Dienstag, 2. Juli 2013

40. Woche: The look of Heuschnupfen is on your face.

Heute ist Dienstag, seit Freitag bin ich in der 40. Woche und damit ein bisschen spät dran. Meine Entschuldigung ist ausnahmsweise nicht mein Bauch, sondern meine Augen: irgendwas stimmt da nicht. Mindestens zwei Stunden am Tag kann ich kaum gucken, dicke Tränen kullern mir übers verschwollene Gesicht, und das, obwohl es für die Heulerei nicht den kleinsten Anlass gibt. Am schlimmsten ist es, wenn ich mit den Hunden und bei offenem Fenster Auto gefahren bin. Heuschnupfen hat mich wohl endlich auch eingeholt, nachdem ich jetzt fast 40 Jahre so unberechtigt stolz darauf war, tränenfrei durch Heuschober, Frühlingswiesen und Birkenwälder toben zu können. Schöner Mist. Das bringt auch mit sich, dass jeder Tag nur in etwa drei Stunden für mich bereithält, in denen ich schmerz- und schlierenfrei auf einen Bildschirm egal welcher Art gucken kann. Das treibt einem die pünktliche Bloggerei ein bisschen aus.

So sieht das in etwa aus, jedenfalls in guten Momenten:


Diese Abkürzungsdame scheint kurz vorm Platzen zu stehen. Außerdem fällt vielleicht der einen oder anderen auf, dass ich in letzter Zeit scheinbar fast immer das Gleiche anhabe. Das trügt nicht, bei lauen 17 Grad in Hamburg variiere ich meine zwei Schwangerschaftsjeans derzeit mit drei geringelten Schwangerschaftsoberteilen durch, dann kommt die nächste Wäsche. Die vielen geräumigen Kleidchen liegen auf Bügelhalde, so lange hier noch täglich dank der Handwerker ein Sandsturm durchs Haus fegt, hab ich andere Sorgen. Dieses Oberteil ist übrigens streng genommen gar kein Schwangerschaftsoberteil, sondern ein knapp bauchnabelbedeckendes Minikleid von American Apparel. Und ich hoffe sehr, es eines Tages auch wieder so tragen zu können. Was dieses Thema betrifft, habe ich mich letzte Woche mal vorsichtig eingegoogelt zum Thema Laufen nach der Geburt und nach zehn Minuten schaudernd beschlossen, dass ich dazu erstens meine Frauenärztin und zweitens einen Sportarzt fragen werde und auf beide höre, auf sonst niemanden.

Inzwischen arbeiten wir ganz gemächlich die To-Do-Liste ab. Gestern haben wir baby bay auf die richtige Höhe eingestellt, außerdem wurden zwei passende Spannbettlaken geliefert. Dann kam noch ein Päckchen von L.s Cousine mit ihrem alten Moby Tragetuch an, und ich habe geübt, mir das umzubinden. Mit Bauch nicht so richtig überzeugend, aber ohne wird das schon. Auch wenn ich sagen muss, Krawatte binden ist ein Witz dagegen.

Was jetzt noch zu tun bleibt:
- Betten und Gästezimmer herrichten für den Einfall meiner Familie
- dazu dringend notwendig: doch noch bügeln, um Platz zu schaffen (im Moment türmen sich Wäscheberge im Schlafzimmer meiner Eltern)
- Gebrauchsanweisung für das Haus schreiben und ausdrucken, damit sie von Kaffeemaschine bis Trockner klarkommen
- Vielleicht sogar noch eine Dose Nussecken backen und vor L. verstecken

Und dann kommt wirklich nur noch Klickerkram wie Bilder im Kinderzimmer aufhängen, vielleicht nochmal zu IKEA für ein paar weitere Körbe ins Regal und einige wüste Streits mit L., damit das Gästezimmer nach der anstehenden Hauruck-Aktion gefälligst bis zur Geburt im gästefähigen Zustand bleibt.

Und sonst?
Jetzt habe ich so oft gehört und gelesen, am Ende könnte man einfach nicht mehr. Mir geht's jetzt besser als vor vier Wochen. Ich bekomme mehr Luft, ich fühle mich nicht ganz so unförmig (vermutlich einfach Gewöhnungssache), ich kann besser schlafen und ich fühle mich nicht den ganzen Tag so voll und uffjedunsen. Wenn es nur danach ginge, könnte das meinetwegen gerne noch vier bis sechs Wochen so weitergehen. Wie viel Zeit ich dann hätte! Allerdings werde ich langsam auch ungeduldiger und ungeduldiger. Und ich liege auf der Lauer. Jedes nächtliche Zwicken könnte das Zeichen zum Startschuss sein. Heute nacht habe ich mein Date mit der Eisentablette verpennt und sie erst um sechs geschluckt, daraufhin war mir schlecht. Und was sagt mein Schwangerschaftsbuch: Übelkeit, ein gängiges Zeichen, dass es losgeht. Bisher geht hier gar nichts los, und die Übelkeit hat sich jetzt auch gelegt. Dafür könnte ich mir jetzt einbilden, wenn ich mich ganz ganz doll darauf konzentriere, dass sich so etwas anbahnt wie eine leichte Blasenentzündung. Oder ist es etwa DAS? Ich habe mir sagen lassen, dass eine Geburt sich nicht besonders subtil ankündigt, also werde ich diesen Vorzeichen-Haschmich wohl einfach über mich ergehen lassen und mir immer wieder sagen, dass ich es schon merken werde. Ganz bestimmt.

Kommentare:

  1. Du siehst toll aus!!
    (Auch mit Heuschnupfen-Gesicht ;) )

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  2. Und davon abgesehen... vielleicht ist er ja nach der Schwangerschaft wieder weg - genau wie mein Schwangerschafts-Diabetes!!!

    Daumen-drück

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  3. Darf ich mal fragen, wieso du in der 40. Woche bist, wenn du doch am 12.7. Termin hast? Wärst du dann nicht jetzt erst in der 39. Woche? Nur mal rein interessehalber :o). Ändert ja auch nichts daran, wann das Baby letztendlich kommt ;o).

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  4. To do: Schoko die Adresse schicken

    LG
    Schoko

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  5. jaaaaa, bald isses da, spannend :)

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  6. Hallo ich hätte Dir auch gern eine E-Mail geschrieben - aber finde das auf deiner Seite nicht. Vielleicht hast du Lust an unserer Blogparade zum Thema „Schwanger werden - was tun wenn es nicht gleich klappt?” teilzunehmen. Es gibt auch etwas zu gewinnen. Näher Infos hier:

    http://trainyabrain-blog.com/2013/07/blogparade-juli-2013-thema-schwanger-werden-was-tun-wenn-es-nicht-gleich-klappt/

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  7. Zum Thema merken und wann gehts ins Krankenhaus meinte meine Hebamme nur: Geh dann, wenn du SICHER bist, dass das Wehen sind. Nicht vorher. Und ja, man weiß das dann, ist schwer zu verpassen. Solange du noch rätselst und auch nur ein Fitzelchen zweifelst, kannst du getrost zu Hause bleiben :-)
    Als Erstgebärende ist man doch selten zu spät dran...
    Ich hab übrigens ein paar Tage vor der Geburt plötzlich totale Panik gekriegt und dachte, da MUSS doch was schiefgehen, denn es kann doch nicht sein, dass ich tatsächlich ein Baby bekomme nach all dem Krampf.
    Doch, ist so, in der Hinsicht bist Du jetzt eine von vielen Schwangeren vor der Geburt. Und Du wirst eine von vielen Müttern sein mit all den Höhen und Tiefen, ganz normal plötzlich. Die KiWu-Zeit ist bei mir jetzt wieder für das Geschwisterchen aktuell, aber zwischen all den anderen Müttern ist das ziemlich im Hintergrund (Außer dass ich NIEMALS frage, wann denn das Zweite endlich kommt). Und gut so, es muß einen ja nicht ewig belasten...

    Sehr aufregend hier, drücke alle Daumen!

    liebe Grüße
    Bernstein

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