Freitag, 15. August 2014

Nun doch.

Ich war eigentlich vollkommen überzeugt. "Diesmal nicht" habe ich allen erzählt. "Danke, kein Bedarf." Diesmal wollte ich es ohne Hebamme schaffen. Aber der entgeisterte Gesichtsausdruck meiner Frauenärztin hat an mir genagt. "Das hier wird anders", sagte sie. "Es wird nicht ganz leicht, das mit dem Gips hinzukriegen. Und man braucht vielleicht manchmal noch ein zweites Paar Augen, die beurteilen können, ob das nun noch normal wund ist oder schon behandlungsbedürftig wund." Trotzdem habe ich mich noch eine Weile lang gesträubt, denn meine letzte Hebamme hat keinen besonders tollen Eindruck hinterlassen - ganz davon abgesehen dass ich dachte, Kind Nr. 2 hat ja in Kind Nr. 1 schon einen 1a Elternkurs, wir können das jetzt.

Jetzt habe ich doch eine. Das heißt, ich habe sogar zwei, und weil eine davon noch mindestens eine Woche im Urlaub ist, kann ich mir noch ein paar Tage überlegen, ob ich sie wirklich beide hier antanzen lassen will zum Kennenlernen.

Hebamme 1: ist dem Foto und dem online-Lebenslauf nach zu urteilen mindestens Mitte 50, hat viel Erfahrung in Krankenhäusern, hat zusammen mit anderen Hebammen eine eigene Form der Schwangerschafts- und Rückbildungsgymnastik entwickelt, von der es auch eine "Power"-Variante gibt, was manche vielleicht lächerlich finden, aber was mich erst mal stark für sie einnimmt. Sie arbeitet mit einer Hebammenpraxis zusammen, die nicht weit von hier liegt, dort bietet sie Kurse in dieser Gymnastik an, man kann dort aber auch Erste-Hilfe-Kurse für Babys etc. machen. Zum Thema Klumpfuß sagte sie "Ja, das ist doch kein Problem. Da machen Sie sich mal keine Gedanken." Ich find's gut, dass sie älter ist. Ich finde es auch gut, dass sie keine Anti-Krankenhaus-Hebamme ist. Und auf die Power-Rückbildung bin ich jetzt schon gespannt.

Hebamme 2: Ist ungefähr 40, arbeitet mit einer anderen Hebamme zusammen, in dieser Praxis gibt es auch Kurse, wenn auch keinen mit "Power" im Namen. Am Telefon hat sie mir erzählt, sie hätte in den letzten zwei Jahren fünf Babys mit Klumpfuß betreut, das kann sie also, ich würde aber mit diesem Problem vermutlich Schwierigkeiten haben, eine Hebamme zu finden. Zum Glück ist sie ja da. Ich fand sie am Telefon sehr sympathisch, aber nicht sehr angetan war ich davon, dass sie das drei mal betont hat: Klumpfuß nimmt sie gerne, andere dagegen... schwierig. Damit hat sie dem Ganzen (und sich selbst) unnötigerweise gleich wieder so eine Schwere mitgegeben, die hoffentlich gar nicht nötig ist. Sie ist die, die im Urlaub ist. Ich glaube fast, ich sage ihr ab.

Was sonst noch?

Huck hat sich das Norovirus eingefangen. Jedenfalls sagt das die Kindergärtnerin und sein Arzt. Von Wikipedias Beschreibung abweichend, ist er abgesehen von der Scheißerei aber quietschfidel. Das führte dazu, dass ich diese Woche nicht die ersehnten zwei freien Vormittage am Donnerstag und Freitag hatte, denn in der Kita durfte er nicht bleiben. Die zweite Woche erst, und jetzt das. Ich hoffe, es geht nicht so weiter. Ich hoffe auch, ich werde hier nicht demnächst Hassreden schwingen auf unverantwortliche Kita-Eltern, die ständig allen ihre Mistviren mitgeben, weil sie einfach keinen Bock (oder keine Chance wegen gnadenloser Chefs) haben, ihre kranken Kinder zu Hause zu behalten.

An Momo denke ich ständig, besonders jeden Tag zwei mal um halb zehn. Da hat sie immer ihre Epilepsie-Tablette bekommen. Nächste Woche gehe ich auf dem Heimweg mal bei ihrer alten Tierärztin vorbei und bringe ihr die restlichen Luminal und die Diazepam-Zäpfchen für Epilepsie-Notfälle; in unserem Stadtviertel gibt es mit Sicherheit einige bitterarme Leute mit epileptischem Hund, die sich darüber freuen. Der Vorrat reicht noch mindestens für drei Monate. Wieder mal glaube ich, an diesem L. ist mehr dran, als das menschliche Auge auf den ersten Blick sieht: Als ich die Tabletten irgendwann Ende Juni gekauft habe, wie immer gleich im Großgebinde für fast ein halbes Jahr, hat er in den Tagen danach ungefähr achtmal gesagt "Aber jetzt muss sie auch noch eine Weile leben, damit wir sie noch aufbrauchen können." Wieso? Keine Ahnung. Sie hat weder gekränkelt, noch war sie mit ihren neuneinhalb Jahren mit einer Pfote im Grab, und obwohl ich jedes Mal so eine Klinikmenge bestelle, hat er noch nie so etwas gesagt. Er bleibt mir ein Rätsel.

Außerdem möchte ich euch um etwas bitten. Wie sich an meinem Sieben-Monats-Bauch und dem kleinen Noro-Ndogo oben im Bettchen zeigt, scheint es ja zu wirken, wenn ihr Daumen drückt. Könntet ihr vielleicht noch mal? Es geht um Drillinge, die zu früh gekommen sind. Eine davon ist jetzt schon in Schwierigkeiten. Aber alle drei kämpfen, und ich will nicht, dass dieser Kampf umsonst ist. Also drückt, liebe Damen, drückt! Ich verspreche auch, ich drücke bei Gelegenheit zurück.

Kommentare:

  1. Meine 2 Daumen + 2 Wunderdaumen in meinem Bauch drücken mit!

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  2. und hier noch vier Daumen, die gedrückt sind!

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  3. Ich drücke selbstverständlich auch!
    Zur Hebamme, ich würde ganz klar die Nummer 1 wählen! Zum einen mag ich die etwas älteren lieber, weil ich sie einfach als viel entspannter wahrnehme.
    Und zum zweiten, den Grund hast du selber schon erkannt:)

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  4. Hallo Flora, Daumen sind gedrückt - gibts (hoffentlich gute) Neuigkeiten?

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