Samstag, 19. Januar 2013

Also schön. Wie sage ich das?

Ohne jemanden zu kränken, ohne jemandem zu nahe zu treten, ohne... ach was. Ich sag es einfach. Mein Blog, meine Regeln.

Ich hab das schon mal geschrieben, ich glaube sogar, mehr als einmal. Aber dieser Blog ist nicht als Suche nach Rat und Hilfe von fremden Menschen aus dem Internet gedacht. Wenn ich eine Frage habe, wie ich mich in der Schwangerschaft zu verhalten habe, dann frage ich meine Gynäkologin oder meine Internistin oder gucke in ein schlaues (mit Betonung auf schlau) Buch. Nicht in ein Forum, und nicht in die Tiefen meines Blogs. Mag sein, dass ich mal wissen möchte, wie eure Meinung und eure Erfahrungen mit irgendwas sind. Dann frage ich. Ich möchte nicht - niemals - egal, wie gut ihr es meint - dass ihr mir schreibt, "also ich an deiner Stelle würde..." oder auch "Du solltest vielleicht..." und "Meinst du nicht, es wäre besser, wenn...", genau so wenig wie "Wieso macht das deine Ärztin so, wieso nicht anders, bist du sicher, dass das nicht dem Kind schadet?" So lange bin ich zwar noch nicht schwanger, aber ich habe inzwischen mitbekommen, dass es zu vielen Fragen - so verwirrend das auch sein mag - mehr als eine Expertenmeinung gibt. Und ich möchte mir weiterhin vorbehalten, das hier so zu machen, wie ich und meine Ärztin das für richtig halten. Ich weiß, dass mein Körper gerade viel leistet, und dass es kein Wunder ist, wenn ich müde bin. Ich weiß aber auch, dass die Müdigkeit nicht nur von den gewaltigen Vorgängen in meinem Unterleib her rührt, sondern auch hormonell bedingt ist - ganz zu schweigen davon, dass tiefster Winter ist, dann bin ich eben müde. Ich weiß auch, dass die Spaziergänge mit den Hunden an der (endlich wieder) kalten, klaren Luft mir gut tun. Ich gehe vorsichtig, nicht im Stechschritt, mit Spikes, wenn nötig, und ich mache Pausen. Ich habe nicht vor, heute erst einen Bauch-Beine-Po-Kurs und anschließend eine Runde Hanteltraining runterzureißen, sondern will mir dieses Wochenende noch einen gemütlichen Yoga-Kurs raussuchen und dort einen Teil der Übungen mitmachen, anschließend noch ein paar langsame Bahnen durchs Becken ziehen und dann vielleicht noch eine Runde in die 60-Grad-Sauna gehen, bevor ich in einen Bademantel gemuckelt einen Liter Quellwasser trinke und dazu die neuesten Schmutzblätter lese. Ist das jetzt ok? Wollen wir vielleicht abstimmen, ob ich das darf?

Tut mir übrigens leid, liebe unbekannte Dame, dass Du das jetzt abkriegst, Du hast es - da bin ich sicher - sehr, sehr gut gemeint und einen eigenen Schimpf-Post nicht verdient. Es ist auch nicht Dein eigener, er richtet sich an all die, die mir hier (und Legehenne auch schon) gerne mit Rat, Warnung, Empfehlung und Lebensweisheit zur Seite stehen. Im Gegensatz zu mir kennt ihr die Personen nicht, von denen hier die Rede ist - ich brauche z.B. keine Tipps aus dem Netz, wie mein Vater irgendwas meint, ich kenne ihn seit 39 Jahren und weiß, dass er sich zwanghaft um alles, einfach alles kümmert, ob es ihn nun angeht oder nicht. Ihr kennt auch nicht meine inzwischen knüppeldicke Akte und meine Laborwerte oder meinen Ultraschall, so dass ich mich im Zweifel lieber auf das Urteil meiner Ärztin verlasse als auf euers. Ich sage es nur noch mal: ich bin keine von denen, die ein Schwangeren-Forum fragt, ob das jetzt ok ist, wenn ich eine Salamipizza esse oder wenn ich (auf ausdrücklichen Rat von Gynäkologin und Internistin, das tut nämlich gut bei zu hohem Blutdruck) zum Sport gehe. Ich will dementsprechend auch nicht, dass das Forum zu mir kommt. Lasst es einfach, ok? Egal, wie es gemeint ist. Es macht mich nämlich wahnsinnig, und auch das ist schlecht für den Blutdruck. Ich will auch keine Rechtfertigungen hören, die kenne ich schon alle, es sind die allerbesten, da bin ich ganz sicher, ich mag das nur einfach nicht. Ok? Wieder Freunde?

Genug geschimpft (hoffe ich jedenfalls). In meinem Bauch ist einiges los. Seitdem ich aktiv darauf achte, habe ich öfter mal das Gefühl, da krabbelt was. Es ist ein seltsames Gefühl, und wenn heute Abend nicht die Bande vorbeikäme zum Dschungelcamp-Gucken, dann hätte ich als Voll-Nerd Lust, mir den ersten Alien-Film auszuleihen, um es zu feiern. Heute Nacht habe ich mich einmal im Halbschlaf umgedreht und das scheinbar irgendwie falsch gemacht, und ZACK hatte ich üble Schmerzen an einer Stelle, an der ich noch nie welche hatte. "Autsch, autsch, hoffentlich sind Wehen nicht ganz so ätzend", dachte ich im Halbschlaf, und dann war ich plötzlich hellwach und wusste: die sind ungefähr zehnmal so schlimm, wenn nicht hundertmal. Und das war er: der Moment, in dem ich zum allerersten Mal in meinem Leben Schiss vor einer Geburt hatte. Nach vier Jahren Kinderwunschbehandlung ist das ein großer Moment. Ich fühle mich nicht mehr den ganzen Tag gleichzeitig hungrig und vollgefressen, und in die Nahrungsaufnahme ist insgesamt eine schöne Routine gekommen. Was ich nicht darf, ist jetzt geklärt, das kann ich also vermeiden, ohne groß darüber nachzudenken. Und wenn ich nicht mehr darüber nachdenke, was ich alles nicht darf und mit Vorsicht behandeln muss, bleibt mehr Hirn- und Gierkapazität für das übrig, was ich darf - und das ist ehrlich gesagt ungefähr 500mal so viel wie das, was ich nicht darf. (Stellt euch mal für einen Moment vor, es wäre genau umgekehrt, und während einer Schwangerschaft müsste man von Test bis Geburt von Alkohol, rohen Eiern, rohem Fleisch, rohem Fisch, Rohmilchkäse, ungewaschenen, erdverkrusteten Gemüse, Austern, Schinken und Salami leben. Auch nicht schön. Fluppen hätte ich fast vergessen, also schön, Fluppen noch. Und Antibiotika, Schmerzmittel und Hustensaft.) Außerdem fange ich an, in den Swing zu kommen, was Ausruhen, Schonen und Kräfte Rationieren betrifft. Heute Abend z.B. habe ich die Hütte voll, und es gibt nicht etwa das dusselige Huhn, das ich sonst immer mache und das mit knusprigen Ofenkartoffeln zusammen die letzten zwei Stunden vor Eintreffen der Gäste bestimmt, sondern Lasagne. Die Bolognese dafür hab ich gestern vormittag angesetzt, ganz in Ruhe und mit irgendwann vor Weihnachten geschnibbeltem und eingefrorenen Suppengrün. Vorbereitet schmeckt sie eh besser. Dann war gestern noch die Bechamel zu rühren und Käse zu reiben, und seit gestern Abend stehen zwei feine Lasagnen im Wintergarten, mit Folie abgedeckt, und alles, was heute noch zu tun ist, ist ein Feuerchen machen, die Sofakissen aufschütteln und um halb acht die erste Form in den Ofen schieben. Den Einkauf hab ich auch auf drei Tage verteilt. Meine aktuelle Hunderoute führt entlang eines Flüsschens, wo wir kilometerweit laufen können, ohne dass die Hunde an die Leine müssen - perfekt, wenn es ein bisschen glatt ist. Wir fahren zwei Kilometer, ich stakse vorsichtigen Schrittes mit den beiden über die Straße, dann lasse ich sie frei, und dann haben wir die Wahl zwischen drei Rundwegen: 45, 90 und 120 Minuten. Viel bequemer geht es nicht. Ich zwinge mich nicht zu Hausarbeit, wenn ich kaputt bin, sondern nutze die seltenen Momente, wenn ich z.B. a) hellwach, b) fit und c) in der Stimmung für eine meiner Lieblings-DVDs bin, lege einen Film ein und bügele schwuppdiwupp den ganzen Korb leer. Ich protestiere nicht mehr, wenn mir jemand etwas abnehmen will - wenn meine Schwiegermutter spülen will, soll sie spülen, und ich fühle mich auch nicht verpflichtet, währenddessen in der Küche rumzuhantieren, um ja nicht faul zu wirken, sondern bleibe mit einer Zeitschrift auf dem Sofa liegen. Ich verlasse Mittwoch Abend die Agentur, will schon zu meiner Kollegin sagen "Und wenn was ist, rufst du an", stoppe mich aber direkt nach dem "Und..." und sage stattdessen "... ein schönes Wochenende, bis Montag!".

Kommentare:

  1. Bin voll und ganz bei dir! You rock!

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  2. Liebe Flora, nach meinem 1. Positiv nach der 1. Insemination habe ich auf so ziemlich Alles gehört,was an guten oder schlimmer noch gutgemeinten Tips kam - von Nicht-essen-der-Salami bis hin zum Bloß-nicht-überanstrengen. Ob Foren, ob Dr. Google, RatSCHLÄGE erfahrener Mütter-Freundinnen... TROTZdem war es dann in der 9. Woche mit dem Traum vorbei. Beim 2. Positiv habe ich auf all das gepfiffen - klar, ich bin keine Marathons (ist das die korrekte Mehrzahl?) gelaufen, musste wegen des Zwangsbeschäftigungsverbot (ich arbeite halt in der SOzialpädagogischen Familienhilfe, da gibt es halt viele Situationen, die "zu gefährlich" sind inklusive möglicher Ansteckungsgeschichten)eh beruflich kürzer treten, ABER ich habe meine Mutter ignoriert ("Hätteste bloß mehr auf dich geachtet, dann hättest du das Kind nicht verloren!"), sämtliche Schwangerschaftsapp gelöscht, mir Dr. Google Verbot erteilt UND mir eine sehr handfeste Hebamme gesucht, die mit Esotorik & Co soviel zu tun hat wie ich :-) Und die hat ganz klar gesagt: Du weißt schon, was gut für Dich ist! Und das habe ich auch gemacht. Und dass es wieder schiefgegangen ist, lag nicht an der einen Scheibe Salami und mit Sicherheit auch nicht am ausgelassenen Fangenspielen mit dem Patenkind oder der durchwachten und durchdiskutierten Nacht, weil ich nach dem DVD-Abend mit meinen Nichten und "Harry und Sally" zu wenig Schlaf bekommen habe. Es gibt Frauen - und das weiß ich aus meinem Job zu Genüge - die kriegen Kinder, obwohl sie bis kurz vor der Geburt deren Existenz ignorieren. (Nein, ich will jetzt keine Kurzreferate über eventuelle gesundheitliche Einschränkungen lostreten). Kurzum: guter Post und ja, das musste mal sein! Gut gemacht!

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  3. So wie du dich fühlst- so machst du es! Genauso soll es sein

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  4. Liebe Flora,
    Glückwunsch zu diesem gelungenen Post! Da hast du Tacheles geredet! Als ich den spitzen Kommentar las, musste ich für dich mitschlucken und war sehr gespannt, wie und ob du reagierst. Für einen Moment habe ich mich gefragt, ob das nicht doch dein Vater ist und was du ihm sagst. "Schön", dass es "nur" eine Leserin ist. Ich wünschte, ich würde auch öfter so klare Worte finden wie du!
    Viele Grüße
    Anne3

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  5. Hast ja recht, auch wenn ich gestehen muss, dass ich als "erfolgreiche" gerne mal ein paar Tipps vergebe! Ganz feste Daumen und mein Mund bleibt in Zukunft auf jeden Fall versiegelt! Das klappt!!!!!!!!!!!!!!!!

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    1. Das ist ja immer der Mist in Kinderwunsch-Kreisen, dass die die "erfolgreich" waren nun meinen, sie wüßten wie es geht und man müßte es einfach so wie sie machen.

      Dabei finden sich mit Sicherheit auch viele Frauen, die alles ganz genau so wie die "Erfolgreichen" gemacht haben und bei denen es trotzdem nicht geklappt hat.

      Und nu?
      Was heißt das dann? Dass die Tipps doch scheiße sind oder dass mit dne Frauen was nicht stimmt? Weil DU hast es ja damit geschafft!

      Ach, mich nervt dieses ganze Erfolgsding und die ganze Besserwisserei beim Kinderwünschen/Kinderhaben so dermaßen... sorry.... aber dieser Post ist einfach mal eine Gelgenheit das zu sagen.

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    2. Falls die Kommentatorin, an die Du diese Antwort gerichtet hast, die von dem durch Flora angegriffenen Post war, muss ich sagen Hochachtung, wie gelassen und sympathisch sie mit Floras Attacke umgegangen ist. Sie hat sich doch quasi selbst auf die Schippe genommen, warum nachtreten? Und leider muss ich sagen, dass mich Floras Post total geschockt hat. Ich lese schon mehrere Jahre mit und fand diesen Post echt völlig außer der Reihe. Naja, Meinungen sind halt nterschiedlichl

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  6. Fand ich ehrlich gesagt auch ein wenig übertrieben, die Reaktion.
    meint Jo

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  7. Ne, ich wars in diesem Fall nicht, aber jetzt muss ich auch noch mal was schreiben...
    1. hätte ich vor nunmehr 17 Monaten vielleicht ähnlich sauer wie du reagiert;
    2. war die Wortwahl "erfolgreich" zugegebenermaßen blöd, besser wäre "unglaublich viel Glück haben" gewesen; (und ja, ich weiß, dass es eher ein 6er im Lotto ist und nichts mit irgendwelchen Verhaltensregeln zu tun hat)
    3. war es bei mir aber schon so, dass mir Hinweise und Kommentare aus dem Wunschkinder-Forum unglaublich bei unserer eher suboptimalen medizinischen Betreuung geholfen haben, und ohne ins Detail gehen zu wollen, wäre ich heute nicht strahlende Mama eines (übrigens Samenspende-)Babys, wüßte ich nicht von sehr kompetenten Frauen etwas über AMH, Samenbanken, Gerinnungsstörungen, Insulinresistenz etc. Auch finde ich, liegt es oft an einem selber gut zu filtern... was einem natürlich oft in der Schwangerschaftspanik (und glaube mir, auch die hatte ich... mein erster Einkauf in Sachen Kind fand in Woche 29 statt) nicht gut möglich ist.
    4. geht es ja jetzt um Tipps zum Wohlbefinden in Floras Schwangerschaft und nicht mehr um (oft bescheuerte) Tipps zum Schwangerwerden;
    5. ist es immer noch einer meiner sehnlichsten Wünsche, dass jedem sein Kinderwunsch erfüllt wird!
    Nix für ungut!

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    1. P.S. Ach, und
      6. sind auch manche "schlaue" Bücher in der Schwangerschaft und später als Mama unbedingt zu meiden, u.A. die fürchterlich esoterische "Hebammensprechstunde" von Ingeborg Stadelmann und das unsägliche "Oje, ich wachse" von diesen beiden Holländern...
      Upps, das war ja schon wieder ein Ratschlag ;)

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    2. Ich habe das "Oje, ich wachse" zur Geburt meines 1. Sohnes geschenkt bekommen... Es hat bei beiden meiner Jungs überhaupt nicht gepaßt und zugetroffen. Hab es irgendwann ins Altpapier wandern lassen ;)

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  8. Ich finde Floras Post auch übertrieben. Man muss nicht alles annehmen, aber man kann auch nicht jedem den Mund verbieten.
    Als Schwangere (und auch als Braut wie ich finde) bekommt man ständig diese wohlgemeinten Tipps. Was willst du dann machen Flora? Alle stets so anfauchen.
    Genieße lieber deine Schwangerschaft und ärgere dich nicht über die Tipps. Und so wie du reagiert hast, tangiert dich das ja sehr.
    Seh es so, die Menschen wollen nur das Beste, ihre eigene Erfolgratschläge weitergeben. Sie meinen es ganz bestimmt nicht böse.

    Na ja, spätestens wenn das Kind da ist, merkst du dass Ratschläge zu bekommen wirklich kein echtes Problem darstellt und du wirst auch keine Zeit haben um dich über so etwas zu ärgern.

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  9. Mei, so mehr oder weniger schlaue Ratschläge machen einem halt Angst, denn im Grunde kann man es ja nur falsch machen... Zehn Leute, elf Meinungen. Und Angst hat man eben nach mehreren Jahren Kinderwunsch"karriere" und einer oder mehreren Fehlgeburten. Leider geht das nie weg und mit Kind geht es dann genauso, siehe Stillen, Erziehung etc.

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  10. Kuckuck!Themawechsel! Liebe Flora, ich würde sehr gern zum Frühstück kommen, deinen Bauch gern live bestaunen und das Ereignis feiern! Ick freu mir sehr für dich! Leider bin ich zur Zeit nicht in Hochstimmung. Eine Schwangerschaft mag kompliziert sein, aber versuch mal ein Pflegekind zu kriegen...;-)Wird schon, aber ich war schon zuversichtlicher, dass wir ein gemeinsames sommerliches Babytreffen veranstalten werden. Vielleicht ist es auch der Winter...Auf jeden Fall bringe ich dann was Rohes und Fischiges mit, für alle, die es sich leisten können! Herzliche Grüße Nina

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    1. Liebe Nina! Durchhalten, es lohnt sich bestimmt! Die wären bescheuert, wenn sie euch nicht aussuchen würden. Und je länger ich über das Frühstück nachdenke, desto besser finde ich das als Stammtisch-Alternative... War ja auch schon die letzten Male so, dass immer mindestens zwei der Damen am Tisch gerade aus dem einen oder anderen Grund keinen Alkohol trinken wollten. Ok, sobald der Entrüstungssturm sich hier gelegt hat, gehe ich in die Planungsphase... liebe Grüße und unendlich viel Glück & Geduld!

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  11. Nochmal zurück: Ich versteh deinen Post sehr gut, liebe Flora, und finde auch nicht, dass man, bloß weil man schwanger ist, sich nicht mehr über gut gemeinte Ratschläge ärgern dürfte. Als ich die Kommente zum "Müde"-Post gelesen habe, dachte ich mir, da würd mir jetzt aber die Hutschnur gehen, wenn ich die Flora wäre. Die ist doch bloß müde und braucht kein Berufsverbot, dass im Fall der Fälle dann ja auch die Gyn und kein Forum erteilt.
    Liebe Grüße von der Tina

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  12. Bin ich froh, dass nun noch mehrere Leserinnen geschrieben haben, dass sie der letzte post doch sehr überrascht hat (mal mit meinen Worten zusammengefasst). Mir ist beim Lesen beinahe das Smartphone aus der Hand gefallen. Solche Worte hätte ich in diesem Blog echt nicht erwartet. Wenn man ein Blog mit Kommentarfunktion hat, kann man doch nicht verbieten, dass die ein oder andere auch mal einen gut gemeinten Ratschlag loswerden will. Und damit meine ich ausdrücklich GUT GEMEINTE Ratschläge. Beleidigungen o.ä. sind selbstverständlich absolut tabu und müssen in keinem Fall hingenommen oder toleriert werden.
    Das ist meine Meinung obwohl ich nicht zu der Fraktion der gutmeinenden Ratgeberinnen gehöre aber vielleicht bin ich eine äusserst überzeugte Anhängerin der Meinungsfreiheit und empfinde ich den Post deshalb als Zensur. Und ja, auch wenn es sich um den Blog einer bestimmten Person handelt. Wie das rüberkam:"mein blog, meine Regeln!"
    Da kann ich nur sagen, immer locker bleiben! Diese Gelassenheit ist mit Baby und Kleinkind überaus wertvoll. Und auch von mir, nix für ungut!Eumelberta

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  13. Liebe Flora,

    zunächst kann ich dir sagen, dass die größte Herausforderung im Leben mit Kind nicht vollgekackte Windeln, schlaflose Nächte oder sich schreiend am Boden wälzende Zweijährige sind, sondern die nicht enden wollende Flut an Erziehungstipps jeglicher Art, vorzugsweise von Menschen, die selbst keine Kinder haben. Ganz egal um welches Thema es geht, es weiß jemand viel besser, was für dich und dein Kind gut ist. Für mich ist das Leben mit unserer Tochter eine großartige Übung darin, auf die Meinung anderer zu pfeiffen (eine Aufgabe übrigens, an der sich meine Therapeutin lange Jahre relativ erfolglos an mir abgearbeitet hat). Das wollte ich auch Muc schonmal schreiben, nachdem sie sich damals über den wirklich unnötigen Kommentar über ihre Strickkünste geärgert hat (hat damals mit der Kommentarfunktion irgendwie nicht geklappt). Die Kommentare in deinem Blog sind schon mal eine gute Vorbereitung auf das, was da noch kommt.

    Das mal vorweg, bevor ich mich hier jetzt unbeliebt mache. Ich lese deinen Blog, seit der Wunschkinder.net-Mann zum ersten Mal darauf hingewiesen hat, also schon wirklich, wirklich lange. Und bisher habe ich immer gedacht, was für eine reizende Person du bist und wie gerne ich doch zum Stammtisch kommen würde, um diese durch und durch liebenswerte Flora persönlich kennen zu lernen. Aber jetzt kommst ... schon bei den letzten Beiträgen der Legehenne hab ich mich ganz ehrlich gesagt ein bisschen gefühlt, wie mein Mann, der doch tatsächlich behauptet hat, dass ich in meinen Schwangerschaften ein ganz kleines bisschen (und jetzt kommt das ganz böse Wort) zickig gewesen wäre!
    Liebe Flora, ich war mit dir gleichzeitig schwanger und auch immer wieder wie du leider doch ohne Kind. Ich freue mich unendlich mit dir, dass es endlich geklappt hat und diesmal alles gut geht, egal, ob du nun Salami ist oder nicht und du bist nach wie vor einen Person, die ich wirklich gerne auch im echten Leben kennen würde, aber ein ganz kleines bisschen barsch im Ton fand ich den letzten Post dann doch.

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  14. Jetzt muss ich auch nach sehr langer Zeit mal wieder etwas sagen.

    Wie soll das denn klingen: "Mein Blog, meine Regeln!"? Und was heisst hier "Anhängerin der Meinungsfreiheit"?

    Oh wie ich das mag. Überall liest man das im Internet. Diese sog. Meinungsfreiheitsflagge wird immer patriotisch hoch gehalten um jegliche Verunglimpfung, Beleidigung, Anmaßung zu rechtfertigen. Genau, im Zuge der Meinungsfreiheit darf ich respektlos oder anstandslos oder auch rücksichtslos schreiben, was mir gerade unverdaut durch den Kopf geht.

    Es ist so, wie Flora schreibt: Es ist ihr Blog, sie bestimmt die Regeln. Das ist ihr privates Wohnzimmer. Das hat jeder zu respektieren. Und nur weil eine Kommentarfunktion da ist, heisst dies nicht, dass ich auch gezwungen bin, diese zu nutzen. Dass hier jetzt ein öffentlich rechtliches Forum draus wird, das im Interesse der Öffentlichkeit steht. Es bleibt auch mit Kommentarfunktion ihr ganz intimes Tagebuch. Oder wie würden wir uns fühlen, wenn unsere Freundin sich mit einem Rotstift in unser Schlafzimmer schleicht, unser Tagebuch hervorkramt und meint, alle möglichen Kommentare an den Rand schreiben zu müssen. Mit der Begründung: "Na aber, ich bin nur ein Verfechter der Meinungsfreiheit und der Rotstift lag nun mal hier!"

    Also bitte, wenn Flora uns gastfreundlich wie eine gute Freundin in ihr Wohnzimmer einlädt, verhalten wir uns doch bitte auch so wie artige Gäste und respektieren ihre Hausregeln. Oder legt ihr dann auch ungefragt die Füße auf den Couchtisch?

    Und im Vergleich zu manch bissigem, oberklugem, unnötigem, pessimistischem, bevormundendem oder naivem Schlaumeier-Kommentar mach einer anonymen Leserin, fand ich Floras Bitte durchaus noch sehr höflich formuliert.

    Mir wäre schon viel eher die Hutschnur hoch gegangen und ich hätte kurzerhand die Kommentarfunktion abgeschaltet. Oder würde zensieren. Ich als jahrelange Abkürzungsdame kann mich nämlich sehr gut in ihre Lage versetzen.

    Lieben Gruß,
    Anita

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  15. Wie wäre es denn, wenn die Kommentarfunktion während der Schwangerschaft ausgeschaltet wird?
    Danach kann es ja dann munter weitergehen mit Ratschlägen!
    LG

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  16. :)
    Ich finde das wirklich lustig, dass Flora jetzt Ratschläge erhält, wie sie doch am besten mit den Ratschlägen umgehen soll.
    (und was sie schon jetzt unbedingt lernen sollte!)

    Ich finde ihr Post wirklich soft und nett. Zumal sie das ja schonmal gesagt hatte, die Bitte shconmal ausgesprichen hatte, doch bitte nichts in der Art zu posten.

    So wie ich sie verstanden habe, möchte sie halt nur nicht bei dieser so angstanfälligen Sache wie einer Schwangerschaft, bei der SO viel auf dem Spiel steht, Ratschläge bekommen, was sie zu tun und zu bedenken hat. So what?

    Damit sehe ich nicht die Meinungsfreieheit gefährdet.
    Meinung ist doch nicht zu wissen, was eine anderer am besten tun soll. Ungebetene Ratschläge werden auch in einem ganz normalen Gespräch von angesicht zu angesicht ganz schnell zur Frechheit. Und diese Interaktion soll ihr jetzt hier im blog nciht erlaubt sein?


    Ich frag mich andersherum: Was ist daran so schlimm die Ratschläge "mach das mal so" zu unterlassen?

    Und:
    Ein "Nein, danke" wird für manche Menschen immer eine Beleidigung, Fiesheit, ZIckigkeit sein. Weil's eben weh tut. Und wnen es weh tut ist ganz schnell der andere böse und gemein.

    Aber es ist und bleibt nur ein freundliches "Nein, danke" finde ich.

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