Mittwoch, 26. Juni 2013

Gestern, im Supermarkt an der Kasse:

Ich (lade meine Einkäufe aufs Band, unter anderem zwei Flaschen Chianti, von denen eine halbe in die Puttanesca-Sauce zur Pasta wandern soll, der Rest in meinen Besuch heute Abend): "Tüdelü, Dumdidum..."
Mir fremde Frau, herrisch: "Sind Sie sicher, dass Sie das als Schwangere trinken sollten?"

Tja, und nun? Ich schwanke zwischen folgenden Antworten:
1. Ich Depp! Hab ich völlig vergessen, dass schwangere Frauen keine Gäste haben dürfen. Da kann ich mich nur vorbehaltlos entschuldigen und Sie herzlich bitten, dass das unter uns zwei Hübschen bleibt.
2. Sind Sie sicher, dass Sie das was angeht?
3. Ja, leider. Ich muss meinen Pegel halten, und die halbe Flasche Sprit von heute morgen ist auch schon fast verstoffwechselt.
4. Wieso schwanger? Wer ist hier schwanger? Oh mein Gott, sie meinen...
5. Lieber den Barolo, meinen Sie? Hab ich auch schon drüber nachgedacht.
6. (unter heftigen Tränen) Ich bin nicht schwanger! Aber stolz auf meinen Körper!

Usw. usf.

Die einzige, ziemlich langweilige und geistlose Antwort, die mir in meiner Verblüffung einfiel, war:
7. (ungefähr in dem Ton, in dem man auch "Fresse!" sagen würde) Yep.

Ich weiß, es könnte schlimmer sein. Holly von "Nothing but bonfires", selbst in der 36. Woche, berichtete gestern von einer Frau, die sie daran hindern wollte, bei Starbucks ein Schokomuffin zu kaufen. Wegen des Koffeins in der Schokolade, falls ihr euch fragt (ich hab mich nämlich gefragt). Ich hab auch schon mal eine Frau auf der Straße getroffen, die mir am liebsten meinen koffeinfreien Frappucino aus der Hand geschlagen hätte.

p.s. bevor sich hier eine berufen fühlt: Meine Puttanesca blubberte bestimmt anderthalb Stunden fröhlich und meine Ölflaschen, Mehlgefäße, Senfgläser und Besteckhumpen mit kleinen roten Spritzern bekleckernd vor sich hin, bevor wir sie gegessen haben. Da bleibt kein Promillchen übrig.


Dann hab ich noch zu berichten von meinen Senkwehen. Jedenfalls denke ich, das waren Senkwehen. Nach einem knüppelvollen Tag gestern (Waren Handwerker da? War es laut? Und dreckig? Hatte ich mehrfach gegen all den Staub anzuputzen und außerdem noch achtzig andere Dinge zu erledigen? Ja, ja und ja.) lag ich irgendwann um kurz vor Mitternacht endlich im Bett und dachte: Au Backe. Es zog so mittig, ungefähr ab Bauchnabel und dann die zehn Zentimeter abwärts, und zum ersten Mal habe ich einen Eindruck davon bekommen, was passiert, wenn ein Organ, das man trotz seiner vielfältiger Interessen und Hobbies (Myome. Endometriose.) sonst so gar nicht wahrnimmt, mal die Muskeln spielen lässt. Heute morgen bin ich aufgestanden und hatte den deutlichen Eindruck, der Schwerpunkt meines Bauchs hat sich ungefähr fünf Zentimeter nach unten verlagert. Und Würmchen hält verdächtig still. Nicht völlig still (ratet mal, wie oft ich ihn seit dem Aufstehen schon mit dem Zeigefinger gepiekt habe, um sicherzugehen, dass er noch lebt), aber irgendwie eingeschüchtert. Vermutlich war das für ihn auch anstrengend. In einer halben Stunde mache ich mich auf in die Stadt zu meiner Gynäkologin, die mir hoffentlich bestätigt, dass er jetzt endlich fest mit dem Kopf tief im Becken sitzt. Schluss mit dem Getobe! Wir sammeln unsere Kräfte jetzt für den Endspurt.

Hach, Bloggen macht durstig. Wo ist jetzt der Rest von diesem Chianti?


Kommentare:

  1. Prost :-)
    Und immer weiter so - ich liebe deinen Blog!

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  2. Flora, nimm mir doch nicht meine Illusionen, dass wenn dann Du schlagfertig genug für solche Leute bist! Mir gefällt am besten Variante 6 (nur so fürs nächste Mal). Ich drück die Daumen für den Termin bei der Ärztin! Und beneide Dich ein bisschen um diese spannende Zeit, auch wenn ich weiß, dass man es rückblickend verklärt (mir kamen letzte Woche glatt die Tränen als ich im Drogeriemarkt eine Creme für Wunde Brustwarzen sah, wie bescheuert ist das denn?). Alles Gute von C aus K

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  3. Wenn Du wirklich was erleben willst... bestell Dir in einer Bar eine "Virgin Colada"...halt mit Schirmchen, Deko ect... vom echten nicht optisch nicht zu unterscheiden.

    In weniger als 5 Minuten 4 dämliche Anmachen zum Wohle des Babies...
    Und eine Dame wollte mir sogar einfach das Glas wegnehmen ...

    Toitoitoi für Euch beide

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  4. Antwortmöglichkeit 4 gefällt mir am besten ;)
    Du hattest ja großes Glück, dass die Kassiererin Dir das überhaupt verkauft hat :)) So ohne Ausweis ... äh Mutterpasskontrolle!
    Liest sich auf jeden Fall sehr lustig, aber wenn man es als Schwangere selbst erlebt, ist es wohl einfach nur nervig!
    Alles Gute für den Endspurt, bin schon soooo gespannt auf Dein Würmchen!
    Liebe Grüße, Lene

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  5. Das geht gar nicht (die herrische Frau), aber wer weiß was sie getriggert hat... wenn man FAS-Kinder erlebt, dann weiß man was für gravierende Folgen Alkohol haben kann und ist über jeden leichtfertigen Kommentar von Gyns oder Hebammen sauer, die meinen, dass ein Glas Sekt noch keinem Kind geschadet hätten.

    Aber in Zeiten der Aufklärung sollte man sich selbst mit beim offensichtlichen Sektglas in der Hand zurückhalten mit Kommentaren... Schließlich trinken ja nicht nur Schwangere längst die alkoholfreie Variante...

    Endspurt!!!

    Ich freue mich immer noch wie Bolle bei jedem Deiner Beiträge

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  6. Nach einer halben Stunde Nachdenken fällt mir noch was ein:
    Nr. 8: Ich weiß, aber leider vertrage ich den Wodka nicht mehr so gut...

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  7. ...den benutze ich nur noch zum Gurgeln...

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