Mittwoch, 27. Dezember 2017

Sagt mal Pilz.

Eure Unterhose schmilzt! Haha! Hahahaaaaaa!

Das haben wir vor 40 Jahren gemacht, das machen sie immer noch, meine Jungs zumindest. Eine kleine Micky Maus zog sich mal die Hosen aus, zog sie wieder an und du bist dran. Ist das nicht schön? Ich finde schon.

Vor ein paar Tagen habe ich ca. zwanzig Minuten mit dem Gedankenexperiment “Wenn die Autoren von ‘Meine Freundin Conni’ Game of Thrones zu Ende schreiben müssten” zugebracht und es dann wegen maulsperrenverursachender Langeweile gelassen. Für alle ohne Kinder und daher ohne Conni: Conni ist ein kleines Mädchen mit gestreiftem Pulli und Jeans (insofern sind wir uns sehr ähnlich) und Heldin von gefühlt 4.237 Geschichten in Buch, Film und Hörspiel, die so ziemlich alles erlebt, was Kindern so widerfahren kann. Sie geht zum Zahnarzt, macht das Seepferdchen, zieht um, verreist, hat Schnupfen usw. In all diesen Geschichten passiert sonst nichts weiter. Die Geschichte “Conni geht zum Turnen” handelt davon, dass Conni zum Turnen geht. In “Conni geht nicht mit Fremden mit” geht Conni nicht mit Fremden mit. Das ist an sich nicht weiter schlimm, aber was mir fürchterlich auf die Nerven geht, ist Connis Mutter. Eigentlich, aber das habe ich erst irgendwann aus einem Nebensatz herausgelesen, ist sie Ärztin. Vor allem aber kocht, gärtnert und putzt sie bester Laune und bringt Conni zu ihren 180 Freizeitaktivitäten. Davon abgesehen ist sie der geduldigste, ausgeglichenste und humorloseste Mensch, den ich kenne. Egal, welche Laune Conni in den blonden Kopf schießt: ihre Mama ist dabei. Conni will reiten, schwimmen lernen, turnen, Musikunterricht nehmen, eine Katze haben oder zum Ballett: darf sie, Mama bringt sie hin und ist voller Anerkennung für Connis Erfolge dort (Misserfolge gibt es nicht, Conni kann das immer alles ganz, ganz toll). Wenn Conni heimlich mit ihrem Freund Simon Pizza backen will und die Küche in eine Wolke aus Mehl hüllt, dann kommt ihre Mutter rein und sagt “Na, was ist denn hier los?” ungefähr in dem Tonfall, in dem ich sagen würde “Blumen und Fritten? Für mich?” Als Connis Eltern ein Haus kaufen wollen und Conni bockig ist, sagt Connis Mama, dass sie selbstverständlich kein Haus kaufen werden, mit dem Conni nicht einverstanden ist. “Ihr Vollidioten, Nein Nein Nein!!!” habe ich noch gedacht, als ich das erste Mal mit den Jungs davor saß. Inzwischen denke ich gar nichts mehr und hoffe, dass das Conni-Alter bald endet. Wer ist diese Frau? Gibt es sie wirklich? Wer ist ihr Therapeut? Welchen Wein oder Schnaps kauft sie bevorzugt? A propos: einige Conni-Folgen, die wir trotz aller Vielfalt niemals sehen werden, sind z.B. “Connis Mama hat einen Kater, schon wieder”, “Connis Eltern lassen sich wahrscheinlich scheiden, vielleicht aber auch nicht” oder auch “Connis Papa schließt sich stundenlang im Bad ein”.

Je mehr ich von Conni und ihrer Mutter sehe, desto mehr freue ich mich über Willi Wiberg. Willi lebt bei seinem Vater, der ab und zu wirklich und wahrhaftig lieber die Zeitung liest, als mit Willi zu spielen. Der nicht zu jeder Gemütsregung von Willi eine verständnisvolle Predigt vorbereitet hat. Und der trotzdem ganz klar ein guter, liebevoller Papa ist.

Weihnachten! Da war doch was. Ja, ich weiß, Weihnachtsgrüße haben anders auszusehen als so, sie starten nicht mit einem mehr als zwanzigzeiligen Rant über eine Kinderbuchheldin. Aber dieses Jahr hat mich Weihnachten ausnahmsweise nicht nur überfordert, sondern auch schwer genervt, und ich habe mich wie ein tapferer kleiner Bulldozer mit einer abgesprungenen Kette und einem Ölleck irgendwie durchgewühlt. Dazu bestimmt bald mehr (ich merke gerade, dass erstaunlich viel Platz in diesem Blog davon aufgefressen wird, spätere Posts zu versprechen).

p.s. übrigens ist das Gedankenexperiment "Wenn die Autoren des Traumschiffs Game of Thrones zu Ende schreiben müssten" viel Erfolg versprechender.

1 Kommentar:

  1. Wir fantasieren gerne über die Folge "Conni ist schwanger" oder so ähnlich. Aber die Frage nach dem Therapeuten und dem Alkoholkonsum finde ich klasse. Das war mir noch nicht eingefallen.
    Viele Grüße, Theresa

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