Mittwoch, 5. August 2015

Weiß hier jemand, ob Schlaf manische Phasen auslösen kann?

So sieht's nämlich aus hier: heute ist unser Kindermädchen noch da. Morgen nicht, und morgen tagsüber stehe ich noch mal vor der unfassbar harten und brutalen Aufgabe, meine beiden Kinder alleine (!GASP!) zu betreuen. Bis Abends dann meine Schwester kommt, die bis Sonntag bleibt. Und Freitags meine Eltern dazu kommen, für die ich seit der Geburt der beiden nur noch eine Nebenattraktion bin und die bis Sonntag liebevoll mit meinen Jungs herummuckeln werden. Sonntag gegen Abend kommt L. von seiner Wochenend-Eskapade zurück, wir gehen vielleicht mal auf diesen Eismarkt am Alten Mädchen, und Montag morgen würde ich am liebsten eine Flasche Sekt öffnen, wäre gerade nicht alkoholfrei, denn Montag fängt nach drei Wochen Sommerferien die Kita wieder an. Dann ist ja quasi schon Mitte August! Dann also noch der halbe August, dann September, Oktober, und vielleicht hat Michel ab November auch einen Kitaplatz. Gerade liegt die Welt vor mir wie eine große, bunte... was weiß ich... jedenfalls wie etwas Schönes, Entspanntes, Sommerliches und Fröhliches. Es ist nämlich so, dass ich zwar gerade von keinem anderen Treibstoff als koffeinfreiem Kaffee mit Eiswürfeln und dem einen oder anderen Glas Buttermilch angetrieben tatsächlich viel Spaß mit den beiden Jungs habe und sie hoffentlich auch mit mir, dass ich sie gerade täglich ungefähr 50mal sentimental anglotze und denke "Hach!" oder so, aber trotzdem habe ich auch gerade das Gefühl, ich könnte noch so viel anderes tun. Ich habe ein paar Ideen, die ich gerne aufschreiben würde, ich muss mir langsam überlegen, was und wann und wie ich wieder arbeiten will, und sobald meine zweiten Tage seit der Geburt endlich vorbei sind (ein grässliches Blutbad, ist das jetzt immer so?), kommt Gewicht Nr.4 zum Einsatz und dann hoffentlich auch bald die Laufschuhe wieder.

Michel wacht jetzt im Schnitt pro Nacht nur noch zwei mal auf, und ich vibriere vor Tatendrang. Schlaf ist tatsächlich der ganze Unterschied. Mit oder ohne Schlaf stellt sich die exakt gleiche Szenerie dar wie einmal von David Lynch gefilmt und einmal von den Leuten, die sonst die Ferrero-Weihnachts-Werbefilme drehen. Ohne Schlaf ist das Leben ein ständiger zäher Kampf gegen lauter kleine Gemeinheiten, die in meiner spröden, müden Seele schrapnellartige Schäden anrichten. Ohne Schlaf drohen Nervenzusammenbrüche wegen einer patzigen Bemerkung oder einer nicht weggeräumten Kaffeetasse von L.. Ohne Schlaf ist Kindergebrüll immer persönlich gemeint und der Beweis, dass ich als Mutter eine Vollniete bin. Ohne Schlaf habe ich absolut keine Reserven für solche Mini-Kataströphchen wie eine leere Waschmittelbox, eine runtergefallene halbvolle Glasnuckelflasche, eine ausgelaufene Windel oder eine Osteopathin, die in den Sommerurlaub fährt, wenn mein Rücken sie dringend bräuchte. Mit - türilü, kein Problem! Lächle, und die Kinder lächeln zurück! Hach, was ham die alle nur, die Muttibloggerinnen und ihr ewiges Gejammer von wegen keine Zeit zum Duschen? Ey, einatmen, ausatmen! Mutti hatte ihre sechs Stunden heute Nacht, genau wie gestern und vorgestern auch! Und jetzt? Suche ich mir einen Cellolehrer? Lerne ich japanisch? Oder diesen Tanz, wo sie immer in der Scheune herumstampfen und Yippie schreien?

Nee, bei näherer Überlegung wohl doch nicht.



Kommentare:

  1. Ad 'Blutbad': Lass dir Tranexamsäure verschreiben und alles ist gut.

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  2. Blutbad? Passt. Auch bei Zyklus Nummer 4 nach Geburt.
    Ein feinstes Massaker.

    Liebe Grüße
    Penny

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  3. Sag nix ich hätte fast 2 Jahre kaum Schlaf auch kein Urlaub ohne Kind bzw Nanny man überlebt alles und nun endlich endlich schläft die Große zu 80% durch und ich verrückte bekomme ich wenigen Wochen Kind Nummer zwei und der Schlaf ist sicher wieder am Arsch nichtmal mit Sekt könnte ich den dann herbeirufen

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  4. Ich lese deinen Blog wirklich sehr gerne und du schreibst herzerfrischend, aber jetzt mal ganz ehrlich (als Zwillingsmutter mit 18 Monate alten Kindern - ohne Kita, Großeltern und Kindermädchen) - das mit dem einen Tag Kind alleine betreuen, meinst du nicht ernst, oder?

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    1. Das hast Du ganz richtig erkannt. :)

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  5. Es sollte sich auch gar nicht blöd anhören, denn ich kann sehr, sehr gut verstehen, dass man irgendwann mal wieder was fürs Hirn und Selbstwertgefühl braucht (und nein, das heißt nicht, dass reine Vollzeitmütter beides nicht haben - Achtung doppelte Verneinung). Alles Gute dir und deinen Plänen!

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  6. Ich habe jetzt verstanden, wozu es Tampons in super plus gibt ;)

    Liebe Grüße
    Katharina

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  7. Ach ich versteh Dich gut. Wir haben den schlechtesten Schläfer der Welt. Jetzt mit 4 ist alles super, aber so bis ca 2 1/2 hatten wir immer unglaublich schlechte Phasen, da waren 6 Stunden durchschlafen schon ein Highlight...Hab mich manches Mal echt gefühlt wie ein Zombie. Zum Glück geht alles vorbei :-)

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