Sonntag, 19. Mai 2013

Mich wundert das gar nicht, dass es inzwischen ca. 28 Zeitschriften mit "Land" im Titel gibt

Die Treppen könnten ein Problem werden. Treppen in einem offen gebauten Haus, belegt mit harten Fliesen, bei denen man nicht einfach eine Tür zumacht und das Treppenhaus ist verschlossen. Außerdem gibt es einen extrem verlockenden Teich an der Terrasse, zu dem es mich als Zweijährige auf jeden Fall mit Macht gezogen hätte. Dann ist da noch der felsige Steilhang runter zur Straße, allerdings so dicht bewachsen mit dornigen Brombeerbüschen, dass Würmchen sich nach zwanzig Zentimetern Sturz schon in einer neuen und ganz andersartigen Notlage wiederfinden würde. Ansonsten wird das hier großartig. Die Balkone sind gut vergittert, die Pflanzen ums Haus alle nicht giftig, im Keller stehen bestimmt noch riesige Spielzeugschätze, und meine Eltern geben ganz sicher die besten Großeltern der Welt ab. Bzw., wie die Nomenklatur in unserer Familie lautet, Oma und Opa Heppenheim. Wieder eine Sache, die ich kaum erwarten kann - eine von den vielen: das Familienauto mit Mann, Karre, Hunden und Kind bepacken und dann( mit Zwischenstop in NRW, damit er seine Uroma kennenlernen kann), hier runter fahren und ihm zeigen, dass das Leben außerhalb der Stadt auch anders sein kann: dass es auch Wiesen ohne leere Schnapsflaschen und verrottenden Grillmüll gibt, dass man Kühe nicht nur essen, sondern auch streicheln kann und dass Mutti, wenn sie nur will, auch imstande ist, in diesem grässlichen Dialekt zu sprechen. Der wird Augen machen.

Vielen Dank für die vielen Tipps zur Krankenhaustasche! Miederhosen in Größe 42, Schlafbrille, eine Großpackung Cornies und Bifis, Schwimmring und all das andere werden unverzüglich angeschafft. Es wird dann wohl doch eher ein Krankenhaus-Flugkoffer werden, aber mach was, und in unserem Familienzimmer ist ja auch Platz dafür. Ansonsten geht der Plan ungefähr so: irgendwann demnächst, sobald die Handwerker endgültig wieder verschwunden sind, mache ich den Dachboden und das Gästezimmer besuchsfein. Geht es dann los, informieren wir als erstes meine Schwiegermutter, die sich dann bitte sofort bei uns einnistet und für's Erste die Hunde sittet, was in solchen Notsituationen auch ausnahmsweise damit getan ist, für Futter, Wasser und Epilepsie-Medikamente zu sorgen und in regelmäßigen Abständen die Küchentür in den Garten zu öffnen. Dann macht sich meine Familie auf den Weg und quartiert sich ein. Meine Schwester spricht schon von Kuchen, die sie für uns zu backen gedenkt - ob mit oder ohne Kuchen, so machen sich alle ein paar nette Tage in Hamburg und kommen ein-zweimal am Tag zu Besuch. Und dann ziehen wir mit Würmchen zuhause ein und haben erst mal ein paar Tage für uns ganz allein. Ich finde, das klingt nach einem guten Plan.

Und jetzt gehe ich mal an den Teich gucken, was die Kaulquappen machen.

Kommentare:

  1. Ah, die Schlafbrille hat mich drauf gebracht! Ich habe mir gleich eine dimmbare Nachttischlampe mitbringen lassen, damit das grässliche grelle Krankenhausnachtlicht ausgeschaltet werden konnte. Ganz dunkel wollte und will ich es noch nicht haben, mit dem Baby neben dem Bett. Ich will immer sofort sehen können, ob alles noch in Butter ist ;)

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    1. Den Tipp wg. dem Licht gab es ja schon in Form von einer Lichterkette. Gute Idee!
      Ach ja, das Stillkissen ist wirklich ein guter Tipp, gabs bei mir im KH auch nicht....
      Als Schlappen empfehle ich Crocs (wenn auch häßlich), aber die kann man waschen und desinfizieren, falls nötig (Fruchtwasser etc .)!

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  2. Die Sache mit dem Schwimmring würde ich lassen: ich hatte nach entsprechendem Tipp einen solchen dabei, den mir die Schwestern auf der Wöchneinnenstation aber gleich entschieden ausgeredet haben. Es ist anscheinend besser für die Heilung der Naht (oder wie bei mir, der Nähte.. ), wenn man auf einer eher harten, zumindest formstabilen Unterlage sitzt. Mir erscheint das auch plausibel - wenn das immer so wackelt auf dem Luftkissen, reisst eher etwas wieder auf. Und wenn man erstmal sitzt, ist es auch wirklich ganz gut auf einem eher harten Stuhl. Ich fand dann sogar die Bettmatratze unangenehm weich zum draufsitzen.
    Alles Gute weiterhin!
    wünscht Jo

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    1. Ich konnte überhaupt nicht auf diesen dicken Krankenhaus-Binden sitzen und fand die etwas modernere dünne Variante tausendmal angenehmer. Zumal der Wochenfluss dann doch nicht so dramatisch war, wie befürchtet. Zum Thema Besuch kann ich nur sagen, dass ich überhaupt keinen vertragen konnte, bis es mit dem Stillen richtig klappte. Und das waren einige Wochen, so dass selbst der wenige Stunden dauernde Erstbesuch meiner Eltern, als der Kleine zwei Wochen alt war, schon zu viel war. Aber das ist denke ich auch bei jeder unterschiedlich.

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  3. Das mit den paar Tagen allein, wenn Ihr nach hause kommt klingt gut und sollte auf jeden Fall durchgesetzt werden. Weder die besten Freundinnen noch die ganze Clique muss einem gleich die Bude stürmen und so ein Kind kann auch tatsächlich noch nach drei oder gar mehr Wochen bestaunt werden.... Ich habe ja bereits das Familienprogramm im Khs minimalst gehalten. Damit macht man sich nicht so beliebt, aber ich finde der Zauber der ersten Zeit zu dritt (und dann noch wenn er wie bei uns so hart ersehnt ist) gehört einem eben nur zu dritt. Und bei Besuch (ob Klinik oder Zuhaus) macht man sich doch dauernd Gedanken, ob es allen gut geht, jeder satt und zufrieden ist, wie sehe ich eigentlich grad aus etc. Ach, aber Ihr macht das schon! Lass Dich erstmal in der Heimat verwöhnen, Grüße

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  4. Hallo Flora, Dein Plan in allen Ehren... aber denk daran, nach einer normalen Geburt schmeissen Sie Dich nach 3 Tagen raus...oder DU willst so schnell wie möglich da raus.. Ist dei Family darauf eingestellt, Knall auf Dall die Bude zu räumen?
    Beim Kaiserschnitt bliebst Du ja 5-7 Tage, mit Zusatzversicherung oder privat behalten sie Dich aber gerne länger da... ich fand das gut... alleine schon wegen des supergenialen Stillsessels, den ich im Zimmer hatte. Und weil ich ein Einzelzimmer hatte.
    Und ganz ehrlich - dafür würde ich nochmal Geld ausgeben. Es sei denn, Du bist wild drauf, total intime Momente mit egal wem - im Zweifel einer türkischen Großßfamilie - zu teilen.
    Nein, das ist nicht rassistisch gemeint. Aber auch wenn deutsche Familien penetrant nervend sein können, tauchen sie selten im 10erPack auf, und bleiben dann den ganzen Tag.
    Meine Freundinnen und ich waren uns übrigens alle einig - Besuch an Tag 2 ist klasse - zwischen Tag 3 und 5 bitte alle dort bleiben, wo der Pfeffer wächst. Es geht nichts über Verwandte im Zimmer, wenn man vor 10 Minuten ein Zäpfchen zur "Darmanregung" bekommen hat, und nur ein T-shirt und eine supersexy KKH-Netzunterhose (wg Kaiserschnitt) anhat.
    Oder alle 20 minuten seinen Quarkwickel wechseln möchte. Oder die Binde. oder oder oder... Da wären mir meine besten Feundinnen sogar lieber gewesen. Ausserdem noch ein Grund fürs Einzelzimmer.

    Liebe Grüße...

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  5. Oma und Opa Heppenheim? Kommst du aus Hessen? Oder kommt das woanders her? Ich wohn da nämlich ganz in der Nähe :)
    Liebe Grüße von Tina

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  6. Hallo Flora,
    wenn ich dir einen Tipp geben darf, dann plane nicht so viel und lass alles auf dich zukommen.
    Bei mir hat das mit dem Einzelzimmer dann doch nicht geklappt und ich habe ein Doppelzimmer bekommen, zusammen mit einer "türkischen" Mama. Das war das Beste was mir passieren konnte. Bei ihr war es schon das zweite Kind und sie konnte mir ein paar sehr brauchbare Tipps geben. Alleine wäre ich nicht so gelassen gewesen, vor allen Dingen nachts, wenn die Schwester nicht schnell genug kommem konnte. Auch hat mich ihr Besuch nicht gestört, sie waren sehr nett, wenn ich stillen oder ähnliches wollte sind sie immer aus dem Zimmer gegangen.
    Schlafen brauchte ich im Krankenhaus eh nicht, ich war von der Geburt so mit Hormonen gepuscht, dass ich die ersten Tage keine Müdigkeit verspürte. Deshalb war ich um jeden Besuch im Krankenhaus dankbar. Obwohl ich vorher sagte ich möchte keinen Besuch. Zuhause fand ich die Zeit alleine angenehmer, allerdings ist nichts gegen einen kurzen Besuch von Eltern oder Freundinnen einzuwenden. Mein Mann musste die erste Woche noch arbeiten, da der Kleine zu früh kam und ich war ganz froh, wenn jemand da war und ich mal duschen oder wenigstens aufs Klo konnte. Wenn sie dann noch was zu Essen mitbringen, umso besser. ;-)
    Habe aber genug Freundinnen bei denen er anders war. Denke das hängt von psyschichen Zustand nach der Geburt ab und den kann man nicht planen.

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  7. Hallo liebe Flora!
    Ich habe mir für die Fahrt zum Krankenhaus Einmalwickelunterlagen besorgt. Handlich, saugen gut und sind unten beschichtet, damit nix durchgeht. Außerdem brauchst du die Reste der Packung ohnehin für die Wickeltasche!
    Die Hebamme hat alternativ auch Müllsäcke empfohlen und gemeint, falls man ein Taxi rufen muss, nie was von Geburt oder Wehen erzählen. Die lassen einen sonst stehen und sagen, dass sie keinen Wagen frei haben! Außerdem soll Lippenpflege wichtig sein, weil man durch den Mund ausatmen soll und die Luft trocken ist. Und wir nehmen uns noch ein Gläschen Champus mit. Keine Ahnung, ob ich dafür dann noch in Stimmung bin, aber nett wärs schon, auf das Klitzekleine Wesen anzustoßen.

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  8. Genau - Champagner! Das war wirklich noch ein wichtiger Tipp, der gefehlt hat! Nutze das kurze Zeitfenster zwischen Geburt und Milcheinschuss (ca. 1-3 Tage), da ist er nämlich sogar erlaubt. Dann kommt gleich wieder das nächste Darben nach dem Lieblingsgetränk, die Stillzeit, deren Länge Du nicht vorhersehen kannst. Also: Anstoßen im Kkh!
    Grüße von Jo,
    die insgesamt seit fast 2,5 Jahren darbt

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