Bei Diäten (Weight Watchers, Fasten - ja, ich weiß, keine Diät, wäwäwäwäwäwä, abends keine Kohlehydrate etc.) hat das schon dufte funktioniert, mit Würmchen wird es genau so super laufen, da wette ich: ich suche mir raus, was gut für mich klingt, und ignoriere den Rest. Mit anderen Worten, ich mach mir die Welt, so wie sie mir gefällt.
1. Würmchens erste Reise.
Irgendwo habe ich gelesen, die allerallerbeste Reisezeit mit kleinen Kindern ist die, wenn sie noch nicht laufen können, sondern einfach in ihrem Wagen liegen oder sitzen und sich willenlos von Mama und Papa durch eine ferne Metropole schieben lassen. Vorausgesetzt, die Metropole verfügt über sauberes Trinkwasser und ausreichende medizinische Versorgung, soll das kein Problem sein. Und ich plane. Ich liege hier herum und plane, dass die Schwarte kracht. Vielleicht endlich mal nach San Francisco? Oder doch wieder New York? Rom? Egal, noch diesen Herbst hoffe ich, die ganze Bande zusammenzupacken und auszutesten, ob mein Kind zu der Sorte gehört, die einen Flug mit ein paar fröhlichen Glucksern übersteht und die Banknachbarn von den Sitzen flirtet oder eben zu der anderen Sorte.
2. Stillen.
Das mit dem Stillen werde ich unter der Regie meiner Hebamme mal versuchen. Ich werde sogar die Tipps befolgen, die sie mir gibt, seien es Kohlblätter oder Wollmilchsalbe oder bloß nichts draufschmieren, wird nur schlimmer. Mit Hütchen und ohne. Sollte es laufen, mache ich das so ca. drei-vier Monate. Sollte es nicht laufen, läuft es nicht, und ich hoffe, ich bekomme deshalb keinen Schuldkomplex. Ziel ist es, ein zufriedenes, gesundes Baby zu haben, aber auch eine zufriedene, gesunde Mutter zu bleiben. Und irgendwo dahinter wartet das noch viel größere Ziel, meinem Baby ein freundschaftliches und offenes Verhältnis zum Essen anzugewöhnen. Wir werden sehen.
3. Wickeltisch.
Unser Wickeltisch wird kein Wickeltisch, sondern eine dieser Küchenkommoden, die es bei Ikea gibt. Die meisten sind aus der Värde-Serie oder sehen jedenfalls so aus, als wären sie. Die sehen erstens dreimal besser aus als so ein komisches fake-landhausmäßiges Wickeldings. Zweitens liebt L. diese Möbel schon lange und streichelt sie jedes Mal, wenn wir bei Ikea sind, endlich hätten wir einen Grund, eins zu kaufen. Drittens sind sie als Küchenmöbel schön hoch, man holt sich also keine Rückenprobleme, wenn man Würmchen darauf viele liebe Mal wickelt. Viertens sind sie irre praktisch mit den Schubladen usw. Siebzehntens schaffe ich mir lieber ein Möbelstück an, das ich zwanzig Jahre lang benutzen kann, als eins für zwei Jahre. Obendrauf kommt eine Wickelauflage unserer Wahl, daneben ist noch Platz für die Sachen, die man ständig braucht, und alles andere wandert nach unten in die Schubladen. Perfekt, finde ich!
4. Erziehungsweisheiten.
Heute müssten zwei weitere Babybücher in der Post sein: das zweite Druckerman-Buch, das die Erkenntnisse aus "Warum französische Kinder keine Nervensägen sind" zu 100 Regeln zusammenfasst, und das Buch "french kids eat everything" von Karen le Billon. Ich werde berichten.
5. Job.
Das Thema Arbeit hat sich erst mal erledigt, sollte man denken. Heute oder morgen werde ich noch einmal ein paar Filmideen zu Papier bringen, die im Kopf eigentlich schon fertig sind, und noch an die Agentur schicken. Einfach, weil ich das so will und die Ideen zu schade sind, um in ein paar Wochen im Stillnebel zu verschwinden. Sollte die Agentur das falsch verstehen und mich demnächst öfter anhauen, ob ich hier noch mal kurz und da noch mal kurz kann, dann sage ich freundlich nein. Ich habe das Gefühl, ich hatte in dieser ganzen Schwangerschaft noch keine so gute Idee wie die, es jetzt zu lassen (na gut, "Idee" ist vielleicht das falsche Wort...). Es geht mir um Längen besser.
6. Kita.
Zwar haben wir es eine Weile vor uns hergeschoben, aber in den nächsten Wochen müssen wir uns vorsichtshalber noch in ein paar weiteren Kitas anmelden. Drei habe ich schon im Auge: eine, weil sie so nah ist. Eine, weil sie im Wald liegt und den Kindern wohl früh die Nähe zur Natur vermitteln will. Und eine, weil wir darüber so viel Gutes gehört haben. Dann hätten wir insgesamt vier Eisen im Feuer, würden immer noch hoffen, dass es bei Nr.1 klappt, aber wenn nicht, dann hoffentlich bei einer der anderen. Im Vorort zu leben, hat auch seine Vorteile: ich fürchte, Eppendorfer Schwangere kommen unter acht Anmeldungen nicht weg.
7. Geburtsvorbereitungskurs.
Das mit dem Geburtsvorbereitungskurs wird nichts mehr. Die Hebammenpraxen haben mit einer Ausnahme bis heute nicht auf meine Emails mit Anfragen geantwortet, also habe ich angerufen und in jedem Fall den Bescheid bekommen, hach wie schade, nun wäre der letzte Platz gerade weg. (Ich verstehe, dass Emails für Hebammen vielleicht nicht das Kommunikationsmittel der Wahl sind. Dann würde ich allerdings auch einfach darauf verzichten, eine Adresse über meine Homepage anzubieten.) Der einzige Kurs, in den wir noch gekommmen wären, wäre ein Wochenendkurs gewesen, der an L.s Geburtstagswochenende ist. Tut mir leid, da haben wir was anderes vor. Jetzt muss es ohne gehen. Ich gucke allerdings gerade sehr eifrig nach einem Kurs, der Säuglingspflege und Erste Hilfe bei Babys kombiniert. Scheint es nicht zu geben, aber vielleicht habe ich noch nicht gründlich genug geguckt? Sonst eben beides in einem eigenen Kurs. Heute morgen habe ich den Kopf meines Babys wieder irgendwo schräg hinterm Bauchnabel ertastet. Ich glaube auch nicht so richtig an die Plazenta-Wunderwanderung. Und wo es sich doch mehr und mehr zu einem Kaiserschnitt zusammenzieht, kann ich mir den Hechelkurs wirklich sparen. Sollte es auch mit der Säuglingspflege nichts werden, würde mich der Erste-Hilfe-Kurs doch beruhigen. Säuglingspflege habe ich noch ein bisschen im Kopf, so ist das, wenn man eine elf Jahre jüngere Schwester hat, die auch mal Windeln und Fläschchen und all das brauchte. Und die Nachsorgehebamme ist ja auch noch da, yay!
8. Mein ganz privater Mutterschutz.
Auf die Hochzeit in Berlin fahren wir noch. Danach ist Schluss. Ich möchte dann bis zur Geburt bitte nichts mehr vorhaben, jedenfalls nichts, was erfordert, dass ich eine Tasche packe. Ich freue mich wie Bolle auf ein paar Wochen, in denen ich nur noch hier ein bisschen mit Farbe herumschmiere, da ein bisschen vorkoche und einfriere und davon abgesehen ab und zu mal durch das dann hoffentlich vorhandene Kinderzimmer gehe, mich zufrieden in den Ohrensessel setze und das alles auf mich wirken lasse.
Der Durchschlafplan
vor 16 Stunden
