Samstag, 5. September 2009

Ein paar nicht miteinander zusammenhängende Gedanken zur Eröffnung des großen Eiertanz-Nerd-Wochenendes

Wie fast jeder Mensch, der ein Mobiltelefon besitzt und/oder im Internet aktiv ist, habe ich mir schon oft gewünscht, es gäbe eine Funktion, mit der die Geräte einen davon abhalten können, unter Alkoholeinfluss mit ihnen zu arbeiten. Das mit dem Handy ist bei mir nicht so schlimm, da haben andere schon mehr gelitten am Morgen danach. Ich habe keinem meiner Exfreunde irgendwas zu sagen und bin auch nicht unglücklich verliebt, daran liegt es vermutlich. Aber gebt mir nur ein Glas Rotwein oder zwei und einen Computer, der online ist, und plötzlich erkenne ich mich selbst nicht wieder. Ich werde furchtbar laut und krawallig und wirr. Gestern ging es noch, da waren es wirklich nur zwei Gläser zur Feier meiner Heimkehr (und um den Italien-Entzug ein bisschen abzumildern), und schon schreibe ich Kommentare mit Unfruchtbarkeits-Scherzen, die die meisten von euch vermutlich nicht so witzig finden und die ich am nächsten Tag dann sehr kleinlaut lösche, weil das bei Lichte betrachtet dann doch keine so gute Idee war. Gestern Abend aber, etwa bei der Hälfte von Glas Nr.2, dachte ich noch: „ich bin selbst unfruchtbar und darf das. Sowieso darf ich so ziemlich alles.“ Eieieiei, böser Fehler. Hier also ein Vorschlag, den die Industrie ruhig kostenfrei aufgreifen und sich daran dumm und dusselig verdienen darf: wie wäre es mit einem Handy, bei dem man z.B. nach 22 Uhr erst über die Tasten ein-zwei Geschicklichkeitsaufgaben lösen muss, die unter Alkohol (so ab dem zweiten Glas) nicht mehr funktionieren? Und wenn man es nicht schafft, dann darf man nur noch Notrufe absetzen und sich ein Taxi rufen? Es könnte auch eine abgemilderte Variante geben, bei der man vorher selbst bestimmt, welche Nummern gefährlich sind, und diese Nummern werden dann automatisch gesperrt, wenn man nicht mehr Herr der Lage ist. Am Rechner könnte man einfach den Netzzugang abdrehen, sobald man sich z.B. mehr als achtmal pro Minute vertippt – oder eben irgend etwas anderes, das ungefähr so aussagekräftig ist wie auf einem Strich entlanglaufen oder die eigene Nase anfassen.
Nur so eine Idee!

Dann wollte ich noch davon berichten, dass es in italienischen Kirchen inzwischen elektrische Kerzen gibt. Man wirft eine Spende in eine Box und darf dafür einen Schalter umlegen. Ich dachte schon, das ist aber blöd, bis L. eine Kerze an- und sofort wieder ausknipste, um die Wunscherfüllung nicht durch Stromverschwendung zu gefährden. Der Süße! Eigentlich hat man jetzt also die Möglichkeit, nicht nur durch Geld, sondern auch noch durch Umsicht das Schicksal zu ZWINGEN, einem Wünsche zu erfüllen. Eine feine Sache! (Ich werde selbstverständlich nicht verraten, was ich mir gewünscht habe, das bringt ja bekanntermaßen Unglück, und nach Unglück ist mir gerade nicht so, weiß auch nicht warum.) Und die schöne Kirche wird auch nicht so vollgerußt durch die vielen Kerzen.
Eine andere Wunscherfüllungseinrichtung steht bei Peggy Guggenheim in Venedig. Dort hat ihr Yoko Ono einen Baum hingestellt, in dessen Zweige man Papierchen mit Wünschen hängen kann. Da haben wir es mit dem gleichen Trick versucht: sich etwas zu wünschen, aber für gutes Karma zu sorgen, indem man nicht eine der wenigen Wunsch-Dranhäng-Klammern belegt, sondern anderen den Platz überlässt und sich denkt, das wird schon klappen, auch ohne Papierchen, vielleicht sogar um so besser. Denn Papierchen können die Tauben fressen, oder es regnet und die Schrift zerläuft, aber einen papierlosen Wunsch haut so schnell nichts aus der Bahn.

Und dann wollte ich schon mal ankündigen, dass dies nach langer Zeit mal wieder ein Wortschwall-Wochenende wird. Denn L. ist mit seiner Mannschaft unterwegs, und die Mädchen sind verplant, und auf dem Speiseplan steht eine gesunde italienische Kichererbsensuppe, deren Zubereitung mich ungefähr zwei Minuten in der Küche beschäftigen wird und die mich bis Sonntag Abend satt und glücklich macht, so dass alle Zeit der Welt ist, hier all das zu posten, was ich schon seit Wochen mal dringend loswerden wollte. Ich werde das übrigens weitgehend auf dem Boden hockend und in Schlafanzügen tun. Und nachdem L. das nicht sieht, werde ich vermutlich sogar im Schlafanzug zwischendurch in den Keller flitzen und Wäsche aufhängen, auch auf die Gefahr hin, dass die Nachbarn SCHOCK! meinen Schlafanzug sehen.

Und damit erhebe ich meine Ovomaltine-Tasse und erkläre das große Nerd-Wochenende für eröffnet.

Kommentare:

  1. Oh ja, bitte! Flora-Overkill, genau das, was ich mir seit 10 Tagen wünsche! Ich habe deine lustigen Blogeinträge sehr vermisst, insofern darfst du dieses Wochenende gern alle 10 Minuten was Neues schreiben. Ich hänge im Netz und freue mich drauf! LG, snow

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  2. Ovomaltine und Schlafanzug :-)
    Ganz meine Wellenlänge, giggell, bin dabei!
    Herzlichst Wilma

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