Samstag, 1. Dezember 2012

Wünsch Dir was

Vor ein paar Tagen habe ich mit einer sehr netten Journalistin telefoniert, die im Frühjahr eine Sendung über Kinderwunschbehandlungen machen will. Sie wollte wissen, was ich mir von so einer Sendung wünschen würde. In dem Moment war ich gerade kurz davor, das Haus zu einem ziemlich kniffligen Arzttermin zu verlassen, und auf so eine Frage nicht vorbereitet. Trotzdem fallen mir aus dem Stand ein paar Dinge ein, die mir wichtig, sogar ziemlich wichtig wären.

1. Es wäre mir wichtig, dass wir Abkürzungsdamen nicht als blödes Klischee dargestellt werden. Weder als depressive, vom Schicksal zermürbte Trauerklöße, die nur noch am Fenster sitzen und in den Regen starren. Noch als verbissene, grenzwertig schon übergeschnappte Biester, die den Kontakt zu schwangeren Freundinnen abbrechen und ihren Hunden plötzlich rosa Pullöverchen anziehen.

2. Wir sind nicht reich. Wir kaufen uns keine Kinder. Wir betrachten Kinder nicht als das letzte noch fehlende Luxus-Accessoire in unserem vor Luxus sowieso schon aus allen Nähten platzenden Leben.

3. Wir sind nicht selbst Schuld. Wir haben nicht irgendwann beschlossen, uns bis 39 ausschließlich unserer "Karriere" zu widmen oder jede Nacht auf die Dacke zu gehen. Es sollte überhaupt in keiner Form irgendwie durchschmecken, Schuld wäre der Feminismus oder diese neumodische Schrulle, Frauen sollten auch eine Ausbildung bekommen oder einen interessanten Beruf. Ich kriege Pickel, wenn ich das noch einmal höre.

4. Wenn wir schon dabei sind: berufliche Ziele und Entscheidungen sind nicht der einzige Grund, warum man mit 25 noch keine Kinder kriegt. Mir fallen aus dem Steggreif zig andere Gründe ein. Z.B. der, dass man gerade keinen Freund hat. Oder einen Freund, mit dem normales 25jährigen-Leben schon schwer und kompliziert genug ist und mit dem man auf keinen Fall eine Familie will. Oder einen Freund, mit dem man zwar sehr glücklich ist, der aber keine Lust hat, mit Mitte 20 Vater zu werden. Oder der ziemlich wichtige Grund, dass man so schon nicht weiß, wie man die Miete zahlen soll. Jobs sind ja nicht nur Selbstverwirklichungsluxus, sondern einige von uns - Schockschwerenot! - sind darauf angewiesen, Geld zu verdienen. Nicht nur Kinderwunschbehandlungen kosten Geld, Kinder auch.

5. Es sollte in dieser Sendung klar zum Ausdruck kommen, dass es nicht immer an den Frauen liegt und dass Alter nicht der einzige Faktor ist, der über die Fruchtbarkeit entscheidet.

6. Es wäre schön, wenn diese Sendung auskäme ohne das Klischee, wir müssten uns entspannen und loslassen. Ohne das berühmte Paar, das irgendwann aufhört mit den Behandlungen und dann schwanger wird, als wären all die Spritzen und OPs und Warteschleifen vorher so unnötiger Kokolores gewesen wie eine Dauerwelle, die man sich besser gleich gespart hätte.

7. Ich wäre überglücklich, wenn man mal nicht den Eindruck bekäme, der Unterschied zwischen fruchtbar und unfruchtbar wäre vor allem ein Charakterlicher.

Und ihr? Was wäre euch wichtig? Worüber würdet ihr euch freuen?

Kommentare:

  1. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich der Klischeeabkürzungsdame geschildert in 1. schon so ziemlich entsprochen habe, bis ich schwanger geworden bin... Leider!

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  2. Deine Liste finde ich ganz prima. Hinzuzufügen wäre,dass es mal eine große Freude wäre, wenn unser Staat uns finanziell mehr unter die Arme greifen würde. Unfruchtbarkeit muss endlich als Krankheit anerkannt werden und in den ICD10-Katalog aufgenommen werden.Im Online-Bürger-Kanzlerin-Dialog wurde dies ja auch in diesem Frühjahr als dringend zu besprechendes Anliegen aufgenommen (die staatl.Förderung v. KiWu-Therapien war dort einer der meistbefürworteten und -diskutierten Vorschläge!)Es ist eine schreiende Ungerechtigkeit, dass z.B.unbelehrbare Kettenraucher ihre sauteuren Krebstherapien, Rehas etc. von den KKen bezahlt bekommen während unsereins in der Familie betteln muss,um der natürlichsten Sache der Welt auf die Sprünge zu helfen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass unser Land an einer zu niedrigen Geburtenrate leidet.
    Liebe Grüße, CetroTine

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    1. Da kann ich mich nur anschliessen, ein Hinweis auf die Nachbarländer wäre willkommen: Hier in der Schweiz werden von der Kasse genau drei IUI pro Schwangerschaft (d.h. nach einer Fehlgeburt beginnt es wieder von vorne... ach das heitert einen natürlich ungemein auf in so einem Moment....) bezahlt, dann ist fertig! Für IVF/ICSI gibts keinen einzigen Franken und die Behandlung schlägt hier je nach Klinik auch mit rund CHF 6'000 oder mehr zu Buche!

      Was auch gerne mal erwähnt werden dürfte: Auch Kinderwunschbehandlungen sind ganz normale medizinische Behandlungen für ein normales medizinisches Problem! Noch nie habe ich jemanden sagen hören, er lasse sich den geplatzten Blinddarm nicht operieren, denn "die Natur hats ja dann wohl so vorgesehen und es hat nicht sollen sein, das mit dem alt werden"...aber bei Kinderwunsch höre ich doch öfters: "Da hätte ich nie nachgeholfen, dann hats wohl seinen Grund..." (am besten natürlich zu hören von einer dreifachen Mutter, zwei der Kinder ungeplant...)

      Liebe grüsse

      s.

      p.s. Gratuliere legehenne von herzen! Dein blog und später auch ihrer haben mich durch meine abkürzungszeit, fehlgeburt und am schluss durch eine glückliche schwangerschaft mit meinem sohn begleitet und haben mich immee wieder trotz allem auch zum lachen gebracht und mut gemacht! Freue mich daher riesig mit ihr!

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  3. 8. Dass es es ein Leben NACH dem Kinderwunsch gibt, das nichts von schalem Ersatz und Leben nach der Bombe, dem Schicksalsschlag hat und in dem es an nichts fehlen braucht. Weil nichts mehr fehlt.

    9. Das das einfache "Hoffen auf ein Kind" die meistunterschätzteste nervenaufreibende traumatisierneste körperlich und seelisch schlauchendste Tätigkeit auf der Welt ist.

    10. dass es Frauen gibt, auf die alle Klischees zutreffen und haufenweise Frauen auf die es NICHT zutrifft. Das erstere gibts nicht ohne das zweitere. Das zweitere nicht ohne das erstere.

    11. Das Kinderbekommenkönnen einen nicht zum Experten für das Kinderbekommenkönnen macht, sondern dass es für geglückte Empängnis und Geburt das alte deuschte Wort Gnade gibt und das Wort Geschenk. Das gilt auch noch in Zeiten der Reproduktionsmedizin. Da sagt man am besten Danke und hält die Klappe.


    11. Dass es bei über 20% Kinderlosen unten den 40-45 Jährigen einen Generationsfaktor gibt. Und dass ich mittlerweile keiner Frau Mitte 20 mit Kinderwunsch raten würde zu warten....zu warten auf was? Bis die Ausbildung/das Studium fertig ist, der gesicherte Job, der "richtige Mann", die richtige Wohnung?....Scheiß drauf.


    12. dass der deutsche Stadt bezüglich Kinderbekommen und -haben ein heuchlerischer Arsch ist.

    :)

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    1. Ja, insbesondere Punkt 11 ist ganz wichtig und spricht mir aus der Seele. Bin überzeugter Atheist und daher überrascht, dass im Zusammenhang mit der Geburt meines Sohns solche Begriffe wie Gnade, Dankbarkeit und Geschenk in mir hoch kamen, weil ich die -warum auch immer- bisher mit Religiösität in Zusammenhsng gebracht hatte.

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    2. Ja, der Punkt 11 hat auch bei mir genau den Nerv getroffen. Gut ausgedrückt! Danke, sagt
      Jo

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  4. Nachdem 8.9.10 und 11 11 12 so super hinzugefügt wurden habe ich nichts hinzuzufügen ;D

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  5. Die Liste ist perfekt!!!

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  6. Ich würde mir wünschen, dass ungewollter Kinderlosigkeit nicht mit Mitleid, Sprachlosigkeit oder schlimmstenfalls mit dem Stigma des persönlichen Versagens begegnet wird. Das macht es zusätzlich so schlimm: Dass ich auf die Frage, warum wir denn kein Kind haben, nur den wenigsten Menschen unbefangen antworten kann, "ja, weil das mit dem Kinderkriegen bei uns leider nicht selbstverständlich und eben sehr schwierig ist." Es hat in unserer Gesellschaft ein peinliches, schamhaftes Geschmäckle und das macht es so schwer, offen damit umzugehen. Und dann bleibt man unter sich, ist frustriert und meidet schlimmstenfalls den Umgang mit kinderreichen Familien etc. Sachliche, unaufgeregte Aufklärung/Transparenz kann da sicherlich helfen.

    Ich würde mir auch sehr wünschen, dass die Medien dem Trend "die moderne, toughe Frau von heute bekommt immer später ihre Kinder" zur Abwechslung auch mal die nackten, medizinischen Fakten entgegenhalten. Es ist nämlich entgegen der weitläufigen Auffassung mit 40 Jahren überhaupt nicht einfach, mal eben so schwanger zu werden und ein gesundes Kind zu bekommen. Nur das will heutzutage irgendwie keiner wissen. Und wie soll eine Gesellschaft eigentlich damit umgehen, dass Frauen erst einmal beruflich Fuß fassen wollen (oder aus ganz banalen existenziellen Motiven schlichtweg Geld verdienen müssen), ihnen nach Studium und Ausbildung oft jahrelang und ignorant feste und sichere Arbeitsverträge verwehrt werden und sie ihren Kinderwunsch eben aus diesen Gesetzmäßigkeiten in die Warteschleife schicken müssen. Und wenn genau diese Frauen dann erst sehr spät einen Mann an ihrer Seite haben, mit dem sie sich vorstellen und auch trauen, eine Familie zu gründen, ist das Dilemma perfekt. Ein ganz schöner Teufelskreislauf, der auch nicht einfacher durch die Tatsache wird, dass ungewollt Kinderlose in diesem Land nur geringfügige finanzielle Unterstützung bekommen. Ich würde mir in einem solchen Kinderwunsch-Dossier genau aus diesem Grund auch wünschen, dass die fehlende Finanzierung (wieso sind derzeit nur, ich glaube, zwei Bundesländer für eine 50:50-Bund/Länder-Finanzierung bereit?)und limitierende Altersgrenze kritisch hinterfragt wird.
    Ich bin sehr gespannt auf den Bericht - gibst Du uns, liebe Flora, dann einen Hinweis zur Sendung? Liebe Grüße Käthe

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  7. Ach ja und herzlichste Grüße an die tapfere Legehenne. Das mit den schlimmen Träumen kommt mir sehr bekannt vor...Meine sind absolut Horrorfilm-tauglich!!

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  8. Zusaetzlich zu den vielen schon genannten Punkten wuerde ich mir fuer solch einen Beitrag wuenschen, dass auf die haeufigsten Gruende fuer Kinderlosigkeit ganz konkret eingegangen wird und wie banal diese in der Regel sind. Oft sind es eben verschlossene Eileiter, Verwachsungen in der Gebaermutter, oder ein schlechtes Spermiogramm bis hin zur Azoospermie. Und eben nicht so ein schwammiges "Mutter Natur will irgendwie nicht und wird sicher ihre Gruende dafuer haben". In diesem Zusammenhang sollte auch deutlich gemacht werden, dass eine IVF Behandlung in vielen Faellen nur diese Hindernisse umschifft und dass im uebrigen die Befruchtung selbst niemals kuenstlich ist sondern weiterhin ganz natuerlich selbst bei ICSI, und Mutter Natur (oder wem auch immer) nicht ins Handwerk gepfuscht werden kann.

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  9. Ich finde die Liste super und stimme dir in allen Punkten zu!

    Mein persönliches Anliegen steckt auch schon in Punkt 5. Aus der anderen Perspektive, der unfruchtbaren jungen Mütter, ist der Alterskrams auch unerträglich.
    Ich habe tatsächlich mit 21 Jahren geplant unsere erste Tochter bekommen, bin nun 24 und die Sache mit dem schwups-diwups-Kinderkriegen hat sich erledigt. Aus mehr oder minder ungeklärten Gründen haben meine Eileiter den Laden dicht gemacht und ich habe (bisher) das Gefühl, dass das Leid des unerfüllten Kinderwunsches für uns wohl zwangsweise durch unser junges Alter gemildert sein muss. Da könnte ja gar nichts kaputt sein, wenn man noch so jung ist - wir hätten doch noch soooo viel Zeit es einfach mal "laufen zu lassen", dann bekommen wir halt in 10 Jahren noch ein Kind - wir sollen uns erstmal beruflich weiter festigen. Abgesehen davon, dass ich vor Mitte nächsten Jahres gar nicht versuchen brauche bei der Krankenkasse auf Bezuschussung der IVF zu hoffen.

    Fasse zusammen: Dem bescheuerten Altersklischee wäre einiges entgegengesetzt, wenn auch etwas jüngere Menschen ausreichend repräsentiert wären.

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  10. Bravo, Schwestern!!! Die genannten Punkte sprechen mir so aus der Seele, dass ich gerade ein paar Tränchen verdrücken mußte. Wenn der Beitrag auch nur ansatzweise alle Punkte abdeckt wird das der beste, der je über das Thema gesendet wurde.

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  11. Die bisherigen Punkte sind super. Was ich noch als sehr belastend empfunden habe, ist wie sehr das Leben in der Kiwu-Zeit hinten anstehen muss: Ferienpläne, Jobwechselgedanken, Freundesbesuche...alles das muss auch noch hineinpassen und darüber kann man mit Verlaub zwischendurch auch mal etwas unentspannt werden.

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  12. Ich fände es schön, wenn mal erwähnt werden würde, dass die Krankenkassen bei uns GAR NICHTS bezahlen, weil wir aufgrund der Zeugungsunfähigkeit meines Mannes auf Spendersamen angewiesen sind. Wir müssen alles selbst bezahlen und wären sooo froh, wenigstens 50% von der Kasse zu bekommen. Das sollte auch mal gesagt werden. Wir haben schon 7 IUI, 1 IVF und 1 ICSI hinter uns und bereits über 15.000€ bezahlt. Liebe Grüße Aimee

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  13. Hallo, ihr Lieben. Ich habe lange nichts mehr kommentiert, aber immer weiter fleissig mitgelesen. Ich finde, auch wenn manche das Ganze hier locker wegstecken, sollte man die psychische Seite nicht vergessen. Klar sind wir nicht Trauerklösse, aber ungewollt kinderlos zu bleiben ist nicht ohne. Die Belastungen in der Beziehung sind auch heftig. Unsere Beziehung hat es leider nicht überlebt. Ich darf mich nach dem ganzen Dreck auch noch mit einer Trennung und Scheidung auseinandersetzen. Nicht nur die Beziehung zum Partner ist schwierig sondern auch die zu Freunden und Bekannten. Alle um uns rum gründeten Familien. Und auch wenn man es nicht will, wird man ausgeschlossen. Familien mit Kindern entwickeln andere Interessen und als kinderloses Paar wurden wir oft ausgeschlossen, ob gewollt oder ungewollt. In der Familie waren wir die Kinder 2. Klasse. Hört sich hart an, war es auch, aber unsere Belange und Wünsche standen immer zurück, wenn die unsympatische fiese andere Schwiegertochter mit dem Enkel lockt bzw. erpresste. Ehrlich: Ungewollt kinderlos zu bleiben, empfinde ich als Strafe. Auch wenn ich andere Qualitäten habe, so zählen die scheinbar nicht. Liebe Grüße Frau Em

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  14. Weiterer Punkt: es gibt auch so etwas wie sekundaere sterilitaet. sind zahlenmaessig viel mehr leute davon betroffen. ist zwar alles nicht mehr so existenziell wenn man bereits eltern ist. aber die soirale die sich in gang setzt ist die gleiche. jetzt bitte keine buhrufe. ist wissenschaftlich erwiesen. und man ist dauernd von leuten mit kindern und schwangeren umgeben.
    hinzukommt dass man dann diverse probleme mit krankenversicherung gat weil es ja geklappt hat. und die arbeitskollegin die trotz fester partnerschaft immer gewartet hat weil man heutzutage ja auch so spaet kinder bekommen kann kriegt es aus kulanz von der versicherung bezahlt trotz nicht erkennbarer ursache ausser dem alter. finanziell kann die es aber viel einfacher tragen

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    1. Na komm, jetzt ist es aber auch nicht fair, selbst eine Behandlung einzufordern, aber der Kollegin, "die so lange gewartet hat" (weißt Du's? Vielleicht hat sie schon jahrelang rumprobiert, man rennt ja nicht nach dem 2. Übungszyklus zur Klinik) die Behandlung neidest. In Deutschland bekommt man auch bei einem leiblichen Kind die Behandlung anteilig bezahlt (auch beim dritten oder vierten)... Und dass Ihr es finanziell schlechter abkönnt, sorry aber wir würden uns diese finanziellen Belastungen wünschen!!

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  15. Liebe Flora,

    Kannst Du Legehenne bitte ausrichten, dass es ganz normal ist, sich noch nicht zu freuen? Das kommt schon noch...aber noch eine Dringende Bitte: falls bei Ihr auch Bluttest für Ersttrimesterscreening gemacht werden soll, bitte ganz ruhig bleiben! Als nämlich bei mir Fehlgeburtsrisikozeit endlich vorbei war und ich mich freuen wollte, kam katastrophaler Blutwert für Trisomie13/18 (Wahrscheinlichkeit 1:11!) und die Freude war erst mal wieder futsch. Aber ivf kann Blutwerte verfälschen und Kryo offensichtlich auch und am Ende war nach der gefürchteten Amniozentese alles ok und der Kleine ist jetzt ganz gesund auf der Welt.

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  16. Hallo ihr Lieben,
    wie wäre es mit Krankheit zur o.g. Liste? Ich zum Beispiel konnte aus Krankheitsgründen nicht vor Mitte 30 ans Kinderkriegen denken.
    Habe dann mit 38 meine Tochter bekommen, wir wünschen uns aber trotzdem noch ein Kind - was bisher nicht geklappt hat (und ich BIN und war entspannt!)
    Liebe Grüße!

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  17. Liebe Flora, es wäre toll, wenn in dem beitrag auch erwähnt würde, dass durch künstliche befruchtung gezeugte kinder keine monster sind, wie es alleine schon durch den begriff retortenbaby impliziert wird. auch ist die rate der behinderungen nicht erhöht. LG. Marion. P.S. auch von mir alles gute für legehenne, meine daumen sind gedrückt!

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  18. Super, ich fühl mich seeeehr verstanden mit diesen Aufzählungen!
    Danke euch,liebe Grüße,
    Abkürzungsdame Y,

    die gestern auch wieder erläutern musste, WIE TOTAL ENTSPANNT SIE SEIT JAHREN und dennoch kinderlos sie ist und wie doch diese Happy-End-Überraschend-schwanger-nach-Aufgabe-des-Kinderwünschens-Geschichten nerven!

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  19. Und trotz allem habe ich so furchtbar Schiss davor Irgendwann doch unentspannt bzw. ehrlicher gesagt furchtbar traurig oder verbittert zu werden! Marie

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  20. Hallo Flora,

    mir wären noch zwei Dinge wichtig: Wir tun nichts Verbotenes. Mir wurde neulich von einer wirklich gebildeten Freundin ein "ich dachte, das ist garnicht erlaubt" entgegengeschmettert. Nun muss man ja zugeben, dass im Zuge der Diskussion um die Präimplantationsdiagnostik für jemanden der sich mit alledem nie auseinandersetzen muss, vielleicht das Eine oder Andere durcheinandergehen kann.

    Und das zweite betrifft uns eher indirekt, vielleicht aber eine Anregung: Du hast selbst in deinem Buch geschrieben, und das sprach mir sehr aus dem Herzen, das Ärztebashing nicht dein Ding sei. Nicht alle KiWu-Spezialisten sind geldgierige Halsabschneider, die völlig unnötige und überteuerte Therapien ansetzen die kein Mensch braucht. Zumindest nicht mehr als alle Ärzte anderer Fachrichtungen auch. Schwarze Schafe gibt es überall. Ich finde insbesondere im KiWu-Kontext ein Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient immens wichtig. Wenn Paaren dann vorher suggeriert wird, dass sowieso nur alle an ihr Geld wollen ist das wenig hilfreich.

    Kostenübernahme vom Staat! Ganz großes Thema!

    Grüße
    Katrin

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  21. Liebe Flora, liebe Journalistin,

    ich wünsche mir, dass der Beitrag vielleicht auch die zum Nachdenken anregt, die ständig naive und unsensible Fragen stellen - während man gerade mitten einer Behandlung steckt, Eierstöcke wie Kirmesballons hat oder gerade mal wieder ein "Negativ-Test" hinter sich hat. Der Druck von außen (Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen, Bekannte von Bekannte) fande ich sehr belastend. Sie alle gehen immmer davon aus, dass Kinderkriegen die einfachste, normalste und natürlichste Sache der Welt ist, wenn man es sich nur wünscht, es richtig will und enstpannt ist. Je länger man mit seinem Freund/Mann zusammen ist und je älter man wird, desto drängender die Fragen: Wann wollt ihr denn endlich Kinder? Oder wollt ihr etwa keine Kinder? Schaut doch mal, ist er/sie nicht süß - wollt ihr nicht auch so einen süßen Fratz? Ach ja, und hier habt ihr schon das Kinderzimmer geplant, zwinker?, Was wünscht Du Dir denn - lieber Junde oder Mädchen? Na, jetzt wo ihr verheiratet seid, könnt ihr ja auch mal an die Familienplanung denken. Ihr könnt ja nicht nur an euere Karriere denken.
    Immer stand ich da mit einem Kloß im Hals und einer Sprachlosigkeit. Es macht die Sache zusätzlich schwierig. Warum können eigentlich gebildete Menschen, nicht sensibler mit diesem sehr persönlichen Thema umgehen? Haben sie tatsächlich noch nie davon gehört, dass Kinderkriegen nicht immer die einfachste Sache der Welt ist und dass man auf einer Party und Abendessen nicht gerade über seine Eierstöcke und unbeweglichen Spermien sprechen möchte? Man wird in die Ecke gedrängt, indem man sich ständig rechtfertigen muss bzw. es werden Erklärungen erwartet. Und schon kommt man als Kinderlose unentspannt rüber, weil man keine Antworten auf die unangemessen Fragen geben kann/will. - birgit

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  22. "Jobs sind ja nicht nur Selbstverwirklichungsluxus, sondern einige von uns - Schockschwerenot! - sind darauf angewiesen, Geld zu verdienen. Nicht nur Kinderwunschbehandlungen kosten Geld, Kinder auch."
    Gerade der Punkt ist super gut. Vielleicht ist es für viele Frauen gar kein Problem, mitten in der Ausbildung oder im Studium loszulegen und den Staat dabei stets locker mitfinanzieren zu lassen. Aber viele von uns wurden anders erzogen, nämlich so, dass wir die Suppe, die wir uns einbrocken, auch selbst auslöffen bzw. selbst finanzieren. Und in Zeiten befristeter Jobs und super niedrigen Einstiegsgehältern, Bafög Schulden usw. können halt viele nicht so, wie wir wollen. Ansonsten ist die Altersarmut vorprogrammiert.

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    1. Kleine Ergänzung aus eigener Erfahrung: es ist tatsächlich möglich im Studium einfach so loszulegen ohne den Staat auch nur einen Cent mitfinanzieren zu lassen.

      Eine Frage des Anspruchs auf vielen Ebenen, würde ich sagen und sicher nicht jedermanns Ding.

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    2. Sorry, aber bei mir (Jurastudium ohne jegliche elternliche finanzielle Unterstützung und Bafög, NUR durch 2 Nebenjobs finanziert) hätte das eben nicht funktioniert. Und nein, es war auch keine Frage des "Anspruchs auf vielen Ebenen" (die Dior-Kette und den Urlaub in der Toskana habe ich mir auch so verkneifen können). Selbst eine vierwöchige Mutterschutzpause hätte ich nicht finanziert bekommen, gerade da bei studentischen Nebenjobs kaum gesetzliche Schutzmechanismen greifen.

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  23. und noch ein zweiter Punkt: Nein wir denken nicht nur an unsere Karriere - wir haben einen Zweitjob!

    Die Zeit der Kinderwunschbehandlung ist ein Zweitjob, wenn man Vollzeit arbeitet. Es erfordert ein enormes Projektmanagement. Ständig kollidieren Jobtermine mit Klinkterminen. Man schiebt was dazwischen, man muss kurzfristig Dinge absagen, immer braucht man einen Katalog an Ausreden. Man fühlt sich zwischendurch nicht besonders toll mit all dem Hormonboost und muss trotzdem die Präsentation durchziehen, kreative Ideen und konstruktive Lösungen herzaubern. Man ist mit den Gedanken ganz woanders. Dann klingelt das Handy und man stürzt aus der Besprechung raus - weil es könnte ja die Klinik sein, vielleicht diesmal mit einem positiven Ergebnis. Anschließend geht man mit neu geschminkten, übderdeckt verheulten Augen wieder zurück ins Meeting und tut so, als wäre nichts gewesen. Ich habe keine Ahnung, wie Frauen es machen, deren Klinik nicht am Arbeitsort ist. In diesem Punkt passen Job und Familienwunsch (schon bevor überhaupt ein Kind da ist) wirklich nicht zusammen. - birgit

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  24. Ich würde gerne das Thema Mehrlinge noch erwähnen. Und zwar zwei Aspekte. 1. ) In Deutschland wird nach meinem Empfinden von den Kliniken zu wenig zur Vermeidung von Mehrlingsschwangerschaften getan, obwohl die Risiken für Kinder und Mütter viel größer sind. Ein guter Ansatz bietet dort mM nach das sonst in vielem liberalere Belgische Gesetz: beim 1. Versuch, wenn die Mutter unter 35 ist, darf nur ein Embryo eingesetzt werden. die zulässige Zahl erhöht sich dann in Abhängigkeit von Alter und Zahl der gescheiterten Versuche. Ich war in Belgien und bin jetzt darüber sehr froh, denn der 1. Versuch hat tatsächlich sofort geklappt! 2.) Wenn es dann Zwillinge (oder mehr) werden, finde ich, dass man sich neben der soviel größeren Belastung schon in Schwangerschsft und bei der Geburt, aber natürlich insbesondere durch 2 Babies noch permanent damit auseinandersetzen muss, dass viele Leute dies als " unechte" Zwillinge ansehen. Hab schon Kommentare gehört wie " es gibt ja soviele Zwillinge, da würde man ja schon oft zweifeln, ob da immer alles mit rechten Dingen zugegangen sei.". Dabei finde Zwillingseltern doch nicht für die Art der Empfängnis Respekt, sondern eben für das Umgehen mit zusätzlichen Belastungen in ssw, Geburt und mit den Kindern. Und wenn sich das noch an eine harte Kinderwunschzeit anschließt, ist es doch noch mal härter!!

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  25. ich möchte mich da mal an birgit dranhängen. und fände es super, wenn in dem bericht mal wirklich glasklar rüber käme, dass die frage nach kindern okay ist. die frage nach dem "warum nicht" aber absolut nicht ! in jedem fall wird es für das "warum nicht" ´nen grund geben. egal ob selbstgewählte kinderlosigkeit ! oder ungewollt. in jedem fall ist dieser grund sehr persönlich. und in jedem fall geht das - mit wenigen ausnahmen, die man selber in´s vertrauen zieht - andere leute einen absoluten scheiß an !! das kann ich auch nicht mehr freundlicher ausdrücken. nach über 10 jahren kinderwunsch bin ich da absolut nicht mehr verhandlungsbereit. und wenn´s nach der sendung nur einer mehr kapiert hat, dann wär schon was gewonnen. LG, die funny

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  26. Davon abgesehen, dass man als Kiwu-Kandidat auch ständig begründen muss, warum man denn unbedingt Kinder haben wolle. Diejenigen, bei denen es im ersten ÜZ geklappt hat, werden nie nach ihren Beweggründen gefragt....

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    1. Das finde ich auch total absurd, du hast völlig Recht.

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  27. Liebe Flora,
    ich finde die mittlerweile ewig lange Liste super. In dem Beitrag sollte aber auch mal der Mann beleuchtet werden. Der Mann kann die Ursache sein und muss damit umgehen. Ich weiss nicht, wie Männer darüber sprechen, aber nur positiv kann ich mir das nicht vorstellen. Außerdem müssen die Männer ihrer hormonüberfrachteten Damen in dieser Zeit ertragen und auch leiden darunter, dass der Kinderwunsch, den nicht nur Frauen haben, unerfüllt ist. Das Thema ist nicht nur ein weiteres Frauenproblem!
    Ich bin schon sehr gespannt auf den Beitrag. Du läßt uns sicher wissen, wann er gezeigt wird.
    Lg K.

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  28. Liebe Flora, weil ich bei deiner Freundin Legehenne nicht kommentieren kann: ist ihre Ärztin sicher, dass sie schon jetzt das Estradiol absetzen kann? Sie ist doch im künstlichen Kryozyklus und das Zeug baut doch die Schleimhaut auf? Ich will nicht Panik machen, aber lass die Legehenne doch bitte nochmal nachfragen: mein Arzt war da sehr ausdrücklich: estradiol und utrogest erst nach der 12. Woche ausschleichen lassen. Ich hatte übrigens auch drei Tiefkühlbrummer von denen sich einer festbieß und mich nun in der Trotzphase ganz schön auf Trapp hält!
    Grüße, Sabine mit Gustav

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  29. eds wäre schön,w enn zum Ausdrcuk kommt, dass jeder noch so gut genmeinte ratschlag aus dem umreis(Freunde,Familie) ein Schlag ist, 1. sind die Themen dann doch sehr eprsönlich udn 2. kann ich die Fragen wie: habt ich auch an Adoption gedacht? Gäbe es nicht im Ausland noch andere Alternativen? Es gibt sicher niemanden unetr uns,d er nicht schon 1001 Alternative angedacht hat, in GEdanken durchgespeilt hat, ob der cshuke Bekannte wohl nachhelfen könnte, wie wäre ein one-night-stand mit Folgen, würd ich es meinem Mann sagen oder es ihm als wudner verkaufen? all diese Gedanken machen uns ja zwischendurch gaga, da ist nur wenig Platz für Entspannung. Und wenn man dann erklärt, dass man nun keine KiWu Behandlung mehr amchen möchte, dann hört man irgendwie das aufatmen in der Umgebung und dann die Sätze: Seid ihr denn nicht auch froh nun mehr Geld, mehr Freiheit, mehr Urlaub, keine VErpflichtungen zu haben?
    Kann die Reportage bitte bitte allen sagen, dass solche Sätze energieraubend, respektlos und einfach nur scheiße sind? Danke.

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  30. Und könnte in der Reportage bitte auch deutlich gesagt werden, wie überflüssig Bemerkungen wie "aber es gibt doch soviele elternlose, arme Kinder auf der Welt" oder "dann müsst ihr halt ins Ausland gehen", etc. sind? Ich habe immer das Gefühl mich für den Wunsch ein EIGENES Kind haben zu wollen, rechtfertigen zu müssen. Den meisten Leuten, die so locker daherquatschen, ist doch üüüberhaupt nicht klar, wie schwierig eine Adoption oder auch Auslandsadoption ist. Oder, dass sich eben vielleicht auch nicht jedes Paar dem gewachsen fühlt. (Hut ab vor den Leuten, die diesen Weg beschreiten!) Hat man darum weniger Kinderwunsch nur weil man nicht JEDE Option für sich selber als richtig empfindet?

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  31. Das ist ein guter! Hier in Dänemark ist das mit der Adoption ungleich viel schwieriger, so gut wie keine Inlandsadoptionen und der Prozess, um als Adoptiveltern anerkannt zu werden dauert ungelogen Jahre! Da wir uns leider erst recht spät kennengelernt haben, sind wir nun nach über 4 Jahren Behandlungen leider schon Ende 30/Anfang 40. Adoption kann ich da für uns leider nicht mehr so richtig sehen. Und ich habe immer das Gefühl, dass ich das rechtfertigen muß. Ich bin so müde von den Behandlungen und den letzten 4 Jahren, dass ich eigentlich aufgeben will. Abgesehen davon, dass wir jetzt erstmal wieder irgendwie Geld für weiter Behandlungen auftreiben müssen.
    Ich bekomme das Gefühl suggeriert, dass ich es dann wohl einfach nicht genug will. Es ist zum Heulen. Während unsere Geschwister auf seiner und meiner Seite nicht unter 3 Kinder jeder haben und in 2 Fällen 4. Und beim letzten Familienfest grade Zwillinge angekündigt wurden.
    Argh, tut mir leid, ist grad so wieder aus mir herausgebrochen...
    Bin gespannt auf den Beitrag und hoffe, dass ich den auch hier in Kopenhagen irgendwie sehen kann

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  32. Liebe Flora, ich freu mich auch sehr für die legehenne! Uns das mit Kate kann ich gut verstehen:) sag ihr mal: lass es dir gut gehen,2014 kommt die ganz große freude! Herzlichst Y. die mir dem Guppy, hier gibt es ja anscheinend noch eine;)

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  33. Das wird ein echt seeehr guter Beitrag, wenn das oben genannte alles Erwähnung findet! Ich kann es selber vor manchmal überschäumenden und hormonell angestachelten Emotionen gar nicht so gut auf den Punkt bringen, aber was hier oben alles steht, trifft es wie A... auf Eimer! Sehr gut, echt! Sehr herzliche Grüße, Y (die andere ;)

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  34. Das Leben bleibt stehen und doch geht es weiter. Man plant keinen Urlaub mehr, sondern die nächste ICSI.

    Man möchte nur das natürlichste auf der Welt. Ein kleines Wesen, dem man Liebe geben kann.

    Sehr viele sind keine Kinderwunsch-vor-sich-her-Schieber. Schicksalsschläge machen es nicht leicht. Z.B. Krebs, Tod (ja, auch Partner können leider zu früh sterben)...

    Warum kommt auch immer die Frage auf: Warum noch keine Kinder? Ich frag ja auch nicht, warum noch eine 5. Katze...

    Große Probleme bei Familienplanung sind auch:
    - Fernbeziehungen (Jobsuche ist eben nicht einfach - und ist man weit voneinander entfernt, dann will man erst gar nicht damit anfangen)
    - Beruflich leider mit befristetem Vertrag (auch keine gute Basis)
    - Arbeitslosigkeit trotz Studium kommt immer öfter vor
    - Dadurch eben auch Existenzängste und lieber aufschieben, bevor man ICSI etc. nicht zahlen kann
    - leider gibt's auch bei ICSI keine Garantie
    - genauso wie bei der Adopion

    Man kann nicht fassen, wenn man in den Spiegel schaut und schon wieder mehr graue Haare sieht. Man wollte doch keine alte Mama werden.

    Wir KiWuFrauen sind nicht die Sensibelchen, die immer losheulen. Wir sind stark, denn sonst könnten wir den schweren Weg nicht gehen.

    Bitte auch von Paaren berichten, bei denen es nicht geklappt hat. Es ist ja nicht immer: Ende gut - alles gut

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