Mittwoch, 14. Januar 2015

Problem Nr. zehn.

Gestern morgen war ich zur Ein-Wochen-Kontrolle im Krankenhaus, und es zeigte sich, ich hab es scheinbar zu gut mit meinem Kind gemeint: der Schuh war zu lose, und ich hätte die Ferse einfach ZWINGEN! müssen, ganz hinten unten im Schuh zu sitzen. Unter den Augen der Ärztin haben wir dann geübt, wie man den Schuh so fest anzieht, dass die Ferse keine andere Wahl hat als an der richtigen Stelle zu sitzen. Ansonsten war sie sehr zufrieden, keine Druckstellen (wie auch, wenn der Schuh so lose sitzt?), und um halb elf waren wir wieder zuhause.

Um drei habe ich ihn gewickelt und bei der Gelegenheit den Schuh noch mal ausgezogen, um mir den Fuß anzusehen. Der Fuß sah schrecklich aus. Der obere Teil war eng eingeschnürt und ungefähr halb so breit und dick wie der vordere Teil, an der Seite, wo der engste Riemen sitzt, hatten sich mehrere messerscharfe Falten in der Haut gebildet. Ich war furchtbar erschrocken, habe sofort beide Schuhe ausgezogen, ihn gehätschelt und gestillt und den Fuß fotografiert und das Foto an die Ärztin gemailt. So kann das doch nicht bleiben? Schon gar nicht drei Monate lang? Da fallen ihm doch die Zehen ab? Sie hatte mich schon vorgewarnt, dass sie den ganzen Nachmittag in einer komplizierten OP stecken und nicht in ihre Mails gucken würde, trotzdem saß ich wie auf Kohlen. Nach einer Stunde Freiheit habe ich ihm den Schuh wieder angezogen, wenn auch nicht ganz so fest. Zwar leidet die Korrektur der Achillessehne, wenn der Fuß nicht rechtwinklig im Schuh sitzt, aber immerhin: die Außendrehung war ok. Inzwischen habe ich mir einen Wolf gegoogelt auf der Suche nach anderen Schuhen, anderen Schienen, irgend einer Möglichkeit, den Fuß zu korrigieren ohne diese Verformung. Wie eine japanische Nachwuchs-Geisha! Nee nee nee.

Heute morgen kam die Antwort: GENAU, aber ganz genau so soll der Fuß aussehen, wenn der Schuh korrekt angezogen ist. Weitermachen, danke.

Spätestens jetzt ist es passiert: ich bin ein hysterisches Muttertier. Genau wie alle anderen.

Kommentare:

  1. Liebe Flora,
    das scheint dann so zu sein, wie mit Ballett- oder Wanderschuhen: nur festgeschnürt vermeidet man Blasen. Und ja, Du darfst ein hysterisches Muttertier sein! Eine Fußkorrektur ist kein Spaziergang und Du bist Jakobs Sprachrohr. Lieber einmal zuviel nachfragen und so Fehler vermeiden. Alles richtig gemacht, würde ich sagen.
    Ich hoffe und wünsche euch, dass Jakob sich inzwischen an die Schiene gewöhnt hat!
    Alles Liebe!

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  2. Liebe Flora,

    da darf man aber auch mal "hysterisch" sein. Dass Dir das Herz blutet, wenn Du die kleinen geschundenen Füßchen siehst, ist absolut nachvollziehbar. Du willst ja Jakob nicht weh tun, dann lieber einmal zu viel bei der Ärztin nachgefragt.

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  3. oh mann, wir leiden mit dir. aber wenn das jemand hinkriegt, dann ihr. und vor allem du mit deinem unerschütterlichen humor. das wird. das muss werden!

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  4. Wieso solltest Du hysterisch sein?
    Du bist einfach nur vernünftig!
    Kommt mir komisch vor - nachfragen! So geht man doch auch sonst im Leben vor.

    Frau Doktor sagt - schiete, aber soll so - dann muss wohl so. Und wenn Du ihm die Füsse eben 3 Mal am Tag kontrollierst, und dann im zweifelsfalle "Wird das jetzt eine Druckstelle?" sofort hongehst - dann machst Du meiner Meinung nach alles richtig.
    Nicht hysterisch, sondern sinnvoll. Ängste sind eben ursprünglich tatsächlich da, uns - und unsere Kinder - vor schaden zu bewahren!

    ToiToiToi

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  5. Auch wenn ich jetzt nochmal genau das Gleiche wie im vorherigen Kommentar schreibe: Quatsch hysterisch. Wenn irgendwas komisch ist, dann beenden, nachfragen und dann weiter handeln je nach Anweisung. Das ist doch völlig vernünftig und planvolles Handeln.
    Außerdem hätte ich genauso gehandelt, bei so einem fürchterlichen Aussehen. Wie sollen denn da Druckstellen vermieden werden, wenn die Falten sein müssen? Das war nicht einmal zuviel nachgefragt, sondern genau richtig.
    Nachdem ja vermutlich auch schon der Gips zu eng war, würde ich den Ärzten sowieso nicht übermäßig vertrauen, sondern erst recht kritisch sein. Nachfragen und informieren. Genau wie Du.
    Die Ärztin hätte Dich ja auch darauf vorbereiten können, wie der Fuß aussehen wird (und soll)!
    Viel Kraft und mehr Schlaf wünsche ich Dir!

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