Mittwoch, 30. Juli 2014

Moby Dick schreibt Postkarten, Teil 2.

Am Montag hat mein Kind den ersten Kita-Tag, und ich werde das ungute Gefühl nicht los, dass es mit der Führung dieses Ladens nicht zum Besten steht. Wieso muss man denen wochenlang hinterher telefonieren, um zu erfahren, wann wir erscheinen und was wir mitbringen sollen? Können wir nicht doch noch in der Montessori-Kita nebenan unterkommen? Bitte Bitte? Von Momo haben wir heute noch nichts gehört, vermutlich wartet die Klinik auf Laborergebnisse. Ich gehe alle halbe Stunde unter irgend einem Vorwand ins Haus, vorbei am Telefon, das in der winzigen WLAN-Zone im Wohnzimmer liegt, und bin halb ängstlich und halb hoffnungsvoll, dass es etwas Neues gibt. Würmchen tritt und boxt, dass sich mein Schwangerschaftsbadeanzug nur so ausbeult, und bei jedem Knuff denke ich: wie wird das alles? Kriegen wir das hin? Wird es ihm gut gehen? Ist das Füßchen nur die Spitze des Eisbergs an Problemen?

Abschalten ist nicht meine Stärke, war es noch nie. Da können sich der türkisfarbene Pool, die Sonne und der Wind, der Zitronenbaum und der Oleander, meine Mädchen und meine Urlaubslektüre noch so ins Zeug legen, die Hälfte meines Fusselhirns ist mit dem Wälzen eingebildeter oder echter Probleme beschäftigt. Und dabei ist es hier wirklich wunderwunderschön. Und ich habe es so gut. Und das weiß ich auch genau.

Diese Hundewarteschleife schlägt aber auch wirklich alle fünfzehn IVF-Warteschleifen meines Lebens mit Leichtigkeit. Halte durch, du liebe Wollmaus!

Kommentare:

  1. Halte durch, kleine Momo!
    Halte durch!

    Ich denke an euch, Flora...


    Lilli's Frauchen...

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  2. Arme Momo! Sei tapfer! Warum geht Ndogo in die Kita? Habt ihr das Kindermädchen nicht mehr?

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