Mittwoch, 16. Oktober 2013

Friendly Fire: p.s.

Wieso überhaupt so viel an anderen herumgekrittelt und reingegrätscht wird, ist natürlich auch eine interessante Frage. Aber die Frage, die mich gerade viel mehr beschäftigt, ist folgende: Wenn man schon so dermaßen vom ehrenhaften Anliegen umgetrieben wird, dass es bitte allen Babies so gut gehen soll wie den eigenen, dann gibt es doch so viel lohnendere Gelegenheiten sich einzubringen, als den Feldzug gegen andere gutwillige und ambitionierte Mütter, die eben ein-zwei Dinge ein bisschen anders anpacken als man selbst, ob im Internet, in der Krabbelgruppe oder auf dem Spielplatz. Meine Lieblingsbloggerin dooce (die ihr in meiner Blogroll findet) engagiert sich z.B. bei "Every Mother Counts", einem Projekt, das dafür kämpft, dass schwangere Frauen in Afrika nicht mehr mit Wehen teilweise 50 Kilometer zu Fuß zur nächsten Behelfsklinik laufen müssen, nur um dort dann wegen Überlastung wieder weggeschickt zu werden und ihr Kind allein irgendwo im Staub zu bekommen. Ich bin sicher, eine Stunde am Rechner, nachdem das eigene Kind glücklich, warm, satt und behütet eingeschlafen ist, fördert Dutzende von tollen Initiativen zutage, die es wert sind, diese Energie und die Leidenschaft für das Kindeswohl dort einzubringen.

Kommentare:

  1. Dankeschön - du hast ja so recht!
    Es ist doch immer eine Sache der Perspektive. Letztens unterhielt ich mich mit einer Isländerin über Kinderkrippen. Ich lebe in Schweden und hier ist es üblich, dass die Mütter wieder voll arbeiten gehen, sobald das Kind etwa 1 bis 1 1/2 Jahre alt ist. Diese Isländerin meinte nun, sie fände das "Einschulungsalter" von einem Jahr ganz ungünstig. Als Deutsche erwartete ich nun die übliche Litanei von wegen "viel zu früh etc.", aber nein. Auf Island würden die Kinder viel früher betreut, meist mit einem halben Jahr - sie fände das viel sinnvoller, da die Kinder deutlich weniger fremdeln würden. Außerdem seien es erheblich mehr Betreuer pro Kind als in Schweden (und hier sieht es schon besser aus als in D!). Auch wenn sie es ja persönlich schöner fände länger zuhause zu bleiben...
    Von daher - es ist wohl immer eine Sache der Perspektive. Studien zeigen hingegen lediglich, dass Kinder mit mehreren Bezugspersonen im ersten Lebensjahr auch später weniger fremdeln und offener sind. Ich denke viel entscheidender als das genaue Alter ist, dass ihr eine liebevolle und kontinuierliche Betreuungsperson für euren Hanno findet. Dann wird das schon für Euch alle gut klappen. Die Natur hat uns nicht darauf angelegt als Einzelperson ein Kind aufzuziehen...
    Liebe Grüße aus Südschweden!

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  2. BÄM!
    Wenn diese krittelnden Übermütter nur einen Bruchteil ihrer Energie in etwas Gutes stecken würden... Die Welt (und aller Wahrscheinlichkeit nach auch ihre Kinder...) würden es ihnen danken...

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    1. "Übermutter" scheint eines Deiner Lieblingswörter zu sein, weil Du es nun schon mehrmals in Deinen Kommentaren verwendet hast... Bist wohl schon öfter mal von welchen verunsichert worden ?! Oder warum sonst so aggressiv? Meiner Meinung nach gibt es keine "Übermütter" - jede normale Mutter möchte wohl einfach nur das Beste für Ihr Kind!

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    2. Die meisten wohl schon, ja. Abrr auch ich finde den Begriff "krittelnde Übermutter" hier durchaus passend für die Mütter, die jeden kritisieren, der erziehungstechnisch einen anderen Stil verfolgt als sie selber. Und derjenige, der sich hier "agressiv"äußert, bist in meinen Augen eher du. Und auch mir platzt langsam die Hutschnur, wenn ich diese ganzen fiesen Kommentare lese, die nichts anderes als eine Verurteilung von Flora und allen gleichdenkenden Müttern sind, und dies auch noch unter dem Deckmantel der 'freien Meinungsäußerung'. Es gibt kritische, aber dennoch freundliche Ansichten - und es gibt boshafte Kommentare, die nur darauf abzielen, jemanden empfindlich zu treffen. Der Unterschied sollte jedem einigermaßen intelligenten Menschen bewusst sein.
      Grüße von Jule

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    3. Eben, man kann doch seine Meinung haben. Aber wenn sie jemanden verletzen würde, kann man sie doch auch gut für sich behalten! Übrigens: Wer Rechte hat, hat auch Pflichten. In diesem Fall würden sie vielleicht in Richtung Sachlichkeit und Freundlichkeit gehen.

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  3. Liebe Flora,

    du machst es genau richtig so.
    Und nur so nebenbei - ich habe eine längere Zeit in Asien verbracht, in verschiedenen Ländern. Oft es völlig normal, dass ein Kind von Anfang an von mehreren Personen/Familienmitgliedern betreut wird - und ich habe selten so ausgeglichene und zufriedene Kinder gesehen wie zum Beispiel auf den Philippinen. (Nein, ich will das nicht verallgemeinern, und natürlich gibt es auch andere Fälle, bevor ich jetzt zerissen werde). Alles auch ne Frage des Kulturkreises.
    Geh deinen Weg. Alles liebe von Jule.

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  4. Liebe Flora,

    abermals: Bleib einfach Du selber. Du hast das Glück einen Beruf zu haben, den Du gerne machst und bei dem Du vernünftiges Geld verdienen kannst. Eine ausgeglichene, weil ausgelastete (auch intellektuell) Mutter wird Manfred sicherlich sehr gut gefallen und Geld ist mit Sicherheit auch ein weiteres gutes Argument, da Kinder ja bekanntlich proportional teurer werden, je älter sie werden. Und drei Tage sind schließlich kein Schichtdienst aufm Kreuzfahrtschiff. Der kleine hat Dich morgens und abends und wenn Du von zuhause arbeitest auch mal zwischendurch (im Notfall).
    Ich selber bin auch von Tagesmüttern, Tante, Großmama, Papa und Mama im Wechsel gehütet worden, weil es bei selbstständigen Eltern gar nicht anders möglich gewesen wäre. Ich fand das immer ok. Auch als ganz kleines.
    Genieß die letzten Tage im Pyjama.

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  5. Zum Thema Selbstgerechtigkeit gibts einen wunderbaren Artikel, vielleicht nicht so 100% passend zum Thema aber trotzdem lesenswert:

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sibylle-berg-ueber-selbstgerechtigkeit-a-926676.html

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  6. patsch....:-) wo Du wahr hast, hast Du wahr, liebe Flora. LG von Funny

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  7. Neulich im TV

    http://www.wdr.de/tv/frautv/sendungsbeitraege/2013/0926/muetter_schlechtes_gewissen.jsp

    LG

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  8. Flora, ich amüsiere mich gerade koestlich! Die Kommentare auf Deine letzten Blog's haben ja kraeftig Pfeffer. Ich glaube ja Du wirst hiersuper Fallstudien betreiben und excellente Verwendung dafuer haben.

    LG Anita

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  9. Danke für diesen Post!
    Im Job habe ich oft diesen Gedanken: wenn alle mehr ihrer Energie dafür aufwenden würden, Lösungen zu finden, als zu meckern, würde es letztendlich allen besser gehen.
    Mir geht es übrigens mit den Muttis, die anderen unbedingt erzählen müssen, was sie alles falsch machen und wie es eigentlich richtig geht, wie mit allen anderen Zeigefinger-Menschen: ich bin per se sofort skeptisch und glaube ihnen erst mal gar nichts mehr.
    Denn meine Erfahrung hat mir gezeigt: wenn jemand selbst glücklich und zufrieden mit SEINEM Leben ist, für sich das Gefühl hat, die für das EIGENE Leben richtigen Entscheidungen getroffen zu haben und es grade richtig bombig läuft, der hat selten das Bedürfnis, andere auch davon zu überzeugen oder zu missionieren, sondern kann tolerant andere Lebensformen aushalten und sogar gut heißen.
    Neider oder Verbesserer sind in der Regel selbst unzufrieden und unsicher, was nicht gerade für ihr propagiertes Programm spricht.
    Ich kenne es doch von mir selbst: wenn ich einen schlechten Tag habe, an dem ich einen fetten Pickel irgendwo habe und meine Haare machen was sie wollen und meine Kinder den ganzen Weg zur Kita nur genörgelt haben und ich klitschnass auf der Arbeit ankomme, will ich dann eine gutangezogene Kollegin sehen, die auch noch ein tolles Lob vom Chef bekommt und dessen Kind gestern die 1. Geige im Schulorchster gespielt hat? NEIN!
    An normalen Tagen aber kann ich mich sehr wohl mit ihr freuen und ihr von Herzen ehrlich gratulieren, weil mein Leben auch toll ist, wenn auch anders.
    So viel zu laaaange geworden, sorry! Was ich sagen wollte: lass sie verbessern, nörgeln, meckern. Ich glaube ihnen kein Wort!!!

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    1. Genau richtig!!! Wer mit sich und seinem Leben zufrieden ist, der kritisiert und bevormundet andere nicht!
      Ich kann von mir behaupten, das ich verdammt glücklich bin, mit meinen Kindern und meinem Leben. Niemals nie, würde mir im Traum einfallen, anderer Leute Entscheidungen in Frage zu stellen. Ich freue mich hier über neue Beiträge, denn ich mag diesen Blog sehr gerne.
      Mich kotzen diese Übermütter eigentlich nur noch an, egal wo man liest....schrecklich!

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  10. Liebe Flora, vielleicht solltest du deinen Blog schützen und nur noch die supermuddis dazu einladen, die hier auf ihrer schleimspur brav hinter dir herrutschen....andere Meinungen sind offensichtlich unerwünscht. Einfach lächerlich das alles hier. Normalerweise sollte man vom Erfahrungsaustausch profitieren und verschiedene Sichtweisen und Meinungen sind wichtig auch für die eigene Entwicklung. Geht zumindest mir so, ich bin 40 Jahre und trotzdem ab und an verunsichert, was gut und richtig für mein Kind ist. Aber das hier hilft mir nicht weiter!

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    1. Ich glaube nicht, dass Flora auf Meinungsaustausch aus ist. Wobei ich hier mutmaße. Wenn sie es wäre, würde sie wahrscheinlich Fragen stellen und nicht erzählen oder vielleicht eines der besagten Foren frequentieren!?

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    2. Erfahrungsaustausch ja bitte, denn einen ehrlichen Bei-mir-war-es-soundso-Bericht lese ich gern und mit großem Interesse. (Deswegen lese ich ja überhaupt hier mit.)
      Aber auf die "ohgottohgott wie kannst du nur, dein Kind kriegt bestimmt nen Schaden" - Muttis könnte ich persönlich dann doch verzichten.

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    3. "Schleimspur" trifft's hier für einige ganz gut! Und wie Du sagst: Auch wirklich NUR für diejenigen ist dieser Block hier scheinbar gedacht! Die anderen Kommentatoren mit gegenteiligen Meinungen sind nicht erwünscht! Was soll's!

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  11. Flora, wie war der 1. Arbeitstag? Komisch oder so wie immer? Lg von C aus K

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  12. Dann schalt halt die Kommentarfunktion aus!

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