eine interessiert: unbedingt mindestens einmal im Monat essen will ich das Ragù von der Schweineschulter, das zehn Minuten Arbeit macht, die ganze Bude mit einem himmlischen Duft erfüllt, köstlich auf Pasta schmeckt, von Kalle geliebt wird und sich 1a einfrieren lässt. Außerdem Risi e Bisi, die grünen Bohnen mit Zitrone, das Zitronen-Hirse-Risotto, die Salt-and-Pepper-Wings, und spätestens zu Weihnachten mache ich die Mexiko-Kekse wieder. Nicht so angetan war ich z.B. von den Popcornkeksen, ein Rezept, das ich schon seit zwei Jahren umkreise, und in dem das Popcorn nur gestört hat, und was "What Katie ate" betrifft - ein Kochbuch, dass ich mir von meinen Eltern gewünscht und bekommen habe und das so hübsch aussieht - schwant mir gerade, dass es außer diesem hübschen Aussehen nicht so viel zu bieten hat. Aber wir werden sehen, die Rippchen z.B. probiere ich noch aus, genau wie ein paar der Backrezepte.) Ich weiß, es klingt nach Hausfrauenoverkill, sich mit zwei Würmchen auch noch ein Projekt zu suchen, aber mir hilft es. Denn nichts, was mit Kindern zu tun hat, lässt sich so gut planen und dann (oft innerhalb von gerade mal zehn Minuten) einfach machen. Ganz davon abgesehen, dass mit vollem Bauch fast alles besser geht.

Morgen um zwölf ist unser Termin mit Michel in Altona. Drei Monate sind um. Drei Monate mit mindestens 23 Stunden Schiene am Tag. Wenn ich anderen davon erzählt habe, ist mir neulich aufgefallen, habe ich es oft so erzählt, als wäre das alles toootal unkompliziert und einfach gewesen. Der Snowboard-Satz fiel z.B. oft. "Dann hat er zwei kleine Sandalen an, die werden beide fest in die Schiene eingeklickt, und dann steht er da wie auf einem kleinen Snowboard." Snowboard: da denkt doch keiner an Probleme, Behinderung, Arztbesuche und Kummer - saucooles Kind, als Baby schon auf dem Snowboard! Warum ich das immer und immer wieder so gemacht habe, kriege ich eines Tages auch noch heraus, es muss wohl irgendwie geholfen haben. Und Hilfe war nötig, es war nämlich alles andere als unkompliziert und einfach. Wenn ich die Schuhe und Strümpfe ausgezogen habe, waren da oft merkwürdige Falten und Stellen am Fuß, und auch, wenn die Ärztin uns beruhigt hat, nachdem ich ihr das immer wieder als Foto gemailt habe - wer immer mit der Tube Bepanthen in der Hand jede kleine Rötung am Po verarztet und beim ersten Husten das Fieberthermometer sucht, den lässt das erst Recht nicht kalt. Die Hauptursache für das Scheitern der Klumpfuß-Behandlung sind inkonsequente und zu nachgiebige Eltern, das habe ich mir so oft vorgebetet. Egal, wie er gebrüllt hat, egal, wie mies die Nacht gerade war, gerade wenn er brüllte, haben wir die Schiene nicht ausgezogen. Denn auch ein drei Monate altes Baby ist schon schlau genug, um zu kapieren: ich brülle lang genug, dann bin ich das Ding los, also brülle ich mal. Und keine Unbequemlichkeit jetzt kann so schlimm sein, wie eines Tages mit schiefen Füßen durchs Leben schlurfen zu müssen. Also hat er gebrüllt, und wir haben die Zähne zusammengebissen. Mit dem Ding hat Tragen in der Manduca oder im Tuch nicht funktioniert, und in seinen wirklich großzügig geschnittenen Kinderwagen hat er damit auch kaum gepasst. Ich weiß, dass wir froh sein können, in einem Land mit so toller medizinischer Versorgung zu leben und dass es großartig ist, wie viel man heute tun kann - ganz ohne OP. Wenn ich mir die Bilder ansehe von seinen Füßen, die wir nach der Geburt gemacht haben, ist es nicht zu fassen, dass sie fünf Monate später so aussehen - bis auf die leichten Verformungen durch die Schuhe völlig normal. Wir sollten die Schiene also täglich loben und preisen und ein Foto von ihr in unseren Brieftaschen herumtragen. Aber trotzdem bin ich gottfroh, wenn wir morgen die erlösende Nachricht bekommen, dass er das Ding ab sofort nur noch 14 Stunden täglich tragen muss - also nur noch nachts und zum Mittagsschlaf. (Mittagsschlaf, Michel. Das wird was ganz Neues für Dich! Ist das spannend! Oder?)

Kalle kann inzwischen Ostereier suchen, finden und essen. Tatsächlich ist für mich gestern eins dieser Phantasiebilder wahr geworden, die mich als Abkürzungsdame immer mal gefoltert, mal bei Laune gehalten haben, und es war genau so, wie ich immer dachte. Wir sind durch den sonnigen Garten gelaufen, der zum Wochenendhaus von L.s Mutter gehört, wo wir jedes Jahr an Ostern sind. Ich hatte morgens im Schlafanzug Eier versteckt, und jetzt waren wir zu dritt unterwegs, Kalle mit einem kleinen Körbchen. Er hat sie alle gefunden, in sein Körbchen gelegt, auf das er nur zweimal gefallen ist, ohne größeren Schaden anzurichten, er hatte riesige Augen und ganz rote Wangen, und am Ende hat er den Inhalt seines Körbchens unaufgefordert mit uns allen geteilt. Ich konnte nur denken, und ich habe wirklich nicht mehr dran geglaubt, nur noch ein bisschen zum Spaß, dass das eines Tages mal passiert. Ist es aber.

Neues aus seinem Vokabular:
Alabala (Luftballon)
Dau (Michel)
Altsch (Saft)
Paltsch (Salz)
A-A (Giraffe)
Außerdem Lampe, Lachs, Anziehen, Tiger, Bär, Pipi, Milch, Ei, Hase und Nase.

Die Nächte sind gerade so grauenhaft, dass ich gar nicht anfangen will, ausführlich davon zu schreiben, denn wenn ich davon anfangen würde, hätte ich mich ruckzuck in eine Situation hineinmanövriert, in der ich mich ein Jahr lang nur noch entschuldigen und dankbar zeigen muss, damit das Internet mir das verzeiht. (Stellt euch bitte mal vor, man dürfte nicht über seinen Job meckern, ohne sofort hinterherzuschieben, dass man weiß, wie viel Glück man hat, überhaupt einen Job zu haben. Dass man weiß, wie viele einen Job verdient hätten, aber keinen haben. Dass man seinen Job liebt. Dass man überhaupt insgesamt eigentlich nicht meckern will, es ist nur so, dass... es wäre zum Durchdrehen.) Letzte Nacht hat Michel nur zweimal dazwischengefunkt, während ich mit meiner Schwiegermutter "Notorious" im Fernsehen gesehen habe. Um zehn bin ich mit ihm ins Bett gegangen. Dann war er bis eins wach und ungnädig, wollte trinken, aber weder bei mir noch aus der Flasche, hat gekratzt, gezwickt, geknatscht und mich an den Haaren gezogen und mit seinen beschienten Füßen grün und blau getreten. Dann hat er geschlafen bis halb drei, bis fünf wieder Terror, dann Schlaf bis halb sieben, wieder eine halbe Stunde, diesmal ist Kalle aufgewacht und wollte zu mir ins Bett, und dann sind beide wie durch ein Wunder noch mal bis neun eingeschlafen. Seit halb eins konnte ich nur noch auf die erste Tasse Tee des Tages hinfiebern. Aber die hat dann auch wirklich geholfen.

Aber trotzdem: auch wenn äußerlich nichts, aber auch gar nichts besser wird: die Katastrophenstimmung ist dahin. Ich liege nachts da, so müde, dass ich nur noch schreien will, und denke: noch ein Jahr, dann habe ich zwei Kinder, die beide mit mir sprechen können, wenigstens ein bisschen. Die ich nachts in ihr Bett nebenan lege, die bestimmt auch mal nachts was wollen, aber die ansonsten verstehen, wenn ich abends zu ihnen sage: gute Nacht, schlaf gut, morgen wird ein schöner Tag.

Und das geht schnell, hoffentlich. Morgen wird ein gutes Jahr.

Sonntag, 9. März 2014

Wir können nicht alle Sophia Loren sein.

Aber nicht nur in meinem Bauch wächst jemand, nein, Nigel ist ja auch noch da! Viele Mütter werden die Stirne darüber runzeln, dass Nigel immer noch Brei aus Gläschen bekommt. Ich war irgendwann zu der Ansicht gekommen, dass ich mich absolut nicht dazu aufraffen kann, babygerechte Nahrung zuzubereiten, die doch eigentlich nur aus zwei pürierten Gemüsen und sonst nix besteht. Trotzdem hielt sich hartnäckig die miese Stinkwanze im Kopf, die von Zeit zu Zeit giftig zischte: "Aber eine GUTE Mutter würde es trotzdem tun. Sie würde auf den Kilometer entfernten Biomarkt fahren und liebevoll das schönste Gemüse der Saison auswählen, dann ein Stückchen Biopute einwickeln lassen und zuhause ans Werk gehen, und wenn der kleine Nigel das dann nicht isst, dann würde sie es milde lächelnd den Hunden geben. 'Da, ihr Racker, lasst es euch schmecken!'. Und am nächsten Tag wieder von vorne. Aber tja, so eine gute Mutter bist du dann wohl scheinbar nicht..."

Allerdings tja... ich jedenfalls habe in den letzten Wochen so ziemlich jedes Biogläschen von Alnatura durchprobiert, das zu Nigels Alter passt, die süßen und die sal... nach gar nichts schmeckenden. Ich habe sogar ein kleines, leinengebundenes Büchlein, das eigentlich mal für andere Zwecke gedacht war, der Aufgabe gewidmet, zu protokollieren, was ihm schmeckt und was nicht. Es zeigte sich, dass ich natürlich protokollieren kann, so viel ich will, dass sich aber trotzdem keine Regel erkennen lässt. Was er vor drei Tagen noch bis auf den letzten Friemel verschlungen hat, spuckt er heute im hohen Bogen wieder aus. Kartoffeln, Pastinaken und Rindfleisch z.B. steigen und fallen in der Gunst im 24-Stunden-Takt.

Gestern habe ich zum ersten Mal seit ziemlich langer Zeit mal wieder in den Blog von Wednesday Chef Luisa geguckt. Sie hat dort eine Rubrik, in der sie für ihren kleinen Sohn Hugo kocht. Und da fiel mir wieder ein, dass es mal etwas gab, was Pastina hieß: ein Italienischer Babyklassiker. Kleine, weiche Nudeln, in einem Schlupp vom eigenen Kochwasser, dazu ein bisschen Olivenöl und Parmesan. So einfach! Und Babys lieben das! Dann noch die Sonne draußen und die Schwangerschaft, ich war vor Glück und Tatendrang wie auf Droge. Um halb zehn hatte ich den gefütterten und gewickelten Nigel im Wagen sitzen und schob los Richtung Markt (nicht Bio, leider, so fein haben wir's hier nicht) und Supermarkt. Ich dachte, jetzt ist Schluss mit Gläschen, ab jetzt koche ich meinem kleinen Muckel zumindest an vier Tagen in der Woche eine einfache, köstliche kleine Mahlzeit! Mit Pastina fangen wir an, und bald röste ich Aprikosen im Ofen und gebe ihm die, oder ein bisschen Gemüse mit Olivenöl, das wird herrlich! Das ist der Beginne einer wunderbaren Reise, die uns demnächst dorthin führt, wo wir nebeneinander in der Küche stehen, er auf einem kindersicheren Tritt, und Seite an Seite Fleischbällchen für unsere Susi-und-Strolch-Pasta rollen.

Hm. Und dann hatte ich endlich die empfohlene De Cecco Babypasta gefunden, nach Hause gebuckelt und zubereitet, und die Reaktion war die gleiche wie auf Kartoffeln, Pastinaken und Rindfleisch an den ganz, ganz schlechten Tagen. Ein Blick, sorgfältig zusammengestellt aus reinem Vorwurf, Verständnislosigkeit, Enttäuschung, Wut, Ekel, Was-hab-ich-nur-verbrochen und Verachtung. Die Hunde saßen schon erwartungsvoll neben dem Hochstuhl, und sie mussten nicht umsonst warten. Dann gab es Hirse-Banane-Apfel aus dem Glas, und die Welt war wieder in Ordnung.

Wieder mal hat meine Küchengöttin Nigella Recht, Recht, Recht: wer Lust hat, für sein Baby zu kochen, soll das unbedingt machen. Wer ab und zu Lust hat, soll es ab und zu tun. Aber niemand sollte das machen, wenn es das Stresslevel von Normaler Wahnsinn mit Baby noch steigert. Denn es besteht eine ziemlich realistische Chance, dass das Baby keine Lust auf das liebevoll gekochte Gemansche hat, und dann sitzt man da, und das sonnige italienische Mama-Lächeln gefriert einem im Gesicht. Und nachdem ich jetzt schon so oft gelesen habe, was Babys schon alles spüren und mitkriegen, kann ich mir nicht vorstellen, dass das gut für eine gesunde Beziehung zum Essen ist: "Owei, wenn ich meine Pastina nicht esse, ist Mama ganz, ganz traurig, will aber nicht, dass ich das merke."

Also, weiter Gläschen, und wenn es mich packt, wieder ein Kochversuch. Wer weiß? Vielleicht ist heute der Tag für Pastina?

Sonntag, 1. Dezember 2013

Einerseits in tiefer Zerknirschung, andererseits aber trotzdem von einem Ohr zum anderen grinsend

Ich habe ein Baby. Hatte ich schon mal erwähnt, oder? Im Moment schläft es nebenan im Stubenwagen in der Küche, aber jede Sekunde kann es wieder wach sein, und dann geht der Spaß weiter mit greifen und brabbeln und kichern und fuchteln. Noch nie vorher gab es das, dass ich ihn achtzig mal am Tag anstarre und denke wie zum ersten Mal: ich habe ein Baby. In den letzten Tagen habe ich so viel Zeit mit ihm verbracht, dass es sich manchmal anfühlt, als wären wir an der Hüfte zusammengewachsen, und fast jede Minute davon hat Spaß gemacht. Seit Donnerstag bekommt er mittags Gläschen, und ich bekomme schon eine leise Ahnung davon, was für großartige Zeiten wir zwei rund ums Essen erleben werden. Erster Tag: Apfel pur aus dem Glas. Er hat gegessen, aber Begeisterung sieht anders aus. Wie Begeisterung aussieht, habe ich dann am Freitag erlebt, als wir zum ersten Mal Kürbis hatten. Gestern dann die zweite Hälfte des Kürbisgläschens, und heute - mal sehen? Gerade gab es zum dritten Frühstück eine kleine Schale zermatschte Banane mit Premilch angerührt, und er hat mir sehr höflich zu verstehen gegeben, dass ich das bitte so schnell nicht noch mal versuche. Mein Kind mag salzig lieber als süß! (Bevor jetzt hier jemand vor Schreck einen Schlaganfall bekommt, nein, ich tue kein Salz an die Gemüsegläschen.) Auch da kommt er nach mir. Noch mal zum Gläschen- vs. Selbstkoch-Thema: Ich bleibe dabei. So lange die Gläschen aus einzelnen Zutaten bestehen, sehe ich absolut keinen Grund, das selbst zu machen - im Gegenteil, ich gehe fest davon aus, dass die Gläschenfirma das besser hinkriegt: frischeres Gemüse ohne Umweg über Großmarkt und Edeka-Lieferant, auf die Sekunde genau austarierte Garzeit, gesetzlich vorgeschriebene penibelste Hygiene-Standards. Da kann ich mit meinem Pürierstab und meinem Mikrowellen-Dämpfkorb nicht gegen an. Aber bald beginnt die Zeit, in der Ndogo auch mal was Spannenderes probieren darf. Und dann lege ich los, dass es nur so knallt. Das passende Post-Label hab ich schon mal eingeführt.

Heute ist L. bei seinem Nerdsport, und wir machen es uns weihnachtlich. Gerade habe ich eine große Dose Spritzgebäck mit dem Fleischwolf meiner Oma produziert, während das Baby (ich habe nämlich ein Baby.) in der Wiege danebenlag und hingerissen die eine Kerze am Adventskranz angestarrt hat. Dazu lief meine Weihnachtsplaylist, und nachher zünden wir vielleicht noch die Kerzen an der Weihnachtspyramide an. Nicht, dass ich all das nicht auch die letzten Jahre schon veranstaltet hätte, Weihnachten kann ich auch gut alleine. (Und auch dieses Jahr bringt mich diese niederträchtige Ferrero-Plakataktion "Was wäre Weihnachten ohne Kinder?" wieder zur Weißglut wie eh und je. Denken die eigentlich nicht nach? Oder denken die sehr wohl nach, aber machen es einfach trotzdem?) Trotzdem bin ich gerade so dermaßen dankbar, dass mir eigentlich Marzipan aus den Ohren quellen müsste. Ich habe ein Baby. Ist das zu fassen?

Damit zum Stammtisch. Und ich weiß, ich hab es versprochen, und ich wollte wirklich, aber es ist wie verhext. An einem der Montage bin ich auf einem Geburtstag eingeladen. Am anderen Montag will meine Auftraggeberagentur - Überraschung! - dass ich mit ihr über Nacht zur Agenturweihnachtsfeier fliege. Und der dritte angebotene Termin ist futschi, weil sich für diese Nacht im Kielwasser einer anderen Agenturweihnachtsfeier Besuch aus Berlin angekündigt hat, den ich schon viel, viel zu lange nicht mehr gesehen habe. Bitte verbucht es nicht unter "War ja klar, sobald Flora ein Baby hat, sind die Abkürzungsdamen nicht mehr wichtig", sondern unter "So ist das eben vor Weihnachten, eben noch wochenlang ein freier Tag neben dem anderen, dann macht es einmal leise 'Puff' und alles ist voll mit irgendwelchen Terminen." Ich wäre aber sehr dafür, dass wir jetzt schon einen Termin für Januar festmachen und schlage hiermit vor: Freitag, der dritte, oder Freitag, der siebzehnte. An beiden Terminen hat L. Zeit, den Babysitter zu machen. An keinem der Termine hat jemand Geburtstag.

Und jetzt wünsche ich allen Abkürzungs- und Ex-Abkürzungsdamen einen schönen ersten Advent.