Freitag, 8. März 2013

Mia, meine Mia

Normalerweise gehe ich bei Mode, Dekokram und Kosmetik so mit Habenwollen um: ich schleiche einen Tag lang um das Objekt der Begierde herum, dann reiße ich mich mit Gewalt los, gehe nach Hause und schlafe erst mal drüber, vorzugsweise auch noch über das Wochenende. Will ich es dann immer noch haben, dann kaufe ich es. Ist es weg, habe ich Pech gehabt, schmolle für fünf Minuten und dann gut. Denke ich nicht mehr dran, dann denke ich nicht mehr dran. Je größer die Ausgabe und je zweifelhafter der Sinn, desto beharrlicher muss ich mir etwas wünschen. Grundsätzlich ist aber mein Ideal, Dinge eher nicht zu kaufen als zu kaufen. Darauf arbeite ich hin. (Sonst bin ich nicht so geizig, für Essen z.B. haue ich Unsummen raus, den Mädchen würde schwindelig werden, wenn sie wüssten wie viel.) Dabei hilft mir seit einem Monat auch noch meine Haushaltsbuch-App, die so nervig und langweilig zu bedienen ist, dass ich mir schon angesichts des anstehenden Eintrags dreimal überlege, ob ich jetzt wirklich noch einen Nagellack brauche. Diesmal hat es etwas über die Ziellinie geschafft, um das ich jetzt seit zwei Monaten herumschleiche und herumgoogele: eine Clarisonic Mia 2 Ultraschallgesichtsbürste in pink. (Die viel besseren Farben coral und peony waren leider hier nicht zu kriegen.) Sie hat bei amazon.co.uk 120 Pfund gekostet und ist hoffentlich Montag hier. Sie ist wasserfest, man kann sie unter der Dusche benutzen und sich ein-zweimal täglich damit das Gesicht bürsten. Angeblich verfeinert sie die Poren, reduziert Fältchen, verhindert Pickel, lässt Rötungen verschwinden, entfernt Make-Up wie keine Zweite und strafft die Haut. In noch nicht mal mehr drei Wochen werde ich 40, ich fand, das kann ich mal machen. Außerdem bringt die Schwangerschaft ein paar Pickel mehr mit sich, und in den ersten Monaten kann ich vermutlich jede Unterstützung brauchen, die ich bei der Hautpflege kriegen kann. In den USA und England überschlagen sich die Damen mit begeisterten Reviews im Netz, bis auf ein paar party pooper, denen das Ding z.B. dreimal runtergefallen ist und dann kaputt war oder denen das Reise-Köfferchen zu schäbig war, hu! Ich reibe mir schon die Hände, euch zu berichten, ob es funktioniert.
Gestern war wohl einfach der Damm gebrochen. Neben der Mia habe ich außerdem einen Jeansrock und ein Jeanskleid im online-Sale bei bellybutton geordert, und hätte nicht das Bestellprogramm versagt, wäre noch eine Großbestellung bei Vertbaudet dazu gekommen. Vom Umstandsmodenhersteller Paulina hatte ich schon eine Menge gehört, größtenteils in sehr ehrfürchtigem Ton, aber als ich mir das angesehen habe, war ich entsetzt: das sieht ungefähr so aus wie die Sachen, die Sonja Zietlow zur Moderation des Dschungelcamps trägt, nur mit eingeplantem Bauch.

Ich shoppe mich in den sechsten Monat. Auch in den USA würde der heute laut "What to expect" beginnen. Falls es irgendwo auf der Welt ein Land gibt, in dem ich noch im fünften bin, habe ich noch nicht davon gehört. Inzwischen stellen sich einige der Dinge tatsächlich ein, die meine Apps mir schon im dritten Monat andichten wollten. Seit zwei Nächten ist es tatsächlich blöd, auf dem Rücken zu schlafen. Leider kümmere ich mich im Schlaf nicht darum, wache dann auf dem Rücken auf, falle auf dem Weg ins Bad fast um und habe noch eine Stunde mit Schwindel zu kämpfen, weil die Gurke mir die halbe Nacht auf die Blutversorgung gedrückt hat. Gestern hatte ich außerdem meinen ersten Anfall des Rapunzel-Phänomens und musste unbedingt jetzt und auf der Stelle Toast Hawaii essen, der sonst eher ganz unten auf meiner Liste steht, während der feine Dukan-L. ein wenig gedünsteten Seelachs mit Kräutern zu sich genommen hat, wäwäwäwäwä. Ich habe im Job zum ersten Mal die Schwangerschaftskarte gezogen, als sie wollten, dass ich auch diese Woche wieder Donnerstag und Freitag für sie arbeite. Ein normaler neun-Stunden-Arbeitstag wird gerade tatsächlich anstrengend, vor allem, weil ich nicht mehr gut mehrere Stunden auf einem der hübschen, aber harten Meeting-Stühle sitzen kann, ohne dass ich das Gefühl habe, mein Steißbein bohrt sich in meinen Nacken. Und es vergeht kein Tag mehr, an dem ich das Würmchen nicht strampeln spüre. Ich habe jetzt schon ein bisschen Angst vor den letzten Wochen, wenn das aus Platzmangel wieder aufhört, es wird mir fehlen. Gaaaaaaa, da war es wieder!

Kommentare:

  1. Bei mir war es nie weg.
    Wir lagen sogar im Bett, schauten uns das Bauchtheater an und dann sprang die Blase. 18 Stunden später war er da! :)

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  2. Bei mir hat es auch bis zum Schluss ordentliche Beulen gegeben. Und zum Schlafen ist ein Stillkissen super, das verhindert ggf. auch die Rückenlage.

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    1. Oh ja!
      Ich bin nicht mehr schwanger, ich stille nicht mehr und liebe es trotzdem!

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  3. Genau das wollte ich auch empfehlen, und wenn Du Dir was Gutes gönnen willst, liebe Flora, dann schleich doch mal ein paar Tage um dieses hier herum: http://www.amazon.de/Doomoo-Buddy-B10-Stillkissen-elfenbein/dp/B000SZA354
    Es ist zugegebenermaßen nicht ganz billig, dafür aber ein Traum im Vergleich zu den anderen "großen Sandsäcken", die ich auch ausprobiert habe. Und wenn Du es nicht mehr zur Lagerung des Bauches und später des Babys brauchst, dann kann man super damit vor dem Kamin herumlümmeln.
    Sprach
    Jo,
    und tut ebendies

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  4. Habe mir die jetzt auch bestellt, die Rezensionen sind ja unglaublich und da ich auch stark unter Hautproblemen leide, muss ich es ausprobieren. Ich hoffe inständig, die Mia 2 wird auch MEINE Mia. :o) Danke für deine ganzen tollen Posts. Mir helfen sie sehr unserer bevorstehenden Abkürzungszeit positiv entgegen zu blicken. Lieben Gruss

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