Dienstag, 4. Juni 2013

Erledigungsmarathon: Kilometer 1-8.

Das mit der Krankenkasse und dem Mutterschutzgeld ging wider Erwarten easy-popeasy: zwar kam das Ganze kurz ins Stocken, als ich feststellte, dass das einzige im Netz vorhandene Antragsformular schon sehr auf angestellte Bald-Mütter zugeschnitten ist, aber ich habe dann kurzerhand den Papierkram zusammengepackt und bin zur nächstgelegenen Filiale gefahren. Da allerdings ging es noch mal rund: ich war schon am Einparken, als ein Fuchs von einem Rentner mir den Parkplatz wegnehmen wollte. Ungerührt habe ich weitergemacht, was ihn dann dazu brachte, sich mit hochroter Birne und gesträubtem Haarkranz an meinem Fenster aufzubauen und rumzubrüllen. Weiterhin sonnig lächelnd bin ich ausgestiegen und mit einem "Entschuldigung, darf ich mal? Ich hab hier noch zu tun" an ihm vorbeigeschoben. Daraufhin ist er mir nachgelaufen, um mir nachzuweisen, ich hätte im zu dem Parkplatz gehörigen Geschäftsgebäude ja wohl gar nichts zu tun sondern wollte "nur shoppen". Und da habe ich mir inständig gewünscht, er würde jetzt bitte die Polizei rufen. In sich hatte er diesen Impuls auf jeden Fall, das war der Typ, der als Hobby Falschparker aufschreibt und verpetzt. Wäre das schön gewesen! Ich mit glasklarem Krankenkassen-Anliegen und Neunmonatsbauch, er mit nüschte außer offensichtlich erhöhtem Schlaganfallrisiko. Hihihi... hat er aber nicht, zu schade. Und der Antrag war dann auch binnen fünf Minuten ausgefüllt und erledigt.

Im Babymarkt war ich gerade, leider ohne richtig greifbaren Erfolg, denn in meinem Schwangerentran hatte ich vergessen, vorher das Wickeldings auszumessen und nachzusehen, ob unser gebraucht übernommenes Babybay das Original- oder das Maximodell ist. Dafür war nebenan ein dm (zu denen ich eigentlich nie gehe, weil ich gerüchteweise gehört habe, die würden unserem heißgeliebten Budni hier das Wasser abgraben wollen, und auf Budni lasse ich nichts kommen, aber wenn die Blogdamen so gute Tipps geben...), und da habe ich dann eine Packung Ökowindeln für Neugeborene, zwei Schnuller für korrekte Zahnstellung in weiß und blau, eine Tube Windsalbe, eine Schachtel Bio-Stilltee, eine Schachtel Baby-Kleenex und einen biobaumwollenen Strampelsack gekauft. Bei normaler Kleidung bremse ich mich, so gut es geht, denn am 8. Juni kommt L.s Cousine aus London angeflogen, im Gepäck eine Riesenladung Babykleidung. Ihr Junge, der im März geboren wurde, ist von Anfang an so irre gewachsen, dass die erste und zweite bis dritte Größe jetzt schon zu klein sind, das dürfen wir alles erben. Und vor dem 8. Juni wird Würmchen doch wohl hoffentlich nicht kommen? Bitte?

Die Fenstermänner tun, was sie können (tun sie wirklich, ich gucke alle fünf Minuten nach, und wehe, wenn nicht), aber unser altes Haus macht ihnen gerade einen Strich durch die Rechnung. Zwei Erker, die neu befenstert werden sollten, erweisen sich als total marode und müssen jetzt neu gemauert werden, bevor man auf den Schutt jetzt noch neue Fenster setzt. Zum Glück ist das im Erdgeschoss und nicht im Kinderzimmergeschoss, und ich hoffe und bete (und habe das jetzt auch schon so oft zu jedem Beteiligten gesagt, die Platte hat echt einen Sprung), dass das Kinderzimmer davon unbeschadet fertig wird. Achtet nicht auf uns, ist egal, ob wir im Geröll und mit Sperrholzplatten statt Fenstern leben! So lange nur Würmchen ein kleines, friedvolles und intaktes Reich hat. Morgen kommt ein Maurer und sieht sich das Schlamassel an, ich denke mal, ich werde auch zu früher Stunde schon nicht an Wimperntusche und Lippenstift sparen.

Die Rosen habe ich übrigens auch hochgebunden. Ich weiß, ich sollte gerade andere Prioritäten haben, aber erstens ist das mal eine Aufgabe gewesen, die null Muskelkraft erfordert, und zweitens sind die Rosen das einzige, was bei mir wirklich beeindruckend wächst, und inzwischen haben wir fast so etwas wie eine Beziehung - und wenn die Ausleger noch lange auf der Erde herumgelegen hätten, dann hätten sie über kurz oder lang die Hunde abgeknickt, und das hätte mich ehrlich bekümmert.

Ich habe meine Papiere zur Hälfte sortiert, ich gebe zu, zur einfacheren Hälfte, aber immerhin. Extrafleißschweinchen gibt es dafür, dass ich das alles bei strahlendem, wunderschönem Atlantik-Wetter mache, nachdem es hier wochenlang nur geschüttet hatte. Andere gehen ein Eis essen, ich mache die Steuer, da ist doch ein Lob wohl mal angebracht? Heute jedenfalls müsste ich damit fertig werden.

L. selbst hat es zwar vermutlich schon wieder vergessen, aber er hat sich plattquatschen lassen, noch diese Woche mit mir sowohl zu Ikea als auch in die Agentur zu fahren.

Soweit. Das geht doch eigentlich ganz gut voran, oder?

Und dann hab ich noch zu berichten, dass ich seit gestern Eisentabletten schlucke, genauer gesagt ferro sanol duodenal (wieso denke ich immer an "Brat fettlos mit Salano ohne"?) und dass mir das gar nicht gefällt. Aber so gar nicht. Das Rezept war in der Post, weil meine Frauenarztpraxis nach einer Blutuntersuchung einen Eisenmangel festgestellte hat, und gestern habe ich es eingelöst. Die Apothekerin hat mir eingeschärft, dass die Eisenpillchen sowohl auf sehr nüchternen Magen als auch mit großem zeitlichen Abstand zur Schilddrüsentablette genommen werden müssten - tja nun, da habe ich ein Problem, denn ich bin nicht bereit, mir den Wecker auf fünf Uhr früh zu stellen, dann Eisen zu schlucken und vier Stunden später L-Thyroxin, um dann nochmal eine halbe Stunde aufs Frühstück zu warten. Eine Lösung, mit der sie einverstanden war, war dann schließlich, abends um sechs zum letzten Mal zu essen und dann direkt vor dem Schlafen das Eisen zu schlucken. Auch nicht so doll, abends ohne Wein kann schon trostlos sein, aber jetzt auch noch ohne Essen? Zudem ist mir auch im Schlaf richtig schön schlecht geworden von dem Ding, und der rostige Geschmack im Mund macht es auch nicht besser. Aber was solls, ist der Endspurt, und bald ist das vorbei. Heute werde ich mir (natürlich nur aus Rücksicht auf den Eisenmangel) ein-zwei schöne dicke Burger braten.

Kommentare:

  1. Hallo Flora,

    Thema Eisentablette...
    Du mußt doch garantiert nachts auf die Toilette, oder? Wenn nicht, bist Du die erste Schwangere, die nicht, und unser aller Neid sei Dir gewiss ;-)
    Ich hatte ein ähnliches Problem mit der Einnahme - also habe ich die Tabletten auf den Spülkasten vom Tö gelegt... Und dann eben gegen 2 Uhr nachts genommen...
    Laut Frauenärztin total ok...

    Daß Dein Stuhlgang dann "die Farbe und Konsistenz von Reifengummi" (O-Ton Vicky Iovine) annimmt... ist normal!!!

    Liebe Grüße

    Svea

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  2. Liebe Svea, stimmt eigentlich. Dass ich da bei schätzungsweise vier Klogängen pro Nacht nicht selbst drauf gekommen bin... bin ich aber nicht, vielen Dank für den Tipp und die Rettung meines abendlichen Pasta-Rituals auf der Fernsehcouch!

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  3. Hast du schon mal Kräuterblut aus der Apotheke probiert? Das hat meine Hebamme statt dieser unsäglichen Eisentabletten sehr empfohlen.. und ich fand es bekömmlicher, von den Tabletten bekam ich ganz eklige Verdauungsbeschwerden... Gruß, S.

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  4. Diese Eisentabletten verträgt man oft auf nuechternen Magen nicht so dolle. Ich hatte die damals irgendwann mitten am Tag nicht gerade direkt nach dem Essen eingeworfen, (nehme morgens auch L-Thyroxin). Dann ist die Aufnahme zwar vielleicht nicht perfekt, aber ein Teil kommt trotzdem an. Ausserdem kann man noch mit einem Glas Orangensaft (Vitamin C) nachhelfen.

    Lieben Gruss,
    Katrin

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  5. Verbenentee (Eisenkraut duftend, das duftend scheint wichtig zu sein) ist auch richtig gut gegen Eisenmangel und sehr erschwinglich, falls die Erker teuer werden. Allerdings erst nach der Geburt oder ganz kurz davor, weil er Wehen auslösen kann.
    Damit habe ich mich auf Rat meiner Hebamme nach zwei Geburten mit einem jeweils anschließenden hb-Wert von 6,nochwas wieder gut aufgepäppelt.

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  6. Mir fällt dazu ein, dass die Frauenärztin mir auch am Ende der Schwangerschaft Eisentabletten verschrieben hatte. Nachdem ich die 1-2 Wochen lang genommen hatte, war ich zur Kontrolle beim Internisten (nehme auch Schilddrüsentabletten). Der stellte dann im Blutbild einen viel zu hohen Eisenwert fest, und ich musste die Eisentabletten sofort absetzen. Er meinte, die Frauenärzte würden immer nur den hb-Wert untersuchen, nicht aber den Eisenwert.

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  7. Ich schätze mal, Dein Bauch hat den Rentner im letzten Moment noch verunsichert. Den hat er beim Brüllen am Fenster vermutlich erst nicht gesehen.
    Hättest ihm auch ein Schlabberbussi schenken sollen. Mir hängt sowas immer lange nach, auch wenn ich Recht hatte. Hoffentlich hast Du mittlerweile ein dickeres Fell.
    Leute gibts...

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